Stand: 17.10.2026, 06:00 Uhr
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Eine Wildpflanzenmischung aus 33 Arten hat sich auf 250 Hektar im Landkreis Northeim bewährt. Wie gut die Blühflächen wirken, hing dabei auch vom Aussaatzeitpunkt ab.
Northeim – Mehrjährige Blühflächen können die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften fördern und gleichzeitig problematische Unkräuter wirksam unterdrücken. So lautet das Ergebnis einer Studie der Universität Göttingen, die im Rahmen des sogenannten Kooperativ-Projektes erarbeitet wurde. Dabei wurden im Landkreis Northeim auf insgesamt 250 Hektar durch 41 landwirtschaftliche Betriebe 29 Blühflächen angelegt (wir berichteten).
Eingesät wurde eine regionale Blühmischung aus 33 Wildpflanzenarten, wobei die Flächen hinsichtlich ihrer vorherigen Nutzung (entweder Ackerfläche oder bereits bestehende Agrarumweltmaßnahme), ihrer Lage und der dort vorhandenen Lebensräume unterschiedlich waren. Auch der Zeitpunkt der Einsaat wurde unterschiedlich gewählt und fand entweder im Herbst oder Frühjahr statt.
„Besonders erfreulich ist, wie zuverlässig sich die regionalisierte Wildpflanzenmischung unter ganz unterschiedlichen Ausgangsbedingungen etabliert hat“, sagt Julia Lechtenberg, die Erstautorin der Studie, die auf ihrer Masterarbeit basiert. „Die eingesäten Arten konnten sich zunehmend durchsetzen, während problematische Unkräuter insgesamt nur eine geringe Rolle spielten.“
Unter anderem wurde bei der Untersuchung festgestellt, dass auf Flächen, die zuvor für Ackerbau genutzt worden waren, weniger spontane Pflanzen und problematische Unkräuter auftraten als auf Flächen, die bereits für Umweltmaßnahmen genutzt worden waren. Zudem habe die Herbstaussaat im ersten Jahr das Wachsen der eingesäten Arten begünstigt. Bereits im zweiten Jahr seien die Unterschiede zu Frühjahraussaaten jedoch nicht mehr nachweisbar gewesen.
Hinsichtlich der Landschaftsdiversität wurde festgestellt, dass sich die eingesäten Arten besonders gut in strukturärmeren Landschaften etablieren konnten, während in strukturreicheren Landschaften mehr spontan eingewanderte Pflanzenarten vorkamen. Diese hätten die eingesäte Pflanzengemeinschaft ergänzt und somit für eine zusätzliche regionale Pflanzenvielfalt gesorgt.
„Für die Praxis ist entscheidend, dass die Blühflächen nicht nur unter idealen Bedingungen funktionieren“, betont Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie an der Uni Göttingen. „Die Ergebnisse zeigen, dass regionale Wildpflanzenmischungen über unterschiedliche Standorte, Vorkulturen und Aussaattermine hinweg robuste Pflanzengemeinschaften entwickeln und gleichzeitig problematische Unkräuter erfolgreich unterdrücken können. Damit bieten sie eine verlässliche Grundlage für langfristige Agrarumweltmaßnahmen.“
Mehr Arten für die Agarlandschaften
Das Kooperativ-Forschungsprojekt im Landkreis Northeim wird im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert und vom Landvolk Northeim-Osterode, den Universitäten Göttingen und Rostock, vielen Kommunen sowie zahlreichen Landwirten unterstützt. Ziel ist es, durch die Steigerung der Artenvielfalt zum einen die Bestäubung und zum anderen die biologische Schädlingskontrolle in Agrarlandschaften zu fördern.