Klein, faltbar und kurzzeitig 60 Watt
Apples neuer 40W Dynamic Power Adapter mit 60W Max ist nach seinem Deutschlandstart jetzt auch bei Amazon erhältlich. Der Händler verlangt wie Apple 45 Euro. Nachdem unter unserer gestrigen Meldung einige Fragen zur ungewöhnlichen Leistungsangabe aufgekommen sind, lohnt sich ein genauerer Blick auf das kompakte USB-C-Netzteil.

40 Watt oder 60 Watt?
Die Bezeichnung beschreibt im Grunde zwei Betriebszustände. Apple legt den Adapter auf eine dauerhafte Ausgangsleistung von 40 Watt aus, erlaubt aber kurzfristig deutlich höhere Leistungen von bis zu 60 Watt. Das passt insbesondere zum Ladeverhalten eines Smartphones: Ein weitgehend leerer Akku kann anfangs viel Leistung aufnehmen, später wird diese ohnehin reduziert.
Wie das praktisch aussieht, hat ChargerLAB bereits ausführlich gemessen. 40 Watt lieferte das Netzteil im einstündigen Belastungstest problemlos. Selbst 48 Watt lagen eine Stunde lang stabil an. Bei konstant angeforderten 60 Watt griff nach rund 22 Minuten der Temperaturschutz ein und reduzierte die Leistung auf maximal 40 Watt. Nach dem Abkühlen stieg die Ausgabe automatisch wieder auf 60 Watt.
Warum nicht einfach ein 60-Watt-Netzteil?
Genau das ist eine berechtigte Frage. Ein gutes 60- oder 65-Watt-USB-C-Netzteil eines anderen Herstellers kann ein iPhone ebenfalls schnell laden und bietet für Notebook-Nutzer mitunter sogar mehr Dauerleistung. Apples Dynamic Power Adapter besitzt hier keinen geheimen Turbo, der ausschließlich mit Apple-Geräten funktioniert.
Der eigentliche Vorteil liegt in der Baugröße. Apple kombiniert die für Smartphones und Tablets interessante 60-Watt-Spitzenleistung mit einem Gehäuse, das thermisch nur für 40 Watt Dauerlast dimensioniert werden muss. Hinzu kommt Unterstützung für USB PD 3.2 mit AVS. Dabei kann die Spannung zwischen 9 und 20 Volt feiner angepasst werden als bei älteren PowerDelivery-Profilen. ChargerLAB beschreibt Spannungsanpassungen in 0,1-Volt-Schritten.
Apple bewirbt den Adapter vor allem für die schnelle Ladung aktueller iPhones und iPads. Ein iPhone 17 lässt sich laut Hersteller in rund 20 Minuten von leer auf bis zu 50 Prozent bringen. Auch MacBooks können angeschlossen werden, bei Modellen mit höherem Leistungsbedarf ist ein dauerhaft stärkeres Netzteil allerdings die sinnvollere Wahl.
Pins verschwinden komplett im Gehäuse
Für unterwegs hat die neue Europa-Version noch einen ziemlich praktischen Kniff. Die beiden Stifte des Eurosteckers lassen sich in das Gehäuse zurückziehen. Damit stehen beim Transport keine Metallpins hervor, die an anderen Geräten kratzen oder in einer eng gepackten Tasche hängen bleiben können. Gerade in Kombination mit der kompakten Bauform dürfte dies eines der stärkeren Argumente für Apples vergleichsweise teures Netzteil sein.
Wer bereits ein kompaktes 60- oder 65-Watt-GaN-Netzteil besitzt, muss deshalb nicht zwingend wechseln. Wer dagegen einen möglichst kleinen Ein-Port-Lader für iPhone, iPad und gelegentlich das MacBook sucht und Wert auf die versenkbaren Steckerstifte legt, bekommt mit Apples Adapter eine interessante Reiselösung.
Produkthinweis
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wer darüber einkauft unterstützt uns mit einem Teil des unveränderten Kaufpreises. Was ist das?