AWA-Ammersee ruft zum Wassersparen auf: Verbrauch verdoppelt sich teils an heißen Tagen

Stand: 28.07.2026, 06:48 Uhr

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Wassersprenger im Dauereinsatz: Einen hohen Verbrauch produziert der SC Wörthsee dieser Tage. Hintergrund: Der sanierte und neu angesäte Rasenplatz könne nur so gedeihen, erklärt der Verein.

Wassersprenger im Dauereinsatz: Einen hohen Verbrauch produziert der SC Wörthsee dieser Tage. Hintergrund: Der sanierte und neu angesäte Rasenplatz könne nur so gedeihen, erklärt der Verein. © SC Wörthsee

Die AWA-Ammersee, die fünf Landkreisgemeinden mit Trinkwasser versorgt, ruft angesichts der wiederkehrenden Trockenheit und Hitze zum sorgsamen Umgang auf. An manchen heißen Tagen steige der Gesamtverbrauch auf das Doppelte. Normal duschen solle aber trotzdem jeder.

Landkreis – Die Allgemeinverfügung aus dem Münchner Rathaus vor zwei Wochen war bemerkenswert: Die Landeshauptstadt untersagte mit sofortiger Wirkung das eigenständige Waschen von Fahrzeugen, das Bewässern von Rasenflächen, das Gießen von Gärten untertags und das Abpumpen von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben. Die Verfügung, in der München Geldbußen von bis zu 50.000 Euro androht, gilt vorerst noch bis einschließlich Samstag.

So weit ist es im Landkreis Starnberg nicht. Allerdings reagierten am Montag auch die AWA-Ammersee mit einer Pressemitteilung auf die Lage: „Die anhaltende Trockenheit und die wiederkehrenden Hitzeperioden machen sich auch im Versorgungsgebiet der AWA-Ammersee bemerkbar.“ Also in Andechs, Herrsching, Inning, Seefeld, Wörthsee, Pähl und Wielenbach. Die Grundwasserstände seien derzeit „auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau“. Und der Wasserverbrauch steige an besonders heißen Tagen deutlich an – auf die eineinhalbfache bis teils doppelte Menge gegenüber einem durchschnittlichen Tag.

„Vor allem die gleichzeitige Entnahme großer Mengen in den Abendstunden führt zu Belastungsspitzen bei Brunnen, Hochbehältern und im Leitungsnetz“, heißt es in der AWA-Mitteilung. Gleichzeitig betont Vorstand Maximilian Bleimaier: „Unsere Wasserversorgung ist noch stabil. Es besteht aktuell kein Anlass zur Sorge. Dennoch ist Trinkwasser eine wertvolle Ressource, mit der wir gerade in längeren Trockenperioden bewusst und maßvoll umgehen sollten.“

Nachfragen wegen bewässertem Fußballplatz

Der Fußballrasen beim SC Wörthsee wird seit einiger Zeit intensiv bewässert, was zu Nachfragen aus der Bevölkerung führt. Der Verein gab deshalb über die Homepage der Gemeinde Wörthsee eine Erklärung heraus: Der Rasen werde durch eine Fachfirma kostspielig saniert, eine seit Jahren fällige Maßnahme, heißt es. „Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, wurden die Unebenheiten mit einem speziellen Humus/Sandgranulat ausgeglichen“, schreibt der Sportclub. Der Platz wurde mit zwölf Zentimeter tiefen Löchern versehen – zur Belüftung und damit er Wasser besser aufnehmen kann. Damit das neu angesäte Saatgut keimen könne, müsse die Oberfläche gerade untertags feucht gehalten werden. „Diese Maßnahme war nur von Mitte Juli bis Mitte August möglich, da es zu dieser Zeit kein Training und keinen Spielbetrieb auf diesem Fußballplatz gibt“, rechtfertigt sich der Verein gegenüber den Bürgern. Das „intensive Angießen“ sei unbedingt notwendig. Der Schlusssatz der Erklärung: „Der SC Wörthsee ist sich der aktuellen Trockenheit in der Hitzeperiode und der Notwendigkeit des Wassersparens bewusst.“

Etwas Sensibilität und ein verantwortungsvoller Umgang „helfen bereits, Verbrauchsspitzen zu reduzieren und unsere regionalen Wasservorkommen langfristig zu schützen“, sagt Bleimaier. Es gehe nicht um die übliche Nutzung im Haushalt, ums Trinken von Leitungswasser, ums Kochen und Duschen. Dafür stehe Trinkwasser „weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung“.

Die AWA bitten Bürger aber, „unnötigen oder übermäßigen Verbrauch zu vermeiden“. Beispiel: „Bei der Bewässerung von Rasenflächen sollte Wasser möglichst effizient eingesetzt werden. Dabei ist aufgefangenem Regenwasser aus Regentonnen oder Zisternen grundsätzlich der Vorzug vor Trinkwasser zu geben. Bewässert werden sollte zudem bevorzugt in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, damit nicht ein großer Teil des Wassers durch Sonneneinstrahlung verdunstet, sondern tatsächlich bei den Pflanzen ankommt.“ Und wer sein Auto waschen will, solle in die Waschanlage fahren. Dort werde das eingesetzte Wasser aufbereitet, mehrfach verwendet und anschließend fachgerecht behandelt.

Die AWA-Ammersee beobachteten die Entwicklung der Grundwasserstände, Fördermengen und täglichen Verbräuche. „Sollte sich die Situation wesentlich verändern, werden die Mitgliedsgemeinden und die Bevölkerung frühzeitig informiert“, heißt es. Die Telefonnummer für Rückfragen: 0 81 52/91 83 33. Weitere Infos finden sich auf www.awa-ammersee.de.

Starnberg und Gilching: Alles im grünen Bereich

Das Wasserwerk Starnberg habe sich in Ansprache mit der Stadt bewusst gegen einen öffentlichen Aufruf zum Wassersparen entschieden, erklärt Werkleiter Thomas Rami auf Nachfrage des Starnberger Merkur. Gleichwohl erachtet er derartige Appelle als „nicht unrichtig“ und will das Thema nicht verharmlosen. Ramis Argumentation: Die Verbräuche würden sich bislang nicht oder kaum von denen vorheriger Sommer unterscheiden. Dass die Starnberger ihre Gärten bewässern, „merken auch wir“, sagt er. Aber der Effekt schlage nicht so durch wie in ländlicheren Gefilden der Region. Rami: „Wir befürchten keine Engpässe und sind weit von einer kritischen Situation entfernt.“

Ähnlich klingt Tobias Resch, Wassermeister der Gemeindewerke Gilching. Der Verbrauch in Gilching steige an heißen Tagen schon mal auf das Eineinhalbfache. Der Umgang mit der wertvollen Ressource müsse sorgsam sein, aber Anlass für einen öffentlichen Sparaufruf sieht auch Resch für den Gemeindebereich in der aktuellen Situation nicht.