Brandenburg: Sprengvorrichtung an Umspannwerk gefunden

Blick auf die Kraftwerksblöcke im Kraftwerk Jänschwalde.

Stand: 01.09.2026 • 14:43 Uhr

In Brandenburg sind in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde Medienberichten zufolge Sprengvorrichtungen gefunden worden. Die Polizei spricht von möglicher Sachbeschädigung an einer Leitung. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

Am Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg sind übereinstimmenden Medienberichten zufolge Sprengvorrichtungen gefunden worden. Dort wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt.

Die Polizei teilte mit, es sei heute gegen 8.00 Uhr eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt worden. "Spuren werden gesichert", sagte die Sprecherin. Entschärfer seien vor Ort. Es gebe jedoch keine Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Eine Polizeisprecherin teilte mit, es handele sich um eine "unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung" an einer Leitung in Turnow-Preilack. Die Polizei nehme den Vorfall "sehr ernst".

Polizei widerspricht Bericht über Raketen

Das Landeskriminalamt (LKA) hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Die Sprecherin widersprach vorherigen Berichten über den Einsatz von Raketen. "Wir reden hier nicht von Raketen", erklärte sie.

Die Märkische Allgemeine hatte berichtet, Einsatzkräfte vor Ort hätten mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden und diese entschärft. Dem Blatt liege ein Foto vor, das eine solche Vorrichtung unklarer, mutmaßlich selbstgebauter Bauart zeigen soll.

Wie der Netzbetreiber 50Hertz dem rbb sagte, war die Stromversorgung trotz des Vorfalls nicht unterbrochen. Es habe eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung gegeben, mittlerweile seien aber alle Leitungen wieder in Betrieb.

Mehrere Anschläge im Großraum Berlin

Im Januar hatten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Geschäfte und Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom.

Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten "Vulkangruppen", die als Ziel den Kampf gegen Kapitalismus angaben. Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen großen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt.

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