78.000 Euro gefordert: Bankmitarbeiter im Kreis Gießen bewahren Senior vor Telefonbetrug

78.000 Euro gefordert: Bank-Mitarbeiter retten Senior in Hessen vor Betrug

Stand: 17.10.2026, 06:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Mitarbeiter einer Sparkassen-Filiale bewahrten den Mann vor einem hohen finanziellen Verlust. (Symbolbild)

Mitarbeiter einer Sparkassen-Filiale bewahrten den Mann vor einem hohen finanziellen Verlust. (Symbolbild) © Sven Severing/Imago

Im Kreis Gießen sollte ein 74-Jähriger 78.000 Euro Kaution für eine angebliche Freundin zahlen. Aufmerksame Bankangestellte verhinderten die Übergabe.

Kreis Gießen – Ein 74-jähriger Mann aus dem Landkreis Gießen ist am Dienstagnachmittag, 13. Oktober, nur knapp einem hohen finanziellen Schaden entgangen. Ein unbekannter Anrufer hatte den Senior mit einer Schockanruf-Masche unter Druck gesetzt: Angeblich müsse der Mann dringend eine hohe Kaution hinterlegen, um eine nahestehende Freundin vor dem Gefängnis zu bewahren. Diese habe angeblich einen schweren Verkehrsunfall verursacht und drohe nun in Haft zu müssen, falls die Summe nicht sofort gezahlt werde.

Der Anrufer erhöhte im weiteren Verlauf des Gesprächs zunehmend den Druck auf den 74-Jährigen. Schließlich begab sich der Senior zu seiner örtlichen Sparkasse, um sich die geforderte Summe von 78.000 Euro in bar auszahlen zu lassen. Eine Geldübergabe an die Betrüger war zu diesem Zeitpunkt bereits verabredet. Doch Mitarbeiter der Sparkassen-Filiale schöpften bei der hohen Summe und der Ausnahmesituation sofort Verdacht. Sie rieten dem Kunden eindringlich, stattdessen umgehend die Polizei einzuschalten.

Der 74-Jährige folgte dem Rat des aufmerksamen Bankpersonals und verständigte die Beamten. Dank des schnellen und beherzten Eingreifens der Bankangestellten konnte die Geldübergabe und somit der finanzielle Verlust abgewendet werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe und die Anrufer zu ermitteln.

So schützen Sie sich vor Telefonbetrug

Um Kriminellen das Handwerk zu legen, bittet die Polizei um Mithilfe und warnt vor den bekannten Betrugsmaschen:

Der Schockanruf: Täter geben sich am Telefon als Polizisten, Staatsanwälte oder Bankmitarbeiter aus und behaupten etwa, Angehörige hätten schwere Unfälle verursacht oder es lägen Kontounregelmäßigkeiten vor. Im Kern fordern sie stets dringende Geldzahlungen oder Kautionen.

Die PIN-Falle: Unter dem Vorwand, eine Bankkarte sperren oder überprüfen zu müssen, versuchen Betrüger, an die PIN zu gelangen – am Telefon, an der Haustür oder über gefälschte Internetseiten.

Die Abholung an der Haustür: Angebliche Boten oder falsche Polizisten kündigen an, EC-Karten, Bargeld oder Schmuck zur angeblichen „sicheren Verwahrung“ direkt beim Opfer abzuholen.

Die Plünderung: Sobald Betrüger in den Besitz von Karte und Geheimnummer gelangen, heben sie umgehend Bargeld an Geldautomaten ab oder tätigen Einkäufe.

Wichtige Verhaltenstipps der Ermittler:

  • Banken, Polizei und Staatsanwaltschaften fragen telefonisch niemals nach PINs, Passwörtern oder Wertgegenständen und fordern niemals telefonisch zu Geldüberweisungen auf.
  • Sollte sich ein verdächtiger Anrufer melden: Legen Sie sofort den Hörer auf!
  • Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Personen.
  • Wählen Sie im Zweifel sofort die Notrufnummer 110.
  • Sprechen Sie mit älteren Angehörigen über diese Betrugsmaschen und bieten Sie sich als vertrauter Ansprechpartner an.

Kostenlose Präventionsangebote und Beratung bietet die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Mittelhessen.