Nach Tod von Zugbegleiter: Wird der Regionalverkehr ab Januar bundesweit bestreikt?

Nach Tod von Zugbegleiter Wird der Regionalverkehr ab Januar bundesweit bestreikt?

23.08.2026 · 08:53 Uhr

Der Mann, der einen Kontrolleur im Zug Tod prügelte, wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt (Archiv). Die EVG fordert ein höheres Strafmaß für Gewalttaten gegen Zugbegleiter.

Der Mann, der einen Kontrolleur im Zug Tod prügelte, wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt (Archiv). Die EVG fordert ein höheres Strafmaß für Gewalttaten gegen Zugbegleiter.

Foto: Uwe Anspach/dpa/Uwe Anspach

Berlin · Im Februar wurde ein Schaffner bei einer Ticketkontrolle mit Faustschlägen tödlich verletzt. Die Bahngewerkschaft fordert seitdem mehr Sicherheit für Zugbegleiter – und baut jetzt ordentlich Druck auf.

Die Bahngewerkschaft EVG hat mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar gedroht, sollte die Bundesregierung das Strafmaß bei Angriffen auf Zugbegleiter nicht bald verschärfen. „Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch in diesem Jahr in den Bundestag, sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm“, sagte der Gewerkschaftschef Martin Burkert der „Bild am Sonntag“.

„Ein Zugbegleiter wurde vor einem halben Jahr im Dienst getötet und seitens der Politik gab es betroffene Gesichter und große Worte, aber keine Taten. Die Regierung betreibt Arbeitsverweigerung, die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben“, so Burkert. „Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht.“

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte vor kurzem betont: „Sicherheit im Zug ist kein Randthema. Sie ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr.“ Bilger kündigte Gespräche in der Regierung an, um auch bei Angriffen gegen Zugbegleiter zu höheren Strafmaßen zu kommen wie schon für Rettungskräfte.

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, Ralf Damde, sagte der „Bild am Sonntag“: „Es reicht! Statistisch gesehen werden jeden Tag acht Kollegen im Dienst angegriffen. Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt. Wenn das Gesetz weiter Staub im Ministerium ansetzt, verweigern wir als Betriebsräte die Zustimmung zu den Dienstplänen. Der Politik-Stillstand wird dann zum Zug-Stillstand.“

© dpa-infocom, dpa:260822-930-568684/1

Meistgelesen

Mehr zum Thema

Aktuell wichtig