Stand: 12.09.2026, 12:31 Uhr
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Die SG Ober-Erlenbach empfängt am Samstag den FC Oberstedten – mit 29 Toren in sieben Spielen im Rücken. Trainer Maximilian Lucas verrät, warum er trotzdem nicht von einem Titelanwärter spricht.
Ober-Erlenbach – Es läuft bei der Mannschaft von Trainer Maximilian Lucas. Nicht erst seit dem jüngsten 5:0-Erfolg beim FV Stierstadt II. Generell machen die Fußballer der SG Ober-Erlenbach als erfolgreiches und treffsicheres Team in der Kreisoberliga Hochtaunus von sich reden. Durch den vierten Erfolg in Serie hat sich die Mannschaft vom Sportpark Wingert hinter Spitzenreiter SG Oberhöchstadt an zweiter Position eingereiht. Und dort vorne, sagt der 36-jährige Übungsleiter, wolle man sich jetzt auch auf Dauer bewegen.
Was gibt‘s Neues beim FC Oberstedten?
„Meine Mannschaft hat sich in den vergangenen Wochen eine richtig gute Ausgangsposition erarbeitet“, blickt FC Oberstedtens Trainer Martin Simunec (42) dem Spiel im Sportpark Wingert entspannt entgegen. Fünf Siege in Folge haben sein Team bis auf Platz vier klettern lassen. Am Donnerstag stand dem FCO noch die Partie bei Teutonia Köppern ins Haus, die mit 4:1 souverän gewonnen wurde. Gleichwohl denke er „nur von Spiel zu Spiel und lasse einfach alles auf mich zukommen“. Selbst wenn ihm Marco Rollow fehlt, der frisch unter der Haube und in „Vorflitterwochen“ ist: Simunec ist insgeheim happy darüber, nicht nur einen Ausnahme-Goalgetter wie Gegner SGO (mit Pierre Hübsch), sondern viele verschiedene Torschützen in seinen Reihen zu haben. „Und wenn selbst unser Keeper Felix Becker sich schon als Torschütze betätigt hat, dann sind wir für jeden unberechenbar.“
Vor der Partie am Samstag (15 Uhr) gegen den FC Oberstedten (4.) unterhielten wir uns mit Lucas, der in Frankfurt-Bonames lebt und im Jobcenter in Bad Homburg tätig ist. Vor seiner Zeit bei der SGO war Lucas (Lieblingsvereine: FC Liverpool, Eintracht Frankfurt) Trainer des TV Burgholzhausen.
Herr Lucas, trainieren Sie mit der SG Ober-Erlenbach einen Titelanwärter?
Man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben. Ich würde daher den Begriff lieber ein wenig umformulieren. Ich trainiere eine Mannschaft, die – wenn sie ihre Leistung abruft – ganz oben mitspielen kann.
Das jüngste 5:0 bei Liganeuling FV Stierstadt II war der vierte Sieg in Folge für Ihr Team. Hat Sie dieser Katapultstart eigentlich selbst überrascht?
Wenn man in eine neue Saison geht, hegt man ja immer gewisse Ambitionen. Dass es schon so früh dermaßen gut läuft bei uns, habe ich erhofft. Da wir jedoch wichtige Ausfälle zu verkraften haben, hätte ich das so allerdings nicht erwartet. Wir konnten uns allerdings von Spiel zu Spiel steigern – daher: ganz großes Lob an die Jungs.
29 erzielte Tore in sieben Spielen – damit kommt die SGO auf einen Schnitt von vier Treffern pro Partie. Zudem führt mit Pierre Hübsch einer Ihrer Spieler die Torschützenliste mit zehn Treffern an. Das führt unweigerlich zu der Frage: Ist Maximilian Lucas ein Verfechter des Offensivfußballs?
Definitiv! Ich bin kein Trainer, der 1:0-Führungen verwaltet. Wie auch ein Jürgen Klopp stehe ich auf Heavy-Metal-Fußball. Und dafür haben wir auch die entsprechenden Leute.
Apropos Pierre Hübsch: Was zeichnet sein Spiel aus? Und was, wenn er mal ausfallen sollte? Wer sind seine Backups?
Pierre wird in zwei Wochen 35. Er ist also schon im gesegneten Fußballer-Alter. Genau deshalb aber weiß er ganz genau, wie und wo er sich auf dem Platz zu bewegen hat. Er spielt mit Köpfchen und Auge, erkennt viele Situationen schneller als viele andere. Durch seine Erfahrung sticht Pierre heraus, doch unser Angriffsspiel ist trotzdem Gemeinschaftsarbeit. Da gilt es unbedingt Javid Tajik, Mashal Nasim Arifi, Matteo Brune und Stefan Jaguzovic zu nennen: Sie haben alle das Zeug dazu, Pierre kurzfristig mal zu ersetzen.
Bei allen Erfolgen – ob in der Liga oder im Pokal, wo mit einem 5:2 gegen Wehrheim/Pfaffenwiesbach der Sprung in Runde zwei gelang – , wo muss Ihr Team trotzdem noch zulegen? Oder gehören Sie zur seltenen Spezies eines rundherum zufriedenen Trainers?
Ein Trainer ist nie zu 100 Prozent zufrieden. Bei uns denke ich da zuallererst an das frühzeitige Killen eines Spiels. Wir müssen den Sack noch eher zumachen, auch wenn das bei unseren jüngsten zwei Spielen schon richtig gut gelaufen ist. Und wir müssen noch zielstrebiger vorgehen. 29 Treffer in sieben KOL-Spielen sind gut – aber noch zu wenige. Weil wir uns Chancen für noch mehr Treffer erspielt haben. Mit der Entwicklung bin ich aber sonst sehr zufrieden. Wir haben eine relativ junge Mannschaft. Der dürfen auch Fehler passieren. Ich habe aber nie den Eindruck, dass meine Jungs mal die Nerven verlieren. Bei einem Gegentor können sie immer ein, zwei Gänge hochschalten.
Am Samstag stellt sich mit dem FC Oberstedten ein Team im Wingert vor, das zuletzt ebenfalls viermal in Serie siegte.
Wir stecken gerade mitten in einer Crunchtime. Stierstadt war Vierter, Oberstedten kommt jetzt als Vierter zu uns. Das sind aber genau die Spiele, für die wir so hart gearbeitet haben. Gegen die können die Jungs zeigen, wo sie in dieser Saison hinwollen.
Dass die Partie bereits am Samstag läuft, hat womit zu tun?
Mit unserer Kerb. Die begann bereits am Freitag. Meine Jungs sind vermutlich schon mal drüber gegangen und haben sich ein, zwei Bierchen gegönnt. Sie wissen aber ganz genau, was sie am Samstagnachmittag erwartet.
Werden Sie gegen Oberstedten Ihre Bestbesetzung aufbieten können?
Leider nicht. Wir werden gleich von mehreren schwerwiegenden Ausfällen geplagt. Etwa Marcel Paszun, der noch an einem Kreuzbandriss knabbert und erst wieder im März ins Training einsteigen kann. Auch Ernad Catovic fehlt – Kreuzband- und Meniskusriss! Moritz Lotz, der ähnlich wie Pierre Hübsch ein Mann für 25 Buden pro Saison ist, muss schon seit Januar wegen einer Knöchelverletzung aussetzen. Edward Becker und Kevin Kalesse hat es mit einem Meniskusriss erwischt. Zudem fehlt Paul Keller, der am Samstag seinen Gesellenbrief bekommt.
Rechnen Sie damit, dass es auf Länge der Saison beim Zweikampf zwischen Ihrer Mannschaft und dem aktuellen Spitzenreiter SG Oberhöchstadt bleibt?
Für mich sind die Oberhöchstädter der ganz klare Meisterschaftsfavorit, nicht zuletzt wegen ihrer tollen Nachwuchsarbeit. Wenn man Meister werden will, muss man sie schlagen – ähnlich wie in der vergangenen Runde den 1. FC-TSG Königstein.
Ihr Tipp für den Samstag?
Ich rechne mit einem engen Spiel und tippe auf ein 2:1 für uns.