„Wir wagten es nicht“: Mette-Marit und Haakon wollten Kronprinzessin Ingrid Alexandra ganz anders nennen
Stand: 06.10.2026, 13:36 Uhr
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Königin Mette-Marit und König Haakon liebäugelten einst mit einem höchst ungewöhnlichen Namen für ihre Tochter – und verrieten, warum sie ihn letztlich doch verwarfen.
Oslo – Ein einziger Entschluss änderte die königliche Namensliste Norwegens. Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) hätte beinahe ganz anders geheißen: Tyra Eufemia. Das enthüllte Kronprinzessin Mette-Marit (53) bereits im Jahr 2017 bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Dronningens Ja“ (Deutsch: „Das Ja-Wort der Königin“) in Trondheim – und das norwegische Magazin Se og Hør erinnert daran, was Mette-Marit und Haakon damals dazu bewog, sich anders zu entscheiden.
Dabei war der Wunschname „Tyra Eufemia“ keineswegs eine spontane Laune: Beide Namensteile besitzen ein tiefes historisches Fundament im norwegischen Königshaus. Tyra hat ihren Ursprung bei der dänischen Prinzessin Thyra (65, † 1945) – der jüngeren Schwester von König Haakon VII. (85, † 1957), die ihren Bruder häufig in Norwegen besuchte. Eufemia wiederum ist eine direkte Erinnerung an Eufemia von Rügen (ca. 32, † 1312), die mittelalterliche Gemahlin von König Haakon V. Magnusson (49, † 1319). Eufemia ging als kunstsinnige Königin in die Geschichte ein, die europäische Ritterromane ins Altnordische übertragen ließ – ein literarisch-historischer Bezug, der das Paar faszinierte.

Tradition statt Experiment: Die Bedeutung hinter Ingrid Alexandras Namen
Dass am Ende dennoch „Ingrid Alexandra“ auf der Geburtsurkunde stand, war eine bewusste Entscheidung für Stabilität und Kontinuität. Wie das norwegische Portal NRK analysiert, vereint der Name beide Familienzweige: Ingrid ist ein traditionsreicher skandinavischer Vorname, der sowohl in den Ahnenreihen der Königsfamilie als auch im Stammbaum von Mette-Marit tief verwurzelt ist.
Alexandra ist eine liebevolle Hommage an König Olav V. (87, † 1991). Der spätere norwegische König wurde 1903 in Dänemark als Prinz Alexander geboren, ehe sein Vater 1905 den Thron bestieg und dem Jungen den altnordischen Namen Olav gab. Zugleich erinnert der Name an Großbritanniens Königin Alexandra (80, † 1925), Olavs Großmutter.
„Zu schwer für eine junge Prinzessin“: Experten loben die Entscheidung
Der verstorbene Adelsexperte Kjell Arne Totland (74, † 2019) betonte gegenüber Se og Hør, dass „Tyra Eufemia“ zwar klangvoll, aber womöglich eine zu schwere Bürde für ein modernes Mädchen gewesen wäre. Auch Königshaus-Expertin Caroline Vagle hält den Schritt rückblickend für klug: Auf einen derart unkonventionellen Doppelnamen hätten in der Öffentlichkeit vermutlich kritische Debatten gefolgt.
Die royale Namens-Diskussion ist kein Einzelfall im Hochadel: Auch im britischen Königshaus griff einst die Mutter ein. Prinz Charles (heute König Charles III., 77) favorisierte für seine Söhne die historisch wuchtigen Namen „Arthur“ und „Albert“ – Prinzessin Diana legte jedoch laut dem britischen Magazin People ihr Veto ein und setzte „William“ und „Henry“ durch.
Mette-Marit brachte die damaligen Zweifel selbst offen auf den Punkt, wie Se og Hor unter Berufung auf Adresseavisen mitteilte: „Wir hatten tatsächlich überlegt, Ingrid Alexandra Tyra Eufemia zu nennen, aber wir fanden es so außergewöhnlich, dass wir es dann doch nicht wagten.“ Mit einem Schmunzeln fügte sie an: „Hätte es heute so weit sein sollen, hätten wir es wohl getan – aber wir sind auch froh, dass es Ingrid Alexandra geworden ist.“ Verwendete Quellen: seher.no, nrk,no