
Radiowecker und Küchenradios haben oft schlechten DAB+-Empfang durch Wurfantennendrähte. Thomas Riegler zeigt, wie eine IEC-Buchse Abhilfe schafft.
Eine Wurfantenne ist nicht mehr als ein rund 60 bis 90 Zentimeter langes, flexibles Drahtstück von geringem Querschnitt, das direkt von der Geräterückseite abgeht. Je nach Platzverhältnissen wird diese Drahtantenne mehr oder weniger gekonnt versteckt und nimmt dabei selten eine Lage ein, die für guten Empfang sorgt.
Von Teleskopantennen ist man es gewohnt, diese auf den besten Empfang auszurichten, etwa indem ihre ausgezogene Länge und Richtung angepasst werden. Diese Chance bietet eine Wurfantenne nicht, wobei häufig nicht einmal der Platz für einen Teleskopstab vorhanden wäre. Ein Stichwort hierzu sind Unterbaugeräte.

Gibt es eine Lösung?
Zur Optimierung des Empfangs bietet sich eine einfache, ausgesprochen preisgünstige Lösung an, bei der das Radio bis auf einen klitzekleinen Eingriff so belassen wird, wie es ist. Das bedeutet auch, dass das Digitalradio nach der Tuningmaßnahme weiter so wie zuvor betrieben werden kann. Zusätzlich hat man die Gelegenheit, eine externe Antenne anzuschließen.
Alles, was es dazu braucht, ist ein IEC-Antennenstecker; eine Kupplung, um genau zu sein. Unter IEC versteht man die seit den 1970ern gebräuchliche Norm für Antennenstecker für den klassischen Rundfunkempfang, also insbesondere für das digitale Antennenfernsehen DVB-T2 und für UKW. Eine IEC-Kupplung findet man im Fachhandel für einen kleinen einstelligen Euro-Betrag. Als grober Richtwert sei an dieser Stelle 2,50 Euro genannt.

Wie und wo ist der Stecker anzubringen?
Der ideale Ort zum Anbringen des Antennensteckers ist das Ende der Wurfantenne. Je nach Gerät kann es mit einem kurzen Schrumpfschlauch versehen sein, dessen Aufgabe sich maximal auf den Schutz des Drahtendes beschränkt. Falls vorhanden, ist dieser Schrumpfschlauch vom Antennendraht abzuziehen.
Anschließend ist der Draht auf einer Länge von rund acht Millimetern abzuisolieren. Idealerweise nimmt man dafür eine Abisolierzange. Ansonsten klappt es auch mit einem sogenannten Seitenschneider. Dieser ist aber nur ein klein wenig zusammenzudrücken und in Richtung Drahtende zu ziehen, sodass nur die Isolierung entfernt wird. Idealerweise sollten dabei keine Litzen des Drahts mit abgezwickt werden. Anschließend ist das blanke Drahtstück zu verzwirbeln. So bleiben die einzelnen Litzen stets in der gewünschten und benötigten Position.

Das abisolierte Drahtende ist etwa in der Mitte nach hinten zu biegen, sodass man die doppelte Drahtdicke erhält. So lässt sich das Drahtende besser mit der Mittelleiter-Schraube der Antennenkupplung befestigen. Nachdem eine Wurfantenne nur aus einem simplen Draht ohne Abschirmung besteht, dient die Schelle an der Kupplung, mit der gewöhnlich das Schirmgeflecht eines Koaxialkabels leitend befestigt wird, nur als Zugentlastung des Wurfantennendrahtes, der im Bereich der Schelle jedenfalls isoliert sein muss.

Warum eine IEC-Kupplung?
IEC-Antennenstecker und -kupplungen haben den Vorteil, dass an ihrem Mittelleiter-Kontakt beliebige Kabel angeschlossen werden können. Diese Freiheit genießt man bei anderen Steckernormen nicht annähernd. So hätte man etwa keine Chance, an dem dünnen Wurfantennendraht einen F-Stecker anzubringen.

Was bringt es?
Zunächst einmal bleiben die Empfangsleistungen des Radios gleich wie ohne die an der Wurfantenne angebrachte Buchse. Diese bietet aber die Gelegenheit, eine beliebige externe Antenne anschließen zu können.
Dazu bietet sich zum Beispiel eine DAB+-Zimmerantenne an, die es in mehreren Ausführungen wie einem schwenkbaren Teleskopstab auf einem Standfuß gibt. Eine solche Antenne lässt sich dort aufstellen, wo sie nicht stört und wo definitiv besserer Empfang als mit der vielleicht nicht einmal abgerollten Wurfantenne gegeben ist. Weiter erlaubt die IEC-Buchse, das Radio sogar an eine Dachantenne anzuschließen, womit sich das Maximum an Multiplexen und Programmen aus Nah und Fern hereinholen lässt.

Fazit
Das Anbringen der Antennenbuchse ist in wenigen Minuten erledigt und erfordert keine speziellen Kenntnisse. Auch der finanzielle Aufwand hält sich in Grenzen, selbst wenn man eine externe Zimmerantenne hinzurechnet, die es ab rund 15 Euro gibt. Damit sollte sich die Gesamtinvestition in der Größenordnung um 20 Euro bewegen.

Mit dieser simplen Maßnahme lässt sich der DAB+- und UKW-Empfang durchaus merklich verbessern, weil nun die Möglichkeit besteht, die Antenne an einen Ort mit guten Empfangsvoraussetzungen zu bringen. Damit verbunden ist nicht nur stabilerer Empfang der ortsüblichen Sender. Zudem besteht dann die Möglichkeit, auch Programme aus benachbarten Regionen mit einzufangen und auf den Lautsprecher zu bringen.
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