Gorilla beißt zwei Artgenossen tot – Zoo-Wärter müssen Neugeborenes aufgeben

Zwei Gorillas totgebissen – Zoo-Wärter können nur tatenlos zuschauen

Stand: 17.07.2026, 20:42 Uhr

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Der Silberrücken Yeba tötet im Zoo Basel an einem Tag sein eigenes Baby und ein anderes Männchen – jetzt trägt die Mutter ihr totes Kind noch immer bei sich.

Basel – Ein erst vier Tage altes Gorilla-Baby aus dem Zoo Basel wird keinen weiteren Tag mehr erleben. Die Mutter drückt ihr totes Kind noch immer an sich. Daneben ist ein Vater, der an einem einzigen Tag zwei Gorillas das Leben kostete. Was sich am Dienstag im Basler Zoo ereignete, erschüttert Pflegepersonal sowie Besucherinnen und Besucher gleichermaßen.

Der Gorilla Yeba im Zoo von Basel.

Der Silberrücken Yeba tötet im Zoo Basel an einem Tag sein eigenes Baby und ein anderes Männchen – jetzt trägt die Mutter ihr totes Kind noch immer bei sich. © dpa/Zoo Basel

Silberrücken Yeba (14) ist erst seit Oktober 2025 im Zoo Basel – er kam aus einem französischen Zoo in die Schweiz. Seine Integration in die bestehende Gorillagruppe verlief von Anfang an holprig. Immer wieder gab es Auseinandersetzungen mit dem elfjährigen Männchen Mobali, obwohl dieses kastriert war und damit eigentlich keine Bedrohung für Yeba darstellte. Der Zoo erklärte: „Aus der Haltung und Beobachtung von Gorillas in anderen europäischen Zoos ist nicht bekannt, dass eine solche Konstellation grundsätzlich konfliktträchtig ist.“

Eskalation im Zoo Basel – Gorilla beißt zwei Artgenossen tot

Trotz Rückzugsmöglichkeiten und engmaschiger Beobachtung eskalierte die Lage am Dienstag. Yeba biss Mobali so schwer in den Genitalbereich, dass dieser nicht mehr normal urinieren konnte. Die Tierärzte entschieden, das Männchen einzuschläfern. Noch am selben Tag ereignete sich das zweite Drama. Yeba nahm das vier Tage alte Jungtier von Mutter Joas (37) an sich – und ließ sie nicht mehr heran.

Laut Zoo Basel ließ er die Mutter „nicht mehr in seine unmittelbare Nähe“. Bei Rangeleien zwischen den beiden kam es zu einem Biss in den Brustkorb des Babys – den der Zoo als „unbeabsichtigt“ bezeichnet. Das Jungtier, ein Weibchen, überlebte nicht. Es war Yebas erster Nachwuchs und das fünfte Kind von Joas. Der Frankfurter Zoo konnte sich in diesem Jahr über einen Dreifachzuwachs freuen.

Mutter trägt ihr totes Gorilla-Baby weiter mit sich herum

Joas trägt ihr totes Jungtier weiterhin bei sich. Das ist bei Gorillas ein bekanntes Trauerverhalten, in das der Zoo bewusst nicht eingreift. Das Affenhaus bleibt geöffnet, Joas kann sich frei im Innen- und Außengehege bewegen. Aktuell besteht die Gruppe aus fünf Gorillas: Yeba sowie den Weibchen Joas, Adira (19), Makala (11) und Qariba (6). Der Zoo kündigt an, die Gruppendynamik weiter eng zu beobachten – besonders mit Blick auf eine weitere Geburt, die in den nächsten Wochen erwartet wird. Ein Schimpansen-Baby im Zoo Bremerhaven hatte bereits nach zwei Tagen eingeschläfert werden müssen. (Quellen: Zoo Basel, DPA) (rd)