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Gestiegene Kerosinpreise infolge des Irankrieges lasten auf dem Ergebnis. In der ersten Jahreshälfte Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 94 Millionen Euro. Die Flüge nach Klagenfurt werden im Winter reduziert.
© APA / Georg Hochmuth
vor 48 Minuten
4. August 2026 um 05:54
Die im Zuge des Irankrieges stark gestiegenen Kerosinpreise haben die Austrian Airlines (AUA) in der ersten Jahreshälfte 2026 tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Um weitere Verluste zu vermeiden, will die Fluggesellschaft unter anderem die „seit Jahren hoch defizitäre Verbindung zwischen Wien und Graz“ streichen, teilte die Lufthansa-Tochter am Dienstag mit. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug in den ersten sechs Monaten 94 Millionen Euro.
In der ersten Jahreshälfte 2025 hatte die Airline bereits einen Fehlbetrag von 44 Millionen Euro verzeichnet. „Der Irankrieg hat uns durch die teils extrem gestiegenen Kerosinkosten sowie die notwendigen Streckenstreichungen enorm getroffen“, sagt AUA-Chefin Annette Mann laut Aussendung. „Höhere Ticketpreise konnten bis Juni nur einen Teil der finanziellen Auswirkungen kompensieren.“
Verbindung Wien-Graz vor dem Aus
Um das Defizit in den Griff zu kriegen, streicht die AUA – wie die Kleine Zeitung exklusiv meldete – ab dem Winterflugplan die Strecke Wien-Graz. Die Entscheidung sei „unter sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Graz getroffen“ worden. Das Unternehmen verweist auf bestehenbleibende Verbindungen von Graz nach München, Frankfurt und Zürich. Auf den Flügen nach München und Frankfurt würden im Winter teils größere Flieger zum Einsatz kommen; nach Zürich soll es pro Woche zwei Verbindungen mehr geben.
Vorerst pausiert werden die Flüge von Wien nach Tiflis, Keflavik und Porto. Auch Spätverbindungen nach Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau, bei denen die Crew am Zielort übernachtet, sollen wegfallen. Hinzu kämen „interne Maßnahmen“, wie zum Beispiel „Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich“.
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Schwarze Zahlen im Gesamtjahr erwartet
Positiver sah die Lage für die Airline auf der Einnahmenseite aus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um vier Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Fluggäste stieg um sechs Prozent auf fast sieben Millionen. Das zweite Quartal (April-Juni) lief für das Unternehmen auch besser als das erste Jahresviertel (Jänner-März). Das EBIT brach auch hier um klare 74 Prozent ein, war mit 18 Millionen Euro aber positiv. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das AUA-Management weiter mit schwarzen Zahlen - dank der „teilweisen Weitergabe der höheren Kosten und der eigenen, internen Kraftanstrengung“.
Trotz Sparmaßnahmen soll die Flottenerneuerung weitergehen. Noch heuer sollen zwei neu Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 787-9 „Dreamliner“ geliefert werden - in Summe sind dann fünf dieser Flugzeuge im Einsatz. Auch ein neuer Airbus A320neo solle im Herbst die Kurz- und Mittelstreckenflotte erweitern. Die Embraer-Maschinen sollen laufend aus der Flotte genommen werden.
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