AfD-Bundestagsabgeordneter stellt Strafantrag gegen Fraktionskollegen – und umgekehrt

Rempelei, Beleidigung, Verleumdung: Im Nachgang zum Landesparteitag der nordrhein-westfälischen AfD scheinen die Gemüter erhitzt. Zwei Abgeordnete haben gegeneinander Strafanträge gestellt.

13.07.2026, 16.46 Uhr

AfD-Politiker Matthias Helferich will angegriffen worden sein AfD-Politiker Matthias Helferich will angegriffen worden sein

AfD-Politiker Matthias Helferich will angegriffen worden sein

Foto: Fabian Strauch / dpa / picture alliance

Der Landesparteitag der nordrhein-westfälischen AfD am vergangenen Wochenende hallt nach, und zwar wegen eines innerparteilichen Streits. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich wirft seinem Fraktionskollegen Knuth Meyer-Soltau vor, ihn körperlich attackiert zu haben. Der Machtkampf zwischen den beiden Lagern hinter Helferich und dem Landesvorsitzenden Martin Vincentz, zu dem auch Meyer-Soltau gehört, war beim Parteitag eskaliert.

»Knuth Meyer-Soltau schritt durch meine Sitzreihe. Er führte ein Streitgespräch mit einem anderen Mitglied. Als er sich umdrehte, rempelte er mich auf meinem Stuhl sitzend an und schrie ›Halt deine Fresse, du dummes Arschloch!‹«, sagte Helferich am Sonntag der »Welt« . Auch »Pioneer«  berichtete.

AfD-Abgeordneter Knuth Meyer-Soltau wittert Verleumdung

AfD-Abgeordneter Knuth Meyer-Soltau wittert Verleumdung

Foto: dts-Agentur / picture alliance

»Ich weiß nicht, ob er mich vom Stuhl stoßen wollte. Da er mich aber wutschnaubend beschimpfte, schließe ich eine vorsätzliche Attacke nicht aus«, sagte Helferich. Der Bundestagsabgeordnete stellte einen Strafantrag, wie aus einer E-Mail von Helferich an den Bundesvorstand und den nordrhein-westfälischen Landesvorstand der AfD vorgeht, die der »Welt« vorliegt. »Herr Meyer-Soltau stieß vorsätzlich oder fahrlässig massiv gegen meinen Stuhl und Oberkörper, sodass ich mich nur durch das Festhalten an der Tischkante vor einem Sturz bewahren konnte«, heißt es in dem Strafantrag. Zwei Zeugen werden darin benannt.

An die Parteispitze schreibt Helferich: »Da es im Rahmen der Landeswahlversammlung zu einer Fülle solcher Vorfälle kam, die wahlrechtlich relevant sein könnten, sehe ich den Bundesvorstand in der Pflicht, die Ordnung der Partei zu verteidigen.« Lesen Sie hier , warum Helferich selbst in der eigenen Partei als höchst umstritten gilt und nur knapp einem Parteiausschluss entkommen ist.

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Der von Helferich beschuldigte Meyer-Soltau hat laut »Welt« seinerseits einen Strafantrag gegen Helferich gestellt – wegen des Vorwurfs der Verleumdung. »Der Vorwurf eines tätlichen Angriffs ist in höchstem Maße ehrenrührig und geeignet, den Ruf meines Mandanten in der Öffentlichkeit nachhaltig zu schädigen sowie ihn gesellschaftlich zu diskreditieren«, heißt es demnach in dem Schreiben von Meyer-Soltaus Rechtsanwalt an die Staatsanwaltschaft Dortmund.

Ein Schreiben des Anwalts an Helferich selbst besagt demnach: »Mein Mandant hat Sie zu keinem Zeitpunkt beschimpft oder körperlich angegriffen«. Helferich werde darin aufgefordert, die Behauptung zu unterlassen und eine strafbewehrte Unterlassungsverpflichtungserklärung abzugeben.

czl