Stand: 26.07.2026, 18:26 Uhr
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Werder Bremens Trainingslager im Zillertal ist beendet. Nach einer intensiven Woche ziehen die Verantwortlichen Bilanz und blicken voraus!
Zell am Ziller – Daniel Thioune wollte auf keinen Fall singen. So hatte es der Cheftrainer des SV Werder Bremen am Samstagnachmittag nach dem 2:0-Testspielsieg gegen den VfL Bochum angekündigt, als er auf den gemeinsamen Teamabend am Fichtensee samt Einstandseinlagen der Neuzugänge angesprochen wurde – inklusive Staff und Trainerteam. Durchgekommen ist Thioune mit seinem Vorhaben nicht, die langjährige Werder-Tradition machte auch vor ihm nicht Halt. „Wir hatten einen schönen Abend. Nachdem wir intensiv gearbeitet haben, haben sich die Jungs das verdient“, sagte Sportchef Clemens Fritz am Sonntagmorgen kurz vor der Rückreise nach Bremen – und verriet mit einem Schmunzeln: „Auch der Trainer hat gesungen.“

Werder Bremen zieht positive Trainingslager-Bilanz: „Wir sind aktuell auf einem guten Stand“
Es dürfte ein unterhaltsamer Abschluss einer Woche gewesen sein, die für Werder Bremen von guter, intensiver Arbeit geprägt war – und zugleich die klare Botschaft hinterließ: Bis zum Bundesliga-Start gibt es noch einiges zu tun.
Daraus machten auch die Verantwortlichen keinen Hehl. „Wir sind aktuell auf einem guten Stand, aber sicherlich noch nicht so weit, dass wir jetzt schon 90 Minuten Bundesliga spielen könnten“, betonte Fritz. Gleichwohl gefiel ihm die Arbeitsmoral des insgesamt sehr jungen Teams in Österreich. „Man hat gegen Bochum gesehen, dass wir im Vergleich zum Spiel gegen Okayama noch einmal einen Schritt weiter waren.“ Auch Thioune zeigte sich mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden.
„Wir haben gut und seriös gearbeitet. Die Jungs haben Intensität und Qualität auf den Platz gebracht – das ist zwar noch ausbaufähig, aber wir haben vier Tore geschossen und kein Gegentor bekommen.“ Damit blieb die weiße Weste im Trainingslager gewahrt. Auch wenn Ergebnisse in der Vorbereitung bekanntlich nicht überbewertet werden sollten, sprechen die beiden 2:0-Siege gegen Okayama und Bochum eine positive Sprache. Gleichzeitig wurde in beiden Partien aber deutlich, dass längst noch nicht alles rund läuft. „Wir haben hier den nächsten Schritt gemacht, aber das ist auch nur die Basis. Wir haben nichts, worauf wir uns ausruhen können“, mahnte Fritz.
Vorbereitung und Transfers: Wie Werder Bremen nach dem Abschluss des Zillertal-Trainingslagers plant
Ab Montag wird der Kader durch die österreichischen Nationalspieler Marco Friedl, Romano Schmid und Alexander Schlager ergänzt. Ein Umstand, der Thioune freut, denn mit den WM-Rückkehrern sowie den erhofften baldigen Comebacks von Senne Lynen (Bauchmuskelzerrung) und Mitchell Weiser (im Aufbautraining) wächst die Bundesliga-Erfahrung im Kader deutlich an. Dennoch hob Thioune nach der Woche in Österreich den Nachwuchs ausdrücklich hervor: „Die jungen Talente haben mir viel Freude bereitet. Wenn Salim Musah trifft, Paul Erevbenagie trifft und Mats Heitmann trifft, dann haben die jungen Spieler ihre Chance genutzt und Eindruck hinterlassen.“
Während sich insbesondere die Talente empfehlen konnten, dürften die Zukunftsaussichten von Dawid Kownacki und Skelly Alvero nicht unbedingt gestiegen sein – auch wenn beiden der Einsatzwille nicht abzusprechen war. Einen Verlierer des Trainingslagers wollte Thioune dennoch nicht ausmachen. „Verlierer habe ich in dieser Woche keinen gesehen.“
Werder Bremens Umbruch wird noch größer ausfallen: Transfers in beide Richtungen geplant
Unter dem Strich bleibt der Eindruck, dass der SV Werder Bremen nach einer völlig verkorksten Vorsaison Schritt für Schritt wieder in die richtige Richtung arbeitet. Der Umbruch ist allerdings längst nicht abgeschlossen. Sowohl auf der Zugangs- als auch auf der Abgangsseite dürfte, ja muss in den kommenden Wochen noch reichlich Bewegung herrschen. Bereits jetzt ist jedoch erkennbar, dass Thioune in seinem neuen Viererkettensystem zahlreiche taktische Abläufe einstudieren lässt.
Im Zillertal standen deshalb unzählige Taktikeinheiten auf dem Programm – auch ein Grund, weshalb der eigentlich am Bauch verletzte Senne Lynen extra mit ins Trainingslager gereist war. Rund einen Monat vor dem DFB-Pokal-Auftakt hinterlassen die Bremer trotzdem einen noch schwer greifbaren Eindruck. „Es läuft noch nicht alles so rund, wie man sich das wünscht, aber wir sind schon auf einem guten Weg“, fasste Thioune zusammen.
Werder Bremen bestreitet weiteres Trainingslager in Harsewinkel: „Dort werden wir auch über Ziele sprechen“
Anders als in den Vorjahren deutet sich an, dass nicht das Trainingslager im Zillertal, sondern vielmehr das zweite Camp in Harsewinkel in zwei Wochen den entscheidenden Feinschliff bringen soll. Dann werden alle WM-Teilnehmer zurück sein, möglicherweise weitere Neuzugänge zum Team stoßen und auch die aktuell angeschlagenen Profis dem SV Werder Bremen wieder zur Verfügung stehen. „Dort werden wir auch über Ziele sprechen“, hatte Daniel Thioune bereits in Österreich angekündigt. Fest steht: Eine Saison wie die vergangene möchte rund um den Verein niemand noch einmal erleben. Bei „besten Bedingungen“, wie Clemens Fritz betonte, wurden im Zillertal dafür die ersten Schritte gemacht. Mehr aber auch nicht. (bvo)