Festnahmen bei Pro-Palästina-Demo in Berlin am 7. Oktober

Dann zogen die Demonstranten durch Kreuzberg, bis die Polizei die Demo »wegen wiederholt zahlreicher Verstöße gegen die Auflagen und erheblicher Gefährdung der öffentlichen Sicherheit« beendete.

Pro-Palästina- und Klimaaktivistin Greta Thunberg bei Protest in Berlin

Pro-Palästina- und Klimaaktivistin Greta Thunberg bei Protest in Berlin

Foto: Annette Riedl / dpa

Teilweise terrorverherrlichende Parolen

Bei der Demonstration riefen die Teilnehmer in Sprechchören etwa: »Viva, viva Palästina« oder »There is only one solution. Intifada Revolution«. Intifada bezeichnet Aufstände von Palästinensern gegen die israelische Besatzung Ende der Achtziger- und Anfang der Nullerjahre mit zahlreichen Angriffen und Selbstmordanschlägen, mit vielen Toten auf beiden Seiten.

Auch terrorverherrlichende Parolen wie »Glory to the resistance« (»Ruhm dem Widerstand«) wurden laut »Tagesspiegel«  am Jahrestag des Hamas-Terrorangriffs gerufen. Auf einem großen Plakat stand »One genocide does not justify another« (Deutsch: »Ein Genozid rechtfertigt nicht den anderen«). Die Polizei begleitete den Zug an allen Seiten.

Demonstrierende in Berlin

Demonstrierende in Berlin

Foto: Annette Riedl / dpa

Symbole der Hamas auf der Demo

Am späteren Abend stoppte die Polizei die Demonstration. Polizeisprecher Nath erklärte, es habe aus dem Demonstrationszug Straftaten gegen Polizisten gegeben wie Schubsen und Tritte, vereinzelt auch Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten. Laut Polizei gab es über 30 Festnahmen wegen des Verwendens verbotener Kennzeichen, etwa von Symbolen der Terrororganisation Hamas.

Aufgerufen wurde zu der Demonstration im Vorfeld in den sozialen Medien mit einem Plakat, auf dem ein Bulldozer abgebildet ist, der einen Stacheldrahtzaun durchbrochen hat. So waren auch Hamas-Kämpfer vor drei Jahren von Gaza nach Israel gelangt. »Until total liberation« stand dazu, »bis zur vollständigen Befreiung«.

Zu Beginn der Demo stand auf der anderen Seite der Straße ein Dutzend Menschen mit israelischen Flaggen. Ein Demonstrant trug ein Transparent mit der Aufschrift »Schämt euch«. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot am Startpunkt der Demonstration vertreten, die zum Hermannplatz in Neukölln ziehen sollte.

Mehr zum Thema

  • 4 Min

  • 12 Min

  • 15 Min

Bei dem Massaker der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 wurden rund 1200 Menschen getötet und 251 in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte darauf mit einer militärischen Offensive im Gazastreifen. Sie führte zu einem lang anhaltenden Krieg, bei dem Zehntausende Menschen getötet wurden.