(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso und Lance Stroll werden beim Aserbaidschan-Grand-Prix in Baku von den letzten Startplätzen ins Rennen gehen. Beide Aston-Martin-Piloten erhalten Grid-Strafen, nachdem ihr Team weitere Komponenten der Honda-Antriebseinheit in ihre Autos eingebaut hat.

© LAT Images
Fernando Alonso und Lance Stroll starten am Samstag aus der letzen Reihe Zoom
Download
Alonso setzt in Baku seinen fünften Verbrennungsmotor und seinen fünften Turbolader ein. Zudem kommt ein neunter Satz weiterer Komponenten zum Einsatz. Da der Spanier bei Motor und Turbolader erstmals das erlaubte Kontingent überschreitet, erhält er jeweils eine Strafe von zehn Plätzen. Für die weiteren Komponenten kommen fünf weitere Plätze hinzu.
Bei Stroll werden ein sechster Turbolader, eine siebte Batterie, eine sechste Steuerelektronik und ein achter Satz weiterer Komponenten verbaut. Da der Kanadier das jeweilige Kontingent bei allen vier Komponenten bereits überschritten hatte, erhält er jeweils eine Strafe von fünf Plätzen. Insgesamt summieren sich die Strafen damit auf 20 Startplätze.
Aston Martin nimmt Strafen in Kauf
Da Fahrer bei einer Grid-Strafe von mehr als 15 Plätzen ohnehin ans Ende des Feldes versetzt werden, haben die zusätzlichen Strafplätze bei Stroll keine praktische Auswirkung. Beide Aston-Martin-Fahrer hatten bereits im Saisonverlauf Strafen wegen zusätzlicher Antriebskomponenten erhalten. Die Zuverlässigkeitsprobleme von Honda hatten dazu geführt, dass das Team das erlaubte Kontingent von vier Motoren nicht einhalten konnte.
Teamchef Mike Krack erklärt, dass Aston Martin gemeinsam mit Honda bewusst nach einem passenden Zeitpunkt für die zusätzlichen Komponenten gesucht habe. Baku sei angesichts der erwarteten Wettbewerbsfähigkeit des Teams als geeigneter Ort ausgewählt worden.
"Wir standen darüber die ganze Zeit mit Honda im Austausch. Aufgrund der Schwierigkeiten, die wir zu Beginn der Saison hatten, sind wir bereits durch ziemlich viele Komponenten gegangen. Deshalb wussten wir, dass wir im Laufe der Saison oder im späteren Saisonverlauf einige Änderungen vornehmen müssen", erklärt Krack.
"Und dann sucht man sich aus, wo es am sinnvollsten ist, sie einzusetzen. Natürlich versucht man immer, sie dort einzusetzen, wo man erwartet, am wenigsten konkurrenzfähig zu sein. In den Gesprächen mit Honda sind wir zu dem Schluss gekommen, dass dies wahrscheinlich ein gutes Rennen dafür ist."
Grid-Strafen beeinflussen Motivation
Krack betont zugleich, dass die Strafen die Stimmung innerhalb des Teams beeinflussen können. Besonders die Aussicht, unabhängig vom Qualifying-Ergebnis ohnehin von hinten starten zu müssen, erschwere es, die maximale Spannung aufrechtzuerhalten.
"Das Hauptproblem ist der menschliche Faktor. Denn die Motivation bekommt einen Dämpfer. Man weiß sofort, von wo aus man starten wird. Das Qualifying ist immer sehr intensiv. Man versucht immer, sein Bestes zu geben und für das Qualifying auf dem Höhepunkt zu sein", sagt der Aston-Martin-Teamchef.
"Und wenn man dann hört, dass man so viele Strafen hat, nimmt das etwas Spannung heraus. Dadurch ist es etwas schwieriger, alle vollständig zu motivieren. Aber wenn das Wochenende beginnt und man in seine Routinen kommt, wird es besser", so Krack weiter.
Alonso verliert Trainingszeit wegen Ölproblem
Auch sportlich verlief der Donnerstag für Aston Martin in Baku schwierig. Alonso und Stroll belegten in der zweiten Trainingssession die letzten beiden Positionen. Bereits in FP1 war lediglich Cadillacs Valtteri Bottas langsamer als die beiden Aston-Martin-Piloten.
Alonso kam in FP2 zudem nur auf neun Runden. Der Spanier musste seinen AMR26 vorzeitig abstellen, nachdem am Auto ein mögliches Ölproblem festgestellt worden war. Krack bestätigte den Verdacht nach der Session.
"Wir hatten etwa nach einem Drittel der Session ein Problem. Wir haben Öl festgestellt und müssen jetzt herausfinden, worum es genau geht. Aber ich glaube nicht, dass es etwas Schlimmes ist. Wir müssen es einfach reparieren. Es war allerdings nicht genug Zeit, um es auseinanderzunehmen", erklärt Krack.
Krack gibt Entwarnung
Auch später gab der Teamchef Entwarnung: "Wir hatten dort ein Problem. Wir müssen jetzt genau überprüfen, wo es liegt und was wir dagegen unternehmen müssen. Aber ich bin sicher, dass wir es reparieren können."
Meistgelesen in unserem Netzwerk
- Motorrad
"Verrückt und unfair": Ärger über viele Bulega-Tests mit 850er-Ducati - Motorrad
Gigi Dall'Igna zu Marquez/Acosta: "Die besten Fahrer sind derzeit keine Italiener" - GP Aserbaidschan
Baku-Donnerstag: Russell-Bestzeit und Hamilton-Verwarnung - Formel 1
Baku: Fernando Alonso und Stroll müssen ans Ende der Startaufstellung
Für Aston Martin geht es damit am weiteren Rennwochenende nicht nur darum, die Folgen der Grid-Strafen zu minimieren. Nach dem schwierigen Trainingsauftakt muss das Team zugleich die Ursache für Alonsos Ölproblem klären und die Abstimmung der beiden Autos verbessern.