Raketen für F-16-Kampfjets: Ukraine hat das nächste große Problem bei der Flugabwehr

Nächstes Problem für FlugabwehrJetzt sollen auch den ukrainischen F-16-Jets die Raketen ausgehen

03.09.2026, 14:24 Uhr

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F-16-Kampfflugzeuge sind das Rückgrat der ukrainischen Luftstreitkräfte. (Foto: AFP)

Die Ukraine hat offenbar nicht nur mit dem Mangel an Patriot-Flugabwehrraketen zu kämpfen, der das Eliminieren von Russlands ballistischen Raketen erschwert. Auch bei Marschflugkörpern und Drohnen - vor allem den Jetgetriebenen - soll es Probleme geben.

In der ukrainischen Luftwaffe gibt es einem Medienbericht zufolge einen Mangel an Luft-Luft-Abwehrraketen für F-16-Kampfflugzeuge. Die von westlichen Partnern bereitgestellten Raketen werden benötigt, um russische Marschflugkörper und Drohnen zu eliminieren. Vor allem gegen die immer häufiger eingesetzten, besonders schnellen Shahed-Drohnen sind die F-16 eine der wenigen Möglichkeiten zur Bekämpfung.

Dem Bericht zufolge konnten ukrainische F-16 bei russischen Luftangriffen mitunter nur auf ihre Bordkanonen zurückgreifen. Bei den effektiveren Luft-Luft-Raketen, die Ziele wie Drohnen und Marschflugkörper mit Suchköpfen anvisieren können, soll es Rationierungen geben. Ein ukrainischer Kommandant des 107. Geschwaders sagte laut dem Medium The War Zone auf einen möglichen Raketenmangel angesprochen: "Ja, das stimmt. Jedes Flugzeug ohne Waffen ist ... nutzlos."

Die Ukraine müsse ihre Bemühungen um Verhandlungen über die Lieferungen von Luft-Luft-Raketen intensivieren, sagte Anatolij Chraptschynskyj, Entwicklungsdirektor eines Rüstungsunternehmens und Reserveoffizier der ukrainischen Luftstreitkräfte, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Unian.

"Warum haben wir nicht genügend Raketen für die F-16? Weil wir sie zum Abfangen von Jet-Shahed-Drohnen einsetzen", so Chraptschynskyj. "Das hat entsprechend zu einer Erschöpfung der Ressourcen geführt. Denn genau darauf hat der Feind gesetzt."

Der Reserveoffizier bestätigte, dass stattdessen regelmäßig die M61 Vulcan-Maschinenkanonen der F-16 eingesetzt werden. Diese sind unpräziser und der Pilot muss oft näher an das Ziel heranfliegen, was die Gefahr erhöht.

Hoffnungen auf den Gripen

Jet-Shahed-Drohnen erreichen bis zu 500 Kilometer pro Stunde. Die Ukraine war mit der Entwicklung von Abfangdrohnen in dieser Geschwindigkeitskategorie nicht schnell genug. Weil bodengestützte Flugabwehrsysteme wie Iris-T selbst sparsam mit ihren Raketen umgehen müssen und es beispielsweise von Gepard-Flugabwehrpanzer zu wenige gibt, benötigt Kiew dringend voll ausgestattete Kampfjets zur Eliminierung der Jet-Shahed-Drohnen.

Chraptschynskyj setzt Hoffnungen in die Lieferung der Gripen-Kampfjets aus Schweden, die aber erst ab dem nächsten Jahr erfolgen soll. Der Beschaffungsprozess müsse beschleunigt werden, sagte der Reserveoffizier Unian. "Denn dann erhalten wir ein europäisches Flugzeug mit Zugang zu europäischen Raketen der MICA-Klasse." Dabei handelt es sich um eine Luft-Luft-Rakete des Rüstungskonzerns MBDA.

Quelle: ntv.de, rog