FC St. Pauli
Zwischen Traum und Absturz: Das wurde aus St. Paulis Aufstiegshelden
Zwei Jahre nach dem Aufstieg ist der frühere St.-Pauli-Kader in alle Richtungen verstreut. So läuft es heute für die damaligen Aufstiegshelden.
Auch wenn das Ziel von Vereinsseite aus nicht ausgesprochen wird: Ablehnen würde man einen erneuten Aufstieg schon in dieser Saison beim FC St. Pauli wohl kaum. Besonders die Erinnerungen an die Bundesliga-Rückkehr in der Saison 2023/24 und die anschließenden Feierlichkeiten dürften allen St. Pauli-Anhängern in bester Erinnerung geblieben sein. Entsprechend groß war die empfundene Dankbarkeit für den gesamten Kader, der dieses Gefühlshoch erst ermöglichte.
Aus dem damaligen Kader sind zehn Spieler nach wie vor Teil des Kiezklubs, gleichwohl sich daran noch einiges ändern könnte. Eric Smith, Jackson Irvine und Connor Metcalfe müssten sich nach ihrem dreiwöchigen Urlaub nach der WM erst einmal für einen Verbleib entscheiden, auch um Manolis Saliakas kamen kürzlich Wechsel-Gerüchte auf. Es bleiben David Nemeth, Adam Dzwigala, Lars Ritzka, Luca Günther (mittlerweile bei St. Paulis U23) sowie die beiden Leih-Rückkehrer Erik Ahlstrand und Scott Banks.
Fünf Ex-St. Pauli-Profis spielen noch in Deutschland
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In Deutschland blieben darüber hinaus fünf weitere Aufsteiger. Hauke Wahl, der zum VfL Wolfsburg wechselte, trifft als einziger in der 2. Liga auf seine alten Teamkollegen. Den Sprung in die Bundesliga schafften Tjark Scheller, der als Stammspieler maßgeblich am Aufstieg des SC Paderborn beteiligt war, Aljoscha Kemlein (Union Berlin) und Philipp Treu (SC Freiburg).
Treu gehört durch das Erreichen des Europa-League-Finals in der vergangenen Saison zu den erfolgreichsten St. Pauli-Abgängen. Hinzu kommt Elias Saad, der nach abgelaufener Leihe zu Hannover 96 offiziell noch beim FC Augsburg unter Vertrag steht, allem Anschein nach aber unmittelbar vor einem Wechsel in die MLS zum Nashville SC steht.
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In der MLS würde er damit einem weiteren Aufstiegshelden Gesellschaft leisten. Dort läuft Marcel Hartel für St. Louis City auf und konnte bislang in 63 Partien 33 Torbeteiligungen für sich verzeichnen. Laut dem Portal transfermarkt.de, das Hartels Marktwert auf vier Millionen Euro beziffert, ist der mittlerweile 30-Jährige zudem der teuerste Spieler aus dem damaligen Aufstiegskader.
Zwei weitere St. Pauli-Aufsteiger sind derzeit ohne Vertrag auf Vereinssuche. Neben dem damaligen Jugendkeeper Kevin Jendrzej sucht auch Karol Mets nach seiner Zeit bei St. Pauli eine neue Herausforderung. Mets wurde zuletzt mit dem VfL Bochum in Verbindung gebracht. Bereits fündig wurde hingegen Nikola Vasilj, den es nach Saudi-Arabien zum Al Diriyah FC.
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Drei Aufsteiger spielen in England, einer traf zum Pokalsieg
Nach St. Paulis Abstieg verabschiedete sich auch Danel Sinani, der in Zukunft in Italiens Serie B für Sampdoria Genua auf Punktejagd gehen wird. In Englands 2. Liga tun das derweil Innenverteidiger Jakov Medic (Norwich City) und Oladapo Afolayan (Blackburn Rovers). Ein Regal höher griff St. Paulis einstiges Toptalent Eric da Silva Moreira mit seinem Wechsel zu Premier-League-Klub Nottingham Forest, wo er jedoch kaum Spielzeit in der Profimannschaft sammeln konnte und auch bei seiner Leihstation beim portugiesischen Rio Ave glücklos blieb.
Afeez Aremu, der in der Aufstiegssaison ohne Einsatz blieb, wechselte im Winter nach zweieinhalb Jahren beim 1. FC Kaiserslautern nach Schottland zum FC Aberdeen, ist dort aber erneut lediglich Ergänzungsspieler. Anders sieht das bei Carlo Boukhalfa aus, der den FC St. Gallen unter anderem zum Schweizer Pokalsieg schoss und auch in der Liga zwölf Tore erzielte.
Ex-St. Pauli-Coach Hürzeler ist eine feste Größe in der Premier League
Johannes Eggestein zog es nach Österreich zu Austria Wien. Dort entwickelte er sich zum Stammspieler und glänzte mit 16 Torbeteiligungen in 29 Spielen. Für die beiden Torhüter Sascha Burchert und Sören Ahlers sowie für die Stürmer Simon Zoller und Andreas Albers war St. Pauli die letzte Station ihrer Profikarriere.
Einen ausgefalleneren Weg ging ein Stürmer-Duo. Der brasilianische Maurides spielte nach dem Aufstieg mit St. Pauli zunächst eine solide Saison in Polen (acht Tore) und will in der kommenden Saison bei Dinamo Batumi in Georgien für Furore sorgen. Für Etienne Amenyido geht es nach zwei eher erfolglosen Jahren bei Preußen Münster in Ungarn beim Ujpest FC weiter.
Den größten Sprung machte derweil wohl kein Spieler, sondern Trainer Fabian Hürzeler, den es in die Premier League zu Brighton & Hove Albion zog. Dort etablierte St. Paulis früherer Erfolgscoach schnell sein System und erreichte mit seinem Team zuletzt die Qualifikation zur Conference League. Große Trainerdiskussionen blieben dem 33-Jährigen weitestgehend erspart.