Alles wie gehabt: Der FC Bayern dominiert zum Ligastart – und sieht sich nicht in Bestform

Deutsche Liga

Alles wie gehabt: Der FC Bayern dominiert zum Ligastart – und sieht sich nicht in Bestform

Nach dem 5:1 gegen den VfB Stuttgart kommen keine Zweifel über die Dominanz der Münchner auf

Zwei Fußballspieler kämpfen während eines Bundesligaspiels zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart am 28. August 2026 in München um den Ball. Der Spieler in rotem Trikot (Bayern München) und der Spieler in goldenem Trikot (VfB Stuttgart) befinden sich im regenreichen Stadion.
Im strömenden Regen von München setzten die Bayern ein Statement.

München – Am Sonntag wird Jürgen Klopp beim Trainingszentrum an der Säbener Straße in München vorbeischauen. "Kaffee, Kuchen", werde es geben für den neuen deutschen Teamtrainer, "vielleicht eine Leberkässemmel", scherzte Max Eberl. Er finde es schön, ergänzte der Sportvorstand des FC Bayern, dass Klopp vorbeischaue zu einem Austausch. Er glaube, sagte Eberl, "dass Vini", also Vincent Kompany, "ja auch ein Trainer ist, wo auch ein Jürgen Klopp zuhört. Und Jürgen kann genauso gut Vini Ratschläge geben".

Gut gemeinte Hinweise des Bundestrainers an den Trainer des FC Bayern dürften sich allerdings auf ein Minimum beschränken: Die taktische "Evolution", die Kompany angekündigt hatte, war bereits zum Auftakt der 64. Bundesliga-Saison zu erkennen. Es scheint, als legten die Münchner noch einen Gang zu: noch mehr verwirrende Positionswechsel (nicht nur von ÖFB-Legionär Konrad Laimer), noch mehr Laufintensität – und noch mehr Gier. Das 5:1 (1:0) gegen den zunächst aufmüpfigen VfB Stuttgart war eine Demonstration alter und nun verbesserter Stärke.

Acht- oder neunstellig

"Seit ich zurück bin, habe ich einen echten Hunger und den Wunsch gesehen, sogar noch besser zu sein, als wir es im letzten Jahr waren", berichtete Harry Kane, der diesmal ohne Treffer blieb. "Was wir in der letzten Saison oder der Saison davor geleistet haben, ist jetzt bedeutungslos", ergänzte er. "Es geht darum, uns als Mannschaft weiterzuentwickeln, die Messlatte höher zu legen, die Grenzen zu verschieben." Kane will daran noch lange mitwirken - und wird wohl bald seinen Vertrag verlängern.

Alles klappte gegen den zumindest eine Halbzeit lang widerborstigen VfB noch nicht, aber aus Sicht der Gegner schon beängstigend viel. Als "deprimierend" bezeichnete der Stuttgarter Sportvorstand Fabian Wohlgemuth die Niederlage. "Wir hätten", sagte der neue VfB-Kapitän Deniz Undav, "auch acht oder neun kassieren können. Die hören halt nicht auf. Die bewegen sich eklig, kreieren Räume und spielen da auch rein." Der FC Bayern war für den VfB schlicht eine Nummer zu groß – und er droht noch größer zu werden.

"Wenn wir schon zufrieden wären, dann wäre Vincent nicht zufrieden, dass wir zufrieden sind", sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen mit Blick auf den ewig ehrgeizigen Trainer Kompany und betonte: "Wir haben noch ein bisschen was vor!" Die Siege im Supercup in Dortmund (2:1) und nun gegen den VfB aber waren schon mal zwei "Duftmarken" gegen vermeintliche Konkurrenten, wie Eberl frohlockte. Er betonte sogleich: "Das fällt uns nicht in den Schoß!"

Mehrere Spieler des FC Bayern München in roten Trikots jubeln gemeinsam nach einem Tor. Dayot Upamecano steht im Mittelpunkt und wird von seinen Mitspielern, darunter Konrad Laimer, Harry Kane und Alphonso Davies, umarmt und gefeiert. Im Hintergrund sind weitere Spieler und das Stadionpublikum zu sehen.
Der Ex-Salzburger Upamecano eröffente den Torreigen, Ex-Salzburger Laimer gratulierte schnell.

Kimmich fand die Partie viel zu wild

Es gelte, ergänzte der erkennbar vergnügte Münchner Sportvorstand, fortwährend hart zu arbeiten, denn: "Wir wollen weitermachen!" Zunächst am Mittwoch im DFB-Pokal in Osnabrück (20.45/ARD und Sky), danach gegen Schalke 04 - und schließlich in der Champions League mit den Krachern gegen Vorjahresfinalist FC Arsenal, bei Manchester United oder bei Atlético Madrid.

Auch Joshua Kimmich, der vor den Augen von Klopp eine exzellente Leistung zeigte, wollte sich vom gelungenen Auftakt nicht verführen lassen. Dem DFB-Kapitän war die Vorstellung noch viel zu "wild". Von "unserem besten Level sind wir noch ein Stück entfernt", sagte er selbstkritisch. "Perfekt ist es nie", ergänzte Kompany, "aber es war schon beeindruckend".

Das hat auch für das Personal zu gelten, das Kompany zur Verfügung steht. Für Michael Olise, für den starken Minjae Kim, der Jonathan Tah vorgezogen wurde – oder für Ismael Saibari. Der Marokkaner legte nach seiner Einwechslung gleich mal raffiniert das vierte und fünfte Tor durch Pavlovic und Luis Díaz auf. "Er wird noch besser werden", sagte Kane. Noch eine Drohung. Ach ja, auch Lennart Karl ist wieder fit. (sid, red, 29.8.2026)

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