ifo-Umfrage: Unternehmen im Wohnungsbau werden pessimistischer

Hausbau im Gegenlicht der Morgensonne

Umfrage des ifo Instituts Die Baubranche wird immer pessimistischer

Stand: 13.07.2026 • 16:46 Uhr

Wohnungsbau-Unternehmen bewerten ihre Geschäftsaussichten so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das liegt auch am Iran-Krieg. Können neue Maßnahmen der Bundesregierung helfen?

"Der Wohnungsbau verharrt in einer Phase der Unsicherheit", erklärt Klaus Wohlrabe vom Münchner ifo Institut. ‌So sank das Barometer ​für das Geschäftsklima im Juni auf minus 31,0 Punkte, von minus 29,5 Zählern im Mai. Nicht nur ihre aktuelle Lage bewerten die befragten Unternehmen schlechter, auch die Aussichten für die nächsten Monate. "Viele Unternehmen sehen derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Belebung ​des Wohnungsbaus", so Wohlrabe.

Unternehmen beklagen Auftragsmangel

Im operativen Geschäft bleibt der Druck hoch: Der Anteil der Unternehmen, die einen Auftragsmangel beklagen, stieg von 42,2 auf 43,7 Prozent. Die Sorgen um die Materialversorgung bleiben bestehen: Fast jedes zehnte Unternehmen berichtete erneut von Engpässen bei wichtigen Vorprodukten.

Ein Grund: der Krieg im Iran. Die Sperrung der für den Welthandel so wichtigen Straße von Hormus, hat unter anderem Energiepreise rasant steigen lassen, was die Inflation nach oben treibt und Materialengpässe verschärft. Viele Investoren und privaten Bauherren halten sich deshalb zurück. Die Stornierungsquote von Projekten verharrt im Juni mit 11,4 Prozent auch auf erhöhtem Niveau.

Die steigende Zahl an Baugenehmigungen war für die Bauwirtschaft eigentlich ein Hoffnungsschimmer. Doch selbst ein Rückgang der Stornierungen würde die fehlenden Neuaufträge nicht ausgleichen, heißt es von den Wirtschaftsforschern.

Neue Wohnungen dringend gesucht

Nach einer Auswertung des privaten Forschungs- und Beratungsinstituts Pestel fehlen derzeit rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland. In diesem Jahr dürften danach bundesweit nur noch 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden, heißt es vom Immobilienverband GdW. Der Bedarf liege aber bei ‌rund 320.000 Einheiten ‌pro Jahr.

Die Politik hat das Problem erkannt. Die Bundesregierung will mit einem dem neuen "Gebäudetyp E" und reduzierten Bauvorschriften helfen. Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit. Experten halten den Ansatz für richtig, mahnen aber, dass er jetzt auch zu Ende gedacht werden müsse. Auch Förderprogramme des Staates müssten angepasst werden. Bislang werde vor allem aufwendige und teure Neubauten gefördert.