Autobranche reagiert auf Bericht über mögliches VW-Produktionsende 2031

Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen, 2019

AUDIO: Wie weiter mit der Autoindustrie in Sachsen? (3 Min)

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Stand: 03.09.2026 08:32 Uhr

Die Berichte über die Zukunft des VW-Werks Zwickau waren ein zentrales Thema eines Kongresses der ostdeutschen Autoindustrie in Dresden. Nach Recherchen der "Wirtschaftswoche" soll die Fahrzeugproduktion dort 2031 enden.

von Robin Hartmann, MDR AKTUELL

Die Berichte über ein mögliches Ende der Fahrzeugproduktion bei Volkswagen in Zwickau haben am Mittwoch die ostdeutsche Automobilbranche bei einem Kongress in Dresden beschäftigt. Nach Recherchen der "Wirtschaftswoche" soll der VW-Vorstand beschlossen haben, die Produktion am Standort 2031 zu beenden. Der Nachfolger des Audi Q4 e-tron solle künftig im slowakischen Bratislava gebaut werden. Damit bliebe für Zwickau die zentrale Frage, welche Modelle dort langfristig produziert werden könnten. Eine Bestätigung des Konzerns dafür gibt es bislang nicht.

Branchenkenner sieht Chancen für Zwickau

Beim Kongress in der Dresdner Gläsernen Manufaktur, wo bis Dezember noch der ID.3 vom Band lief, verwies Jens Katzek, Geschäftsführer des Automotive Clusters Ostdeutschland, auf die Stärken des Zwickauer Werks. Die Belegschaft sei erfahren, die Produktionsanlagen modernisiert und wichtige Kostenziele erreicht worden.

Rund 1,2 Milliarden Euro seien in den Umbau des Standorts für die Produktion von Elektroautos investiert worden. Wenn die Wirtschaftlichkeit darüber entscheide, welche Werke langfristig Fahrzeuge bauen, habe Zwickau gute Karten, sagte der Branchenkenner.

Kritik äußerte er an der Art und Weise, wie die Informationen öffentlich geworden sind. Katzek warf den Verantwortlichen vor, die Informationen gezielt lanciert zu haben und so "die Stimmung angeheizt zu haben". Es sei unverantwortlich und könne zu Misstrauen und Skepsis zwischen Werksleitung und Beschäftigten führen.

Mitarbeiter von VW Zwickau zerlegen in der sogenannten Scheidung einen VW ID.3.

Volkswagen vermeidet Stellungnahme

Volkswagen-Sachsen-Chef Danny Auerswald ging auf dem Kongress nicht auf die Medienberichte ein. Er erwähnte sie in seiner Präsentation nicht und beantwortete keine Fragen von Journalisten.

In einer Diskussionsrunde sagte Auerswald lediglich, Zwickau sei ein Fahrzeugwerk und solle ein Fahrzeugwerk bleiben. Zudem werde geprüft, welche "ergänzenden Möglichkeiten es für den Standort geben" kann. Eine konkrete Aussage zur Zeit nach 2031 machte er nicht.

Porsche-Werk hofft auf Audi-Auftrag

Ein Blick nach Leipzig zeigt zugleich, wie über die Verteilung künftiger Modelle im Konzern entschieden wird. Laut Porsche-Werkleiter Gerd Rupp wird geprüft, einen künftigen Audi A8 in Leipzig zu bauen.

Die technische Plattform für das Modell sei bereits vorhanden. Für Leipzig würde das zusätzliche Auslastung bedeuten. Das Porsche-Werk könnte demnach von den aktuellen Umstrukturierungen profitieren. Eine endgültige Entscheidung gebe es jedoch bislang nicht.

Michael Kretschmer, CDU

Ministerpräsident Kretschmer setzt auf Wettbewerbsfähigkeit

Für Zwickau gehe es vor allem darum, im Wettbewerb der Standorte zu bestehen. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte MDR SACHSEN, entscheidend seien Arbeitskosten und Energiekosten. Diese müssten sinken, damit Standorte in Deutschland wettbewerbsfähig blieben.

Es ist vollkommen klar, am Freitag wird nicht über das Ende von Zwickau entschieden. Michael Kretschmer | Ministerpräsident von Sachsen

Zugleich betonte Kretschmer, über die Zukunft des Werks werde nicht kurzfristig entschieden: "Es ist vollkommen klar, am Freitag wird nicht über das Ende von Zwickau entschieden. Es geht darum, dieses Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen." Am Ende würden sich die Standorte durchsetzen, die wirtschaftlich am stärksten seien.

MDR (kav)