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Die Band Alphaville, bekannt für ihren Hitsong „Forever Young“, wurde von dem Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring in Baden-Württemberg ausgeladen. Grund dafür seien politische Äußerungen des Sängers Marian Gold. Der 72-Jährige verwies in einem Beitrag auf Facebook auf die Absage, wonach die Veranstalter keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art auf der Bühne dulden. Der Bandmanager teilte mit, dass es sich bei dem Konflikt um Aussagen gegen rechts und für die Demokratie gehandelt habe.

Die Veranstalter erklärten: „Das Verhalten von Alphaville und Marian Gold ist inakzeptabel. Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren.“ Eigentlich hätte die Band am Freitag bei dem Festival auftreten sollen.
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Prominente kritisieren Band-Ausladung und warnen vor Demokratieverlust
Viele Prominente reagierten auf die Ausladung der Band, darunter auch Campino, Frontmann der Toten Hosen. „Letztendlich ist es so, dass wir das schon extrem fragwürdig finden und auch absurd, jemanden auszuladen, der sich gegen die AfD äußert oder gegen Trump oder wie auch immer. Jemand, der stabil ist für die Demokratie“, sagte der 64-Jährige bei einem Konzert in Münster. „Ich finde, da ist eine neue Grenze überschritten und eingerissen.“
Sänger Mateo von der Band Culcha Candela, die am Samstag beim Glücksgefühle-Festival auftreten soll, bewertete die Entscheidung der Organisatoren als ein kompliziertes Verhältnis zur Demokratie, „Level AfD‑Hauptsponsor“. „Leben wir schon in Russland oder ist es noch Deutschland, die BRD, Demokratie?“, fragte er. „Also, gestern waren wir noch Demokratie und Meinungsfreiheit.“ Culcha Candela sage bei jedem Auftritt, was sie von der AfD halte: „Fuck Nazis!“, erklärte der Musiker. „Und das werden wir, falls wir bis dahin nicht ausgeladen werden, auch auf dieser Bühne sagen. Und zwar lauter denn je.“
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SPD-Politiker kritisiert Festival-Entscheidung als „Murks“
Auch aus der Politik gab es Reaktionen. Der Co-Vorsitzende der baden-württembergischen SPD, Robin Mesarosch, sagte in einem Video auf Instagram: „Du kannst nicht nicht-politisch sein, so sehr du dir das wünschst.“ Er verwies auf Sänger Andreas Gabalier, der auf dem Festival auftreten soll und dessen Lieder auch politisch seien, wenn es etwa um Kameradschaft und Eiserne Kreuze gehe. „Es ist vor allem Murks, wenn ein Veranstalter den einen Musiker auftreten lässt, den anderen aber nicht, und dann auch noch behauptet, das wär unpolitisch“, sagte Mesarosch.
„Es ist nicht die Aufgabe von dem Festival-Veranstalter, ganz allein die AfD aufzuhalten“, sagte der Sozialdemokrat. Aber es könne auch niemand so tun, „als wäre man in einem unpolitischen Fantasieraum und das hätte alles nichts mit einem zu tun“. Mesarosch rief Menschen auf, den Veranstaltern zu schreiben, was sie von der Entscheidung halten. „Und die Bitte richte ich auch an die Bands, die in den nächsten Tagen auf dem Glücksgefühle-Festival auftreten.“
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Veranstalter äußern sich nicht zu politischen Künstler-Absagen
Das Festival dauert bis Sonntag. Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski und Veranstalter Markus Krampe organisieren es seit 2023. Auf Nachfragen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem dazu, ob auch mit anderen Künstlern wegen politischer Äußerungen gesprochen worden sei, ob es weitere Absagen von Auftritten gebe oder Besucher ihre Tickets nach der Absage zurückgeben, reagierten die Veranstalter zunächst nicht.
aino mit dpa