Lautes Grollen reißt Menschen aus dem Schlaf: Erdbeben erschüttert Urlaubsregion in Österreich
Stand: 08.08.2026, 12:54 Uhr
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Schrecksekunde in Tirol: Zu einem Erdbeben der Stärke 3,5 kam es am Samstagmorgen in Tirol. Betten wackeln, Gläser klirren, erste Schäden gemeldet.
Hall in Tirol – Ein lautes Grollen, dann zittert das Bett, die Tasse Kaffee am Frühstückstisch klirrt – und plötzlich ist der Samstagmorgen (8. August) nicht mehr so ruhig wie erhofft. Um 6.42 Uhr im Raum Hall in Tirol die Erde. Die Erschütterung der Stärke 3,5 war offenbar weit über die Stadtgrenzen hinaus zu spüren. Ähnlich war es zuletzt auch bei einem Erdbeben im Osten Österreichs.

„Das Erdbeben wurde im Raum Hall in Tirol sowie im Großraum Innsbruck und den umliegenden Gemeinden von vielen Personen deutlich bis stark verspürt. Viele Menschen erwachten aus dem Schlaf“, berichtet der österreichische Erdbebendienst GeoSphere.
Erdbeben in Tirol reißt Menschen aus dem Schlaf: „Selten so liebevoll wachgeschaukelt worden“
Obwohl das Beben laut Richterskala nur als leicht einzustufen ist, hatte es deutliche Auswirkungen. Viele Menschen in den betroffenen Gemeinden wurden offenbar unsanft geweckt. „Bilder im Wohnzimmer alle schief und auch Sachen am Boden gefallen in Mils“, schreibt ein User auf Facebook. Ein anderer gibt an, „selten so liebevoll im Bett wachgeschaukelt worden“ zu sein. „Mein kleiner Hund ist auf die Terrasse geflüchtet“, heißt es an anderer Stelle, und eine Augenzeugin beschreibt das Beben wie eine „herkommende Welle“.
Bestätigung zu den Berichten gibt es auch von offizieller Stelle. Laut Geosphere war das Erdbeben „häufig von einem lauten Grollen begleitet, Gläser klirrten, Fenster und Möbel rüttelten wahrnehmbar und vereinzelt bewegten sich kleinere Gegenstände.“ Mehr als 1500 Meldungen aus der Bevölkerung gingen laut ORF Tirol bei der GeoSphere ein.
Halls Bürgermeister Christian Margreiter zog gegenüber Radio Tirol Bilanz: „Es hat ja richtig gezittert und gerumpelt, viele haben angerufen und sich wegen möglicher Nachbeben gesorgt. Ein so heftiges Beben gab es in Hall schon lange nicht mehr. Glücklicherweise musste die Gemeinde-Einsatzleitung aber diesmal nicht tätig werden. Es ist also alles glimpflich abgelaufen.“
Drei aktive Bruchlinien unter Innsbruck und Hall
Laut dem Erdbebendienst lag die Herdtiefe bei acht Kilometern. Vereinzelt meldeten Betroffene feine Haarrisse im Verputz – größere Schäden sind bei dieser Magnitude jedoch nicht zu erwarten, so die Einschätzung von GeoSphere-Seismologin María del Puy Papí Isaba. Registriert wurde das Erdbeben auch vom italienischen Erdbebendienst INGV.
Das Beben kommt nicht aus dem Nichts. Wie die Expertin und Leiterin der Seismologie bei GeoSphere Austria gegenüber ORF Tirol: erklärt: „Die Erdbeben ereignen sich entlang der Bruchzonen. Es gibt drei solcher Bruchlinien, die sich im Bereich Innsbruck und Hall in Tirol treffen und die ziemlich aktiv sind.“ Allerdings sind die Erdbeben in der Region in den meisten Fällen nicht schwerwiegend. 2025 erschütterte eine ganze Bebenserie die Region.
Das letzte wirklich verheerende Beben bei Hall ereignete sich dem Bericht zufolge 1670: Damals starben neun Menschen, Gebäude wurden schwer beschädigt, und die Erschütterungen waren bis in die Schweiz und nach Italien zu spüren. Am Supervulkan beim südlichen Nachbarn bebte erst vor Kurzem ebenfalls die Erde, ein Experte rechnet nun schonungslos mit den Behörden ab. (Quellen: GeoSphere Austria, Tiroler Tageszeitung, ORF Tirol, INGV) (jm)