Wölfe in NRW: Beim Herdenschutz nachschärfen – das wäre friedensstiftend

Wölfe in NRW Beim Herdenschutz nachschärfen – das wäre friedensstiftend

27.10.2026 · 12:55 Uhr

 Ein Wolf steht im Gehege im Wisentgehege Springe.

Ein Wolf steht im Gehege im Wisentgehege Springe.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Julian Stratenschulte

Meinung | Düsseldorf · Manche Regelungen im Jagdrecht sind, obgleich vielfach kritisiert, tatsächlich vernünftig. Andere werden eher für zusätzlichen Streit sorgen. Aber NRW hat einen ganz anderen Hebel, um die Lage wirklich zu beruhigen.

Die Politik hofft, dass es die Gemüter der Landwirte und Schafhalter beruhigt, vielleicht sogar Frieden stiftet zwischen Tierhaltern und Verfechtern des Naturschutzes, wenn der Wolf im Jagdrecht ist. Einige Ansätze im Gesetz sind dafür auch geeignet. Dass bestimmte Weidegebiete zu „wolfsfreien Zonen“ erklärt werden dürfen, wird beispielsweise heftig kritisiert. Aber es gibt nun mal Areale, in denen Zäune keine Option sind. Das muss anerkannt werden. Man muss nicht jeden Wolf unter die Erde bringen, der seine Nase in so ein Gebiet steckt: Es geht um langfristige Vergrämung in eher seltenen Fällen.

Vieles andere ist aber wahnsinnig kompliziert, kaum praxistauglich und bietet damit eher noch mehr Zündstoff. Ein Beispiel: Wenn ein Nutztier auf einer geschützten Weide gerissen wurde, darf in den nächsten sechs Wochen ein Wolf geschossen werden, der sich in 20 Kilometern Umkreis zeigt. Wann die Weide als geschützt gilt und warum es in Ordnung ist, wenn dann das falsche Tier erlegt wird, damit wird man sich dann im Fall des Falles herumschlagen. Unter Umständen sollen ganze Rudel getötet werden dürfen: Sollte das einmal veranlasst werden, ist ein Aufstand des Naturschutzes programmiert.

Am Ende funktioniert ein Zusammenspiel von Wolf und Weidetierhaltung doch nur über mehr Herdenschutz. Die gute Nachricht ist, dass sich Nordrhein-Westfalen dafür auf den Weg gemacht hat: Dass es dafür jetzt überall im Land Fördergeld gibt, war ein wichtiger Schritt. Aber Tierhalter beklagen, dass ihre Maßnahmen im Schadensfall oft nicht anerkannt werden, dass sie nicht für alle Weidetiere gefördert werden und dass sie auf laufenden Kosten sitzen bleiben. Damit sollte die Landesregierung sich noch mal intensiver befassen, das wäre wirklich friedensstiftend.

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