Verteidigungsminister Boris Pistorius macht in Berlin Wahlkampf mit Steffen Krach. Er geht davon aus, dass die Ermittlungen gegen Krach zur Entlastung führen werden.
Quelle: DIE ZEIT, dpa,
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Aktualisiert am 14. September 2026, 20:31 Uhr
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5 KommentareVerteidigungsminister Boris Pistorius unterstützt seinen Parteikollegen Steffen Krach trotz der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn. »Ich kenne Steffen Krach jetzt seit 15 Jahren oder so. Ich vertraue ihm«, sagte Pistorius bei einem gemeinsamen Wahlkampftermin in Berlin. Er gehe davon aus, »dass es am Ende kein Ergebnis geben wird, was ihn in irgendeiner Weise belastet«, sagte Pistorius.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Krach unter anderem wegen des Anfangsverdachts auf Vorteilsannahme in zwei Fällen. Krach, der für die SPD als Spitzenkandidat bei der Berlin-Wahl am kommenden Sonntag antritt, wies die Vorwürfe zurück. In einem weiteren Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der wettbewerbsbeschränkenden Absprachen bei Ausschreibungen gegen Krach.
Pistorius will Vorgehen der Staatsanwaltschaft nicht bewerten
Pistorius betonte, er wolle die Maßnahmen der Justizbehörden in Niedersachsen nicht bewerten. Jeder könne sich seine Meinung bilden, »ob und warum und wieso jetzt, zehn Tage vor der Wahl – und dafür gibt es Gründe oder auch nicht«. Krach hatte es als belastend bezeichnet, dass mitten im Wahlkampf gegen ihn ermittelt werde.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt seit dem 3. September gegen Krach. Am vergangenen Mittwoch war das bekannt geworden – elf Tage vor der Wahl. Ermittler durchsuchten mitten in der heißen Wahlkampfphase Krachs Berliner Wohnung, Büroräume in Hannover und die Zentrale der Berliner Landes-SPD. Sie beschlagnahmten laut Staatsanwaltschaft Datenträger und sein Handy, die nun ausgewertet werden.
Krach war 2021 zum Regionspräsidenten der Region Hannover gewählt worden. Im Sommer 2025 folgte er dem Ruf der Berliner SPD, um die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus zu übernehmen, und ließ sich im März 2026 von seiner Tätigkeit in Hannover beurlauben.