Stand: 18.08.2026, 14:00 Uhr
Kommentare

Beim Jubiläum des Spangenberger Liebenbachbads katapultierte sich Bürgermeister Andreas Rehm im Anzug vom Sprungbrett. Die Jury vergab einstimmig die Höchstnote für Mut und Wasserverdrängung.
Ein Jahrhundert Erfolg: Seit 1926 trotzt das Spangenberger Freibad tapfer den Launen des nordhessischen Sommers. Grund genug, das beliebte Bad vier Tage lang gebührend zu feiern. Täglich kamen mehr als 1000 Besucher, um das Bad zu feiern. Nach ereignisreichen Festtagen steuerte das Jubiläumswochenende auf seinen spritzigsten Höhepunkt zu: den großen Jubiläums-Arschbombenwettbewerb.

Zum 100. Geburtstag des idyllischen Liebenbachbads setzte die Fachwerkstadt auf maximale Wasserverdrängung und die unbestechliche Macht der Schwerkraft. Für das Spektakel des Tages sorgte niemand Geringerer als Spangenbergs Bürgermeister Andreas Rehm.
Mit entschlossenem Blick stürmte Rehm das Sprungbrett. Was folgte, war kein gewöhnlicher Sprung, sondern ein Verwaltungsakt der besonderen Art: Im Anzug, nicht in Badehose, katapultierte sich der Bürgermeister mit einer beeindruckenden Arschbombe in die Fluten. Die Gischt schoss in die Höhe, und die Jury vergab einstimmig die Höchstnote – für Mut und Dynamik. Ästhetik? Diskutabel. Haltung? Souverän. Wasserverdrängung? Erstklassig.
„Vom Pfarrer über den Bundestagsabgeordneten bis zum Polizeichef aus Melsungen – beim Promi-Wasserball war alles vertreten“, sagt Rehm. „Das zeigt, wie sehr sich die Spangenberger mit ihrem Bad identifizieren. Hier packt jeder mit an, wenn es etwas zu organisieren gibt.“

Als Gritt Heinze aus der Verwaltung, zugleich Vorstandsmitglied des Fördervereins ProAqua, ihm das Programm vorlegte, habe er spontan gesagt: „Da mach ich mit. “
Beim Arschbomben-Wettbewerb traten 30 Teilnehmer an. Die Jury bewertete Wasserverdrängung, Lautstärke beim Eintauchen und Haltung. Am Ende holte Lasse Eggert die meisten Punkte, gefolgt von Levin Brandt.
Seit zehn Jahren führt der Förderverein proAqua mit über 630 Mitgliedern das Bad – ehrenamtlich und mit viel Herzblut. Das Jubiläum war deshalb nicht nur eine Geburtstagsfeier, sondern auch ein Dank an alle, die das Bad am Leben halten. Das Festprogramm bot alles, was Freibadfans lieben: Volleyball, Promi-Wasserball, Juxstaffeln, Schnuppertauchen, Aquafitness, Poolparty und sogar einen Gottesdienst mit Taufen.

Im Förderverein hat sich seit diesem Jahr etwas geändert, wie Peter Tigges sagt: „Wir haben keinen Vorsitzenden mehr. Wir arbeiten als Kollektivorgan und haben die Struktur im vergangenen Jahr angepasst.“ Dass das Bad nach 100 Jahren noch besteht, verdankt es dem Engagement des Fördervereins, der 2005 gegründet wurde, um das Liebenbachbad attraktiver zu machen. 2016 stand das Bad dennoch vor der Schließung. „Das wollte der Verein unbedingt verhindern“, sagt Tigges. Also habe er das Bad von der Stadt übernommen und betreibe es seitdem erfolgreich in Eigenregie – vor allem mit ehrenamtlicher Hilfe. Am Ende des Tages war klar: Das Liebenbachbad mag 100 Jahre alt sein, doch es sprüht vor Leben.
