Almbegehung mit 125 Gästen ins Spitzing-Jägerkamp-Gebiet

Stand: 23.08.2026, 08:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Von Alm zu Alm: Von der Jägerbauernalm stiegen die Wanderer nach einer Rast zur Benzingalm ab.

Von Alm zu Alm: Von der Jägerbauernalm stiegen die Wanderer nach einer Rast zur Benzingalm ab. © BBV

Der Bayerische Bauernverband Miesbach hat am Donnerstag seine jährliche Almbegehung durchgeführt. Die Route führte heuer ins Spitzing-Jägerkamp-Gebiet.

Fischbachau – Unter den Wanderern war auch der fränkische Bundestagsabgeordnete Artur Auernhammer (er ist Mitglied des Agrarausschusses) sowie vier neu gewählte Rathauschefs: Thomas Acher aus Miesbach, Stefan Niedermaier aus Rottach-Egern, Florian Pichler aus Irschenberg und Florian Reinthaler aus Schliersee. „Schön, dass sich die Bürgermeister für die Almwirtschaft interessieren“, sagte BBV-Kreisobmann Josef Huber im Nachgang. „Das hat mich sehr gefreut.“

Ausgehend vom Gasthof Mairhofer in Fischbachau-Aurach, ging es mit Bussen auf den Spitzingsattel und zur Spitzingalm. Von dort aus wanderten die Gäste weiter zur Jägerbauernalm. Auf der Schneid hielt die Wandergruppe Mittagsrast und machte Brotzeit. Dritte und letzte Station war die Benzingalm. Anschließend stiegen die Gäste ab zum Ausgangspunkt in Aurach. Im Gasthof Mairhofer gab es zum Abschluss Kaffee und Kuchen.

Für Hans Huber war es die 20. Tour, die er ausgearbeitet hat. Sie sei ähnlich der vor 15 Jahren gewesen und bereits im Winter geplant worden, berichtet Kreisobmann Josef Huber. „Man geht solche Touren, um auf bestimmte Probleme hinzuweisen.“ Und die Probleme auf den Almen seien damals schon die gleichen gewesen, sagte der Kreisobmann. Eigentümer und Bewirtschafter der Jägerbauernalm ist Josef Rummel aus Miesbach, die Benzingalm wird im Auftrag von Klaus Baron aus Weyarn von Josef Thalhammer aus Erlach bewirtschaftet. Die nicht vorhandene Erschließung dieser beiden Almen sei für die Bauern herausfordernd. Auch, weil der Familienverbund heutzutage nicht mehr so groß wie früher sei. Dazu komme der umständliche und kostenverursachende Transport. „Alles, was auf der Alm gebraucht wird, muss mit dem Hubschrauber raufgeflogen werden“, verdeutlicht Huber.

Diese Situation soll sich ändern: Wie berichtet, ist ein Almweg geplant. Vorgesehen ist eine Erschließung über 600 Höhenmeter ab Aurach. Der neue Hauptbau zur Benzingalm misst 1,7 Kilometer (davon 1,3 Kilometer im Naturwald). Ein bestehender Rückeweg von 400 Metern Länge soll ertüchtigt werden. Zweck ist unter anderem der sichere Viehabtrieb, da sich immer wieder Rinder am schmalen Steig verletzen.

Gegen diese Pläne regt sich Widerstand. Noch bis Oktober läuft eine Online-Petition „Rettet den Jägerkamp“. Darin warnt die DAV-Sektion Leitzachtal vor dem geplanten Bau. Die Initiatoren fürchten Beeinträchtigungen eines wertvollen Lebensraums für Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig könnten vermehrt Mountainbiker in das bis dato Wanderern vorbehaltene Gebiet ziehen und damit den Druck noch erhöhen. Die Petition ist an das Landratsamt adressiert und das Quorum bereits erreicht.

Dem Vernehmen nach war auch eine Gruppe der Projektgegner vor Ort. „Wir haben sie nicht getroffen“, sagt Huber auf Nachfrage. Und eine Provokation sei auch nicht beabsichtigt gewesen. „Der gegenseitige Austausch war das Ziel der Tour.“ Die Diskussion um die Erschließung und das Ziel der diesjährigen Almbegehung würden in keinem Zusammenhang stehen, erklärt der Kreisobmann. Eine politische Einflussnahme sei nicht beabsichtigt gewesen.