Stand: 21.09.2026, 19:05 Uhr
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Die Faustballerinnen des Ahlhorner SV haben sich den Traum vom Champions-Cup-Sieg auf eigener Anlage erfüllt.
Ahlhorn – 10:5 steht es auf dem Centre Court. Noch ein Punkt fehlt dem Ahlhorner SV zum großen Triumph. Freistadts brasilianische Nationalangreiferin Cecília Jaques steht bei der Angabe. Auf der anderen Seite warten Jordan Nadermann, Mieke Kienast, Michaela Grzywatz, Sarah Albrecht und Felicia Gißler darauf, den Ball abzuwehren. Doch dazu kommt es nicht mehr. Jaques wirft den Ball hoch, schlägt – und trifft die Leine. Dann bricht der Jubel los.
Die fünf Ahlhornerinnen reißen die Arme hoch. Melissa Leopold, Minh Anh Tran, Lea Delitzscher und Lena Meidenstein stürmen genauso aufs Spielfeld wie ihre Trainerinnen Bianca Nadermann und Janna Köhrmann. Sekunden später liegt sich die ganze Mannschaft in den Armen. Der große Traum ist wahr geworden: Die Faustballerinnen des Ahlhorner SV haben den Champions Cup auf der eigenen Anlage gewonnen.
Aus den Lautsprechern dröhnt „Ladioo“, auf den Rängen feiern die Ahlhorner Fans. „In dem Moment habe ich es noch gar nicht richtig geglaubt“, erzählt ASV-Spielertrainerin Sarah Albrecht. Für sie ist dieser Champions Cup besonders: Sie steht als Spielertrainerin auf dem Feld und ist als Chefin des Organisationsteams maßgeblich für das Heimturnier verantwortlich. „Jetzt ist irgendwie auch ein wenig die Last abgefallen – es ist einfach nur schön.“
Dass Ahlhorn so souverän zum Titel marschieren würde, war nicht zu erwarten. Während in der Schweiz und Österreich im September noch der Spielbetrieb lief, lag das letzte Pflichtspiel des ASV – das DM-Finale in Bardowick – bereits zwei Monate zurück. Das machte sich im ersten Gruppenspiel gegen den österreichischen Vizemeister Union Compact Freistadt durchaus bemerkbar. „Wir haben es vielleicht auch ein wenig unterschätzt, wie schwer es ist, nach der Pause wieder reinzukommen, ohne zwei Monate lang ein richtiges Match gehabt zu haben“, sagte Angreiferin Jordan Nadermann. Dazu kam die Nervosität vor heimischer Kulisse. Freistadt nutzte das. Zweimal lag Ahlhorn nach Sätzen zurück, im vierten Durchgang hatten die Österreicherinnen sogar Matchball. Erst nach knapp 90 Minuten stand der 3:2-Sieg fest. „Freistadt hat super gespielt“, sagte Nadermann. „Wir sind sehr froh, dass wir das am Ende durchbringen konnten.“
Im zweiten Gruppenspiel gegen den SVD Diepoldsau-Schmitter aus der Schweiz wechselte Ahlhorn kräftig durch, kam aber immer noch nicht in den erhofften Spielfluss. Am Ende standen ein hart erkämpftes 3:1 und der Gruppensieg. „Die Nervosität vor heimischer Kulisse ist eine andere. Aber mit der Unterstützung macht es auch noch einmal mehr Spaß, zu spielen“, sagte Defensivspielerin Minh Anh Tran. „Wir mussten am Samstag erst reinkommen“, bestätigte Albrecht. „Wir haben uns aber von Spiel zu Spiel gesteigert und uns als Mannschaft gefunden.“ Am Sonntag war das deutlich zu sehen. Im Halbfinale gegen Union Nussbach machte Ahlhorn von Beginn an Druck, die Defensive stand stabil. Mit 3:0 zog der ASV ins Finale ein.
Dort wartete erneut Freistadt. Doch von der Unsicherheit des Vortags war kaum noch etwas zu sehen. „Wir haben uns im Finale gut gefühlt, es hat viel funktioniert“, meinte Albrecht. Die ersten beiden Sätze waren eng. Doch Ahlhorn wirkte in den entscheidenden Momenten gefestigter. „Ich glaube, es hat geholfen, dass wir uns im Team so gut kennen, füreinander da sind und auch den einen oder anderen schweren Ball noch einmal abwehren“, erzählte die Spielertrainerin. „Das bringt einen noch einmal richtig vorwärts.“ Der dritte Satz wurde dann zum deutlichsten des Endspiels – und ließ den ASV nach dem Leinenball jubeln.
Somit krönte sich der Ahlhorner SV zum siebten Mal zum besten europäischen Vereinsteam auf dem Feld. Nach 2008 gelang es den Ahlhornerinnen erst zum zweiten Mal, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Im vergangenen Jahr hatte Ahlhorn in Kreuzlingen (Schweiz) triumphiert. Mit dem erneuten Erfolg qualifizierte sich der ASV zudem für die World-Tour-Finals 2027, den Faustball-Weltpokal.
Doch an diesem Sonntagnachmittag zählte zunächst nur der Moment: die Ahlhorner Spielerinnen mit ihren Trainerinnen, den eigenen Fans auf der heimischen Anlage – und dem Pokal in den Händen. „Dass es hier zu Hause geklappt hat mit dem Titelgewinn, so wie wir uns das erträumt haben, ist einfach grandios“, strahlte Albrecht.