Zollstreit: Zollverhandlungen zwischen USA und Kanada gescheitert

Die USA und Kanada haben sich im Zollstreit nicht einigen können. Die Trump-Regierung verhängt neue Zölle, der kanadische Premier Mark Carney reagiert mit Gegenzöllen.

Quelle: DIE ZEIT, AFP,

hell

Aktualisiert am 22. August 2026, 8:13 Uhr

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Zollstreit USA Kanada Donald Trump Zölle Freihandelsabkommen
Container werden in Deltaport verladen. Deltaport ist ein wichtiger Hafenterminal in der kanadischen Provinz British Columbia. © Jennifer Gauthier/​REUTERS

Die USA und Kanada haben in ihrem Zollstreit trotz Verhandlungen bislang keine Einigung erzielt. Dies gab der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer unmittelbar vor dem Auslaufen einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Mit den Verhandlungen sollte eigentlich verhindert werden, dass neue US-Zölle in Höhe von 50 Prozent für bestimmte kanadische Produkte um Mitternacht (6 Uhr MEZ) in Kraft treten.

Greer machte die Gegenseite für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich: »Kanada hat es heute Abend abgelehnt, das Handelsabkommen zu Bedingungen abzuschließen, die eigentlich zuvor schon vereinbart worden waren«, sagte er vor Journalisten. Dagegen teilte der kanadische Regierungschef Mark Carney mit, die von den USA vorgelegten Konditionen seien »unfair« gewesen. Er kündigte gleichzeitig an, dass sein Land mit Gegenzöllen auf US-Produkte reagieren werde.

Die neuen US-Zölle sollen kanadische Produkte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar betreffen. Erstmals haben die USA dabei auch Waren einbezogen, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen fallen.

Zölle betreffen nur kleinen Teil kanadischer Exporte

Eigentlich hatten die neuen US-Zölle schon Mitte der Woche in Kraft treten sollen. US-Präsident Donald Trump verschob jedoch kurzfristig den Beginn um drei Tage, indem er sich auf eine Grundsatzerklärung mit Kanada bezog. Seitdem wurde zwischen beiden Seiten weiter verhandelt – doch ohne Erfolg.

Die deshalb nun doch in Kraft getretenen US-Zölle betreffen kanadische Produkte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar (gut 17 Milliarden Euro). Das ist zwar nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der kanadischen Exporte in die USA, doch erstmals hat Washington auch Waren einbezogen, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen fallen. Der bislang gültige Handelsvertrag, den Trump bereits in seiner ersten Amtszeit selbst ausgehandelt hatte, sollte eigentlich für 16 Jahre verlängert werden.