Im Vorfeld zur Vorstellung des iPhone Duo gab es viele Gerüchte, Apple hätte die sichtbare Bildschirmfalte bei seinem ersten Foldable komplett eliminiert. Nach der offiziellen Präsentation zeigt sich jedoch die Realität. Die Physik lässt sich nicht vollständig überlisten.

Apple
Physik lässt sich nicht besiegen
Auf seiner Keynote diese Woche hatte Apple das iPhone 18 Pro (Max) vorgestellt. Das neue Flaggschiff geriet angesichts der parallelen Präsentation des lang erwarteten iPhone Duo allerdings beinahe zur Nebensächlichkeit. Das erste Foldable des Unternehmens war schon lange zuvor immer wieder in Leaks aufgetaucht. Dabei hielt sich das Gerücht, der Hersteller habe das Problem des sichtbaren Knicks im faltbaren Bildschirm komplett gelöst. Nun steht allerdings fest, dass das nicht ganz der Realität entspricht.
Wie in ersten Hands-on-Videos zu sehen ist, besitzt auch das iPhone Duo im aufgeklappten Zustand eine sichtbare Bildschirmfalte. Apple versteckt den Knick durch bestimmte Materialien, Fertigungstechniken und Komponenten jedoch geschickter als die Konkurrenz.
Cleveres Design
Ein faltbares Display besteht konstruktionsbedingt aus Kunststoff-OLEDs und hauchdünnen Glasschichten. Die organischen Leuchtdioden sind flexibel, aber anfällig für Ermüdungserscheinungen. Um Brüche zu vermeiden, setzen die Ingenieure von Apple auf ein mehrlagiges System. Ein spezieller Klebstoff sorgt dafür, dass die Schichten beim Schließen des Gerätes minimal aneinander vorbeigleiten können. Dennoch führt die ständige mechanische Belastung am Scharnier unweigerlich zu einer Faltenbildung.
Wie unter anderem Tech-Reviewer Brian Tong in seinem YouTube-Video zeigt, wird die Falte je nach Betrachtungswinkel deutlich sichtbar. Apple nutzt allerdings eine matte Nanotextur-Oberfläche für das innere Display, um Lichtreflexionen zu minimieren und so den Knick zu kaschieren. Ein Nachteil zeigt sich bei diesem Vorgehen jedoch bei der Kamera unter dem Display. Da dieser Bereich nicht mattiert ist, hebt sich die integrierte Linse optisch deutlich vom restlichen Bildschirm ab.
Im Video von Brian Tong ist die Falte in der Mitte des Bildschirms zu sehen
Titanplatte und tropfenförmiges Scharnier
Im direkten Vergleich mit dem Samsung Galaxy Z Fold 8 schneidet das iPhone Duo bei der Sichtbarkeit der Falte dadurch besser ab. Beide Hersteller verbauen eine Titanplatte unter dem Display, um die mechanische Spannung zu reduzieren und den Knick weiter abzuflachen. Die Displays sind beide auf etwa 250.000 Faltvorgänge ausgelegt. Selbst wer die Geräte pro Tag also rund 100 Mal auf- und zuklappt, darf laut den Herstellern etwa sieben Jahre mit einem unproblematischen Gebrauch rechnen.
Um das Gerät flach zusammenklappen zu können und die Faltenbildung zu minimieren, verwendet Apple zudem ein tropfenförmiges Scharnier. Das Bauteil lässt den Bildschirm im geschlossenen Zustand in einer leichten Kurve im Gehäuse verschwinden. Der Radius der Kurve ist entscheidend. Fällt er zu eng aus, bricht das Glas oder verformt sich zu stark, was zu einer deutlicheren Falte führt.
Insgesamt hat Apple ein Foldable entworfen, dass die Bildschirmfalte im aufgeklappten Zustand nicht komplett eliminiert, aber den Knick besser kaschieren kann, als die Konkurrenz. Sollte es eine zweite Generation des iPhone Duo geben, dürfte die Falte vermutlich noch einmal unauffälliger werden.
Stört euch ein sichtbarer Knick bei faltbaren Smartphones oder überwiegen für euch die Vorteile des großen Displays? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!
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Zusammenfassung
- Apple hat das erste hauseigene Falt-Smartphone iPhone Duo vorgestelt
- Auch das Display des iPhone Duo hat eine sichtbare Falte im Knick
- Eine matte Nanotextur-Oberfläche kaschiert die Falte geschickt
- Dafür sticht die Kamera unter dem Display optisch deutlicher hervor
- Ein tropfenförmiges Scharnier verringert die mechanische Spannung
- Das faltbare Display ist auf rund 250.000 Faltvorgänge ausgelegt
Siehe auch:
- iPhone Duo vs. iPhone 18 Pro: Diese Features fehlen dem Apple-Foldable
- iPhone Duo & MacBook Neo: Apple bedient sich zweimal bei Microsoft
- iPhone Duo: Apps benötigen Anpassung, sonst sehen sie schrecklich aus
- Apple iPhone Duo: Ultra-teures Falt-Smartphone startet - alle Details
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