„Fehlt uns allen“: Verstorbene Biathlon-Ikone Laura Dahlmeier hat Platz in den Herzen

Stand: 28.07.2026, 06:46 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Biathlon-Ikone Laura Dahlmeier starb genau vor einem Jahr am Laila Peak – noch heute denken viele an sie. Für die Familie sind es keine leichten Tage.

München – Thomas Huber wird den 28. Juli 2025 nie vergessen. Der Abenteurer war im pakistanischen Choktoi-Gebiet unterwegs, als Laura Dahlmeier – unweit von ihm – am Laila Peak (6096 m) in einem Steinschlag verunglückte. „Es fühlt sich manchmal an, als wäre es erst gestern gewesen, und sie ist immer noch in unserem Leben, so präsent“, sagt der 59-Jährige.

Zu Ehren von Laura Dahlmeier wurde diese Gedenkstätte im Partenkirchner Kurpark eingerichtet, der heute ihren Namen trägt.

Zu Ehren von Laura Dahlmeier wurde diese Gedenkstätte im Partenkirchner Kurpark eingerichtet, der heute ihren Namen trägt. © Dominik Bartl

Heute wird der Berchtesgadener auf seiner Expedition in der gleichen Gegend „innehalten“ und „ihrer gedenken“, statt einen Gipfel zu erklimmen. In Garmisch-Partenkirchen wird ein Gottesdienst für sie abgehalten. „Die Laura“, sagt Huber, „fehlt uns allen“. Auch der erfahrene Alpinist konnte die Verunglückte weder retten, noch bergen.

Dokumentation gibt neue Einblicke in Tod von Laura Dahlmeier

Die Unglücksstelle war zu schwer zu erreichen, das Risiko, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, zu groß. Dahlmeiers letzte Ruhestätte blieb der Berg, so wie sie es sich gewünscht hatte. Darüber, dass die ehemalige Biathletin und Doppel-Olympiasiegerin sofort tot war, herrscht Einigkeit. Über die Zeit davor gibt eine ServusTV-Dokumentation nun neue Einblicke.

„Das Wetter war so wechselhaft. Wir hatten vielleicht zwei Stunden Sonne pro Tag, sonst nur Regen. Im Basecamp kamen ständig Lawinen runter, dazu Steine und Eis“, erzählt die spanische Bergsteigerin Maria Martin. Sie habe versucht, Dahlmeier und ihre Seilpartnerin Marina Krauss, vom Aufstieg abzuhalten. Ohne Erfolg. Dabei galt die 31-Jährige, die ausgebildete Bergführerin und Mitglied der Bergwacht war, als risikobewusst.

Marina Krauss hatte die Bedingungen beim Start als gut bezeichnet, auch die Wettervorhersage war in Ordnung. Doch dann veränderte sich die Lage, der Schnee wurde weicher, das Duo drehte um und wurde auf 5700 Meter trotzdem vom Steinschlag erwischt. „Wenn wir eine halbe Stunde früher dran gewesen wären, dann wären wir auch sicher runtergekommen“, so Kraus. Dahlmeier wusste, dass es auch „das nötige Quäntchen Glück“ braucht, „damit ich immer wieder heil nach Hause komme“.

Das Schicksal hatte vor einem Jahr andere Pläne. „Zuerst sahen wir nur das Zelt, dann haben wir Lauras leblosen Körper am Seil hängen sehen. Rund um sie herum war der Schnee völlig schwarz, von all dem Fels und Schlamm und Dreck, der die Wand herunterkam“, erzählt der Franzose Alan Rousseau, der mit Huber zum Rettungsteam gehörte.

Biathlon-Ikone Laura Dahlmeier fehlt

Lukas Wörle wollte den Laila Peak, an dessen Fuße ebenfalls eine kleine Gedenkstätte eingerichtet wurde, schon 2022 besteigen. „Aber damals sind wir abgereist, weil eine Schlammlawine über das Basecamp gerollt ist. Da war es brutal heiß, es hat auf über 6000 Metern geregnet“, so der Tiroler Alpinist, der für die Doku erneut an den Berg reiste. Dieses Mal fand das Team extrem viel Schnee vor und sah erneut von einem Gipfelversuch ab.

Für die Familie Dahlmeier sind es keine leichten Tage. Der Wirbel um ihre Tochter brachte gehörig Aufregung ins Leben von Papa Andreas und Mama Susi, die schon seit längerer Zeit getrennt leben. „Wir sind froh, dass ein bisschen Ruhe eingekehrt ist“, so Andreas Dahlemeier. „Wir sind müde.“ Am Gottesdienst wird die Familie nicht teilnehmen.

Auch Maren Hammerschmidt benötigte Zeit, um den Tod ihrer früheren Zimmerkollegin zu verdauen. Im Weltcup reiste Dahlmeier, die dem Buddhismus zugeneigt war, oft mit einem Palo Santo („heiliges Holz“). Sie habe „an diesen inneren Frieden geglaubt“. Zündet Hammerschmidt jetzt ein Palo Santo an, erinnert sie der Geruch an ihre Freundin. Die Laura, sie fehlt. Ihren Eltern, Bruder Pirmin, Thomas Huber, Maren Hammerschmidt. Und vielen anderen.