CDU-Abgeordneter rechnet mit FDP wegen „Lügenkampagne“ ab – „Was hat Sie verdammt noch mal geritten?“

Eklat im NRW-Landtag: FDP warnt vor Klassenarbeiten auf Arabisch – CDU spricht von „Lügenkampagne“

Stand: 17.07.2026, 20:35 Uhr

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Klassenarbeiten auf Arabisch? Nie geplant, nie beantragt – aber die NRW-FDP streut die Behauptung trotzdem. Der Landtag reagiert empört.

Düsseldorf – Ein Streit über Sprache in Schulen hat den nordrhein-westfälischen Landtag erschüttert. Die FDP-Opposition hatte in sozialen Medien davor gewarnt, dass Klassenarbeiten künftig auch auf Arabisch geschrieben werden könnten. Schulministerin Dorothee Feller (CDU) wies die Darstellung scharf zurück. Die Debatte offenbart tiefe Gräben zwischen den Fraktionen in der Bildungspolitik.

FDP-Fraktionschef Henning Höne im Landtag von NRW. (Archivfoto)

FDP-Fraktionschef Henning Höne im Landtag von NRW. (Archivfoto) © Rolf Vennenbernd/dpa

Auslöser des Eklats ist ein gemeinsamer Antrag von CDU, Grünen und SPD zur Stärkung der Mehrsprachigkeit an Schulen. Der Antrag fordert die Landesregierung auf, Regelungen so anzupassen, dass fachliche Kompetenzen angemessen erfasst werden können. Dies soll auch dann gelten, wenn ein Kind seine Kenntnisse wegen unzureichender Deutschkenntnisse nicht vollständig darstellen kann. Der Antrag stammt bereits aus dem Sommer 2025. Erst jetzt kam er ins Plenum des Düsseldorfer Landtags.

FDP sieht „Hintertür“ für Schwächung der Unterrichtssprache

FDP-Fraktionschef Henning Höne hält die Formulierung im Antrag für zu unklar. Er sieht darin eine Gefahr für die deutsche Unterrichtssprache. „Das ist die Hintertür für die Schwächung der Unterrichtssprache Deutsch. Da sind wir bei Klassenarbeiten auf Arabisch, auf Türkisch, auf Ukrainisch“, sagte Höne. CDU und Grüne hätten damit eine bildungs- und integrationspolitische „Kapitulationserklärung“ abgegeben. Höne hatte zuletzt den Weg für Wolfgang Kubicki zum neuen FDP-Chef freigemacht.

Die FDP brachte daraufhin einen eigenen Antrag ein. Darin forderte sie, die strittige Passage zu streichen. Außerdem sollte ausdrücklich festgehalten werden, dass Deutsch die Unterrichts- und Prüfungssprache ist. Der Antrag fand jedoch keine Mehrheit im Landtag. Auch ein weiterer Entschließungsantrag der Liberalen scheiterte. Nur die AfD stimmte dafür.

CDU und SPD weisen FDP-Darstellung zurück: „Was hat Sie verdammt nochmal geritten?“

Schulministerin Feller widersprach der FDP in der Debatte deutlich. Sie warf der Fraktion vor, falsche Behauptungen über soziale Medien zu verbreiten. „Unsere gemeinsame Bildungssprache ist und bleibt Deutsch, sowohl im Unterricht als auch in Prüfungen“, stellte Feller klar.

Besonders scharf reagierte CDU-Abgeordneter Jonathan Grunwald. Er fragte die FDP direkt: „Was hat Sie verdammt nochmal geritten, solch eine Lügenkampagne in den sozialen Medien loszutreten?“ Die Liberalen seien dem „süßen Gift des Populismus“ verfallen. Das Vorgehen sei unseriös und habe nichts mit dem Konsens der demokratischen Mitte zu tun.

Auch SPD-Bildungspolitikerin Dilek Engin wies die Darstellung der FDP zurück. Die Partei konstruiere einen Widerspruch, den es nicht gebe. „Niemand in diesem Haus stellt infrage, dass Deutsch unsere gemeinsame Bildungs- und Verkehrssprache ist“, sagte Engin.

Faktencheck: Deutsch bleibt Schulsprache in NRW

Ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hatte den Antrag bereits bewertet. Das Ergebnis: Nordrhein-Westfalen gibt Deutsch als Schulsprache nicht auf. Mehrsprachigkeit solle vielmehr genutzt werden, um Schülerinnen und Schülern bessere Bildungs- und Berufschancen zu eröffnen. Deutsch lernen müssten sie weiterhin. (Quellen: Welt, t-online, dpa) (nak)