100 Tage Isolation: Projekt SOLIS100 ist zu Ende

Nach 100 Tagen in Isolation haben sechs Teilnehmer des Forschungsprojekts SOLIS100 die Simulationsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln im Westen Deutschlands verlassen. Die europäische Crew aus drei Männern und drei Frauen im Alter von 26 bis 32 Jahren kehrte nach einer abschließenden Erholungsphase in ihren Alltag zurück.

Ziel der Studie im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) war es, unter extremen Bedingungen die Auswirkungen von Langzeitmissionen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu untersuchen - beispielsweise für Reisen zum Mond oder zum Mars. Die Probanden aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Portugal verbrachten mehr als drei Monate abgeschottet von der Außenwelt in einer beengten Umgebung ohne Sonnenlicht.

14 Wochen ohne frisches Obst

Während der gut 14 Wochen mussten sie mit begrenzten Ressourcen wie haltbarer Nahrung und ohne persönlichen Kontakt zu Familie und Freunden auskommen. Der Alltag war durch wissenschaftliche Arbeit, medizinische Datenerhebungen, ein striktes Sportprogramm und die Instandhaltung der Station geprägt. Kontakt zum Kontrollzentrum bestand überwiegend per Sprechanlage.

Deutschland Köln 2026 | Die Testpersonen verlassen lachend die DLR-Simulationsanlage; im Vordergrund ist eine große Zahl kleiner Metallsterne zu sehen, die möglicherweise als Konfetti in die Luft geworfen wurden
... und streben der wiedergewonnenen Freiheit zuBild: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)/dpa/picture alliance

Laut DLR-Bereichsvorständin Anke Pagels-Kerp sind solche Untersuchungen essenziell, um Astronauten auf die seelischen und körperlichen Strapazen künftiger Missionen zum Mond oder Mars vorzubereiten. Die Studie SOLIS100 dient dabei laut Projektleiterin Amelie Therre der Standardisierung von Daten, um künftige Unterstützungsmaßnahmen für Crews vergleichbar zu machen.

Die Isolation fand in einer Forschungsanlage statt, die weltweit Studien zu extremen Umweltbedingungen ermöglicht. Insgesamt umfasste das Projekt inklusive Vorbereitung und Nachuntersuchung 126 Tage.

Während der einwöchigen Nachphase nach dem Verlassen der Anlage am 1. August wurden weitere Daten zum körperlichen und kognitiven Zustand der Crew erhoben. Das Studienteam kann nun damit beginnen, die über den gesamten Zeitraum - also vor, während und nach der Isolation - gesammelten Informationen auszuwerten, um die Auswirkungen während der Zeit zu ermitteln.

jj/AR (dpa, DLR)