Friedrich Merz hat Spekulationen über einen möglichen Kabinettsumbau nicht zurückgewiesen. »Es könnte eine Gelegenheit sein«, sagte er.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP,
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Aktualisiert am 19. Juli 2026, 15:00 Uhr
Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat Bundeskanzler Friedrich Merz einen Personalumbau in der Bundesregierung nicht ausgeschlossen. »Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken«, sagte er im ZDF-Sommerinterview. Dabei verwies er zugleich wiederholt darauf, dass er im Konjunktiv spreche.
Merz war gefragt worden, ob er über einen größeren Personalumbau im Kabinett nachgedacht habe. Auf Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) angesprochen, der ein »Top-Kandidat für den Fraktionsvorsitz« sei, sagte Merz, er wisse nicht, wer ihn zum Top-Kandidaten gemacht habe und höre das zum ersten Mal.
Entscheidung vor Urlaubszeit
Nach Spahns Rücktritt strebt Merz eine Entscheidung über dessen Nachfolge an der Fraktionsspitze vor seiner ab Ende Juli geplanten Urlaubszeit an, wie die Nachrichtenagentur dpa aus dem Umfeld des CDU-Chefs erfuhr. »Wir werden in den Parteigremien in den nächsten Tagen darüber sprechen und wir werden relativ bald einen Vorschlag machen, aber es drängt uns jetzt die Zeit nicht«, sagte Merz im Sommerinterview dazu. Die Fraktion sei auch so »arbeitsfähig«. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP ist die kommissarische Fraktionsspitze »in der Terminfindung für eine Schalte der Fraktion«. Dies gehe aus einer SMS an die Abgeordneten von CDU und CSU hervor, die der Agentur vorliege.
Die Personalspekulationen laufen derzeit auf Hochtouren. Am häufigsten wird Frei als möglicher Nachfolger genannt. Dann müsste Merz für den einflussreichen Posten des Kanzleramtschefs, den dieser aktuell besetzt, jemand anderes finden. Als Fraktionschef käme neben Frei auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann infrage. Auch über Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) wird spekuliert – dann wäre allerdings dessen Position neu zu besetzen.
Der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag wird traditionell von den beiden Parteichefs von CDU und CSU – Merz und Markus Söder – vorgeschlagen, die über das Wochenende dazu im Gespräch bleiben wollen.