Zehn Jahre ohne Turnhalle: Warum sich Schüler und Vereine auf den Neubau an der Förderschule freuen

Zehn Jahre ohne Turnhalle Warum sich Schüler und Vereine auf den Neubau an der Förderschule freuen

Saarlouis · Richtfest an der Johann-Hinrich-Wichern-Schule in Saarlouis: Seit 10 Jahren ist die Förderschule ohne Turnhalle. Seit einem Jahr wird nun gebaut. Wann die Halle fertig werden soll, was das Besondere am Bau ist und warum sich auch Vereine freuen können.

31.08.2026 , 07:53 Uhr

 Beim Richtfest in der neuen Turnhalle der Johann-Hinrich-Wichern-Schule Saarlouis zeigte sich Staatssekretär Torsten Lang zuversichtlich, dass der Neubau bis Jahresende fertig wird.

Beim Richtfest in der neuen Turnhalle der Johann-Hinrich-Wichern-Schule Saarlouis zeigte sich Staatssekretär Torsten Lang zuversichtlich, dass der Neubau bis Jahresende fertig wird.

Foto: Alexander Weber/Innenministerium

Seit zehn Jahren nun schon hat die Johann-Hinrich-Wichern-Schule in der Saarlouiser Innenstadt keine Turnhalle mehr (die SZ berichtete mehrfach). Nach langem Hin und Her zwischen Stadt und Land sowie rechtlichen Hürden begann vor einem Jahr endlich der Neubau der Turnhalle an der Förderschule. Nun nimmt sie allmählich Gestalt an, das saarländische Innen- und das Bildungsministerium konnten Richtfest feiern – ein „wichtiger Meilenstein“, wie sie betonen. Am Ende soll ein neuer Ort für Bewegung, Gemeinschaft und Sport entstehen, den die Schülerinnen und Schüler ebenso nutzen sollen wie die Vereine in Saarlouis.

Förderschule in Saarlouis braucht seit Jahren neue Turnhalle

Gerade an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung spielen Sport und Bewegung eine wichtige Rolle im Schulalltag, erklärt das Innenministerium. Zum Richtfest in der neuen Einfeldsporthalle erläutert Torsten Lang, Staatssekretär im Ministerium für Inneres, Bauen und Sport: „Mit der neuen Sporthalle investieren wir unmittelbar in die Schülerinnen und Schüler und schaffen moderne Bedingungen für Sport und Bewegung. Gleichzeitig setzen wir mit der nachhaltigen Holzbauweise auf eine zukunftsfähige schulische Infrastruktur.“

 Richtfest in der neuen Turnhalle der Johann-Hinrich-Wichern-Schule Saarlouis: Der Neubau entsteht in nachhaltiger Holzbauweise.

Richtfest in der neuen Turnhalle der Johann-Hinrich-Wichern-Schule Saarlouis: Der Neubau entsteht in nachhaltiger Holzbauweise.

Foto: Alexander Weber/Innenministerium

Rund 6,4 Millionen Euro investiert das Land in den Neubau. Das Besondere: Die Halle entsteht in modularer, nachhaltiger und klimaneutraler Holzbauweise. Die Montage der vorgefertigten Bauelemente läuft bereits seit dem Frühjahr, die Fertigstellung der Halle ist bis Ende des Jahres vorgesehen. Nach aktuellem Stand liegt die Baumaßnahme damit noch immer im vorgesehenen Zeitplan.

Bis Ende des Jahres soll die nachhaltige Halle fertig sein

„Die Bauarbeiten sind gut vorangekommen. Die Gründungsarbeiten einschließlich der Bodenplatte wurden Ende 2025 abgeschlossen“, teilt das Bildungsministerium auf Anfrage mit. „Nun folgen die weiteren Ausbauarbeiten bis zur Fertigstellung.“

Damit werden die aktuell 105 Schülerinnen und Schüler der Johann-Hinrich-Wichern-Schule noch im laufenden Schuljahr 2026/27 endlich ihre Turnhalle nutzen können. Die Kinder und Jugendlichen werden in den Klassenstufen 1 bis 9 in kleinen Lerngruppen unterrichtet. Wegen der fehlenden Sporthalle musste die Schule in den vergangenen zehn Jahren für den Sportunterricht städtische Sporthallen nutzen, teilweise mit dem Bus hinfahren, was Zeit kostete und zusätzliche Wege bedeutete.

Darum verzögerte sich der Neubau um mehrere Jahre

Im Jahr 2016 machte ein Wasserschaden die Turnhalle der Förderschule in Trägerschaft des Landes unnutzbar. 2020 beschloss der damalige Landtag den Neubau – der eigentlich bereits 2021 hätte fertig sein sollen. Doch mehrere Gründe haben dazu geführt, dass sich der Bau verzögert. So steht zwar die Förderschule in Trägerschaft des Landes, steht allerdings auf einem städtischen Gelände. Da die Kreisstadt Saarlouis kein Geld für einen Neubau aufbringen kann, zeigte sich das Land bereit, sowohl die Kosten für den Abriss der alten Halle als auch für den Neubau zu übernehmen.

Dafür erhielt das Saarland ein Erbbaurecht, darunter für das Baufeld der neuen Halle. „Hätten sich Stadt und Land zügig beim Erbbaurechtsvertrag geeinigt und wäre das Vergabeverfahren reibungslos verlaufen, hätte die Halle tatsächlich 2021 schon fertig sein können.

Mehrfach mussten die Pläne überarbeitet werden

Doch dem war nicht so. Wegen der Grenzlage und zusätzlicher Abstandsflächen musste der Vertrag mehrfach überarbeitet werden, sodass erst 2022 Ministerrat und Stadtrat ihre Zustimmung geben konnten. Ende 2022 wurde er unterzeichnet. Dann erst wurde die alte Halle abgerissen und die Neubauplanung startete.

Zudem mussten neue Auflagen zum Hochwasserschutz berücksichtigt werden. Und Ausschreibungen mussten mehrfach wiederholt werden, da entweder keine Angebote eingingen oder die Angebotssummen neu geprüft werden mussten. Nun soll der Fertigstellung bis Ende des Jahres jedoch nichts mehr im Wege stehen, wenn es nach den Ministerien geht. (sou)