Stand: 19.07.2026, 06:00 Uhr
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Am 6. September können die Helsaer Bürger nur für oder gegen Andreas Schönemann stimmen. Die CDU hat in ihrem Kommunalwahlprogramm geschrieben, dass sie mit dem SPD-Bürgermeister weiterarbeiten will.
Helsa – Zack, so schnell sind fünfeinhalb Jahre rum und damit auch bald die erste Amtszeit von Andreas Schönemann als Bürgermeister der Gemeinde Helsa. Die Wahl ist nicht mehr weit, am 6. September stimmen die Helsaer Bürger für oder gegen ihn – eine Alternative zu dem SPD-Mann gibt es nämlich nicht. Wir sprachen mit ihm im Sommerinterview über die anstehende Wahl, seine Sommerpläne und was ihn zurzeit beschäftigt.
In zwei Monaten ist wieder Bürgermeisterwahl in Helsa. Sind Sie aufgeregt?
Schon, aber es geht. Ich habe mich reingehängt und glaube schon, dass ich meinen Job in den vergangenen sechs Jahren ganz ordentlich gemacht habe. Aber ob das auch die Bürger so sehen, wird sich zeigen. Ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung, denn die Wahl wird auch ein Spiegelbild davon sein, wie zufrieden die Helsaer mit meiner Arbeit sind und ob sie bereit sind, mich mit ihrer Stimme zu unterstützen.
Grund zur Sorge müssen Sie ja eigentlich nicht haben, schließlich sind Sie der Einzige, der am 6. September auf dem Stimmzettel steht. Warum hat Helsa keine Wahl?
Warum sich niemand als Gegenkandidat aufstellen lässt, darüber kann ich nur mutmaßen. Ich hoffe, dass es in erster Linie daran liegt, dass man meine bisherige Arbeit schätzt. Dass zum Beispiel die CDU in Helsa weiterhin mit mir zusammenarbeiten will, hat sie in ihrem Kommunalwahlprogramm geschrieben. Das ist nicht selbstverständlich und schon etwas Besonderes für mich. Aber die Bürgerinnen und Bürger haben ja eine Wahl. Sie können mich wählen oder auch nicht.
Wie sieht Ihre Wahlkampfstrategie aus?
Für klassischen Wahlkampf habe ich als Amtsinhaber leider nicht die Zeit. Meine Arbeit als Bürgermeister muss ja weiterlaufen, die Verwaltung und ich sind mit etlichen Projekten und dem täglichen Wahnsinn beschäftigt. Wer aus einem anderen Beruf heraus Bürgermeister werden will, kann Urlaub für den Wahlkampf nehmen. Ich kann das zurzeit nicht. Aber meine Tür steht für die Bürger immer offen und das Angebot wird auch genutzt.
Wenn Sie wiedergewählt werden, wartet viel Arbeit auf Sie. Ein großes Thema ist die Sanierung des Saals des Königs von Preußen. Dieses Jahr soll er fertig werden. Klappt das?
Nein, das sieht derzeit leider nicht danach aus. Wir warten noch auf statische Berechnungen, da wir zusätzlich noch eine Lüftungsanlage integrieren müssen. Das war vorher nicht geplant. Das ist eben so, wenn man im Bestand und nicht neu baut. Wir werden aber alles versuchen, damit der Karneval im Saal stattfinden kann. Stand jetzt klappt das auch.
Welche anderen Projekte werden in den nächsten Monaten für die Gemeinde Helsa wichtig?
Die Modernisierung der Kläranlage, unsere Straßen und deren künftige Finanzierung, das Feuerwehrhaus in Helsa passt nicht mehr zu den heutigen Anforderungen, und das Feuerwehrhaus in Eschenstruth soll energetisch saniert werden. Die kommunale Wärmeplanung, die künftige Gestaltung unserer Spielplätze. Und natürlich die Sanierung der B 451 – das ist zwar kein Gemeindeprojekt, aber uns beschäftigt die damit einhergehende Vollsperrung sehr. Wenn ich so überlege, fallen mir darüber hinaus noch viele Dinge ein. Ich denke, für eine mögliche weitere Amtszeit meinerseits gibt es genug zu tun.
Hat die Sanierung der Straße zwischen Helsa und Wickenrode das Thema Glasfaserausbau als nervigstes aller Zeiten abgelöst?
Nein, das hat die Straße auf keinen Fall geschafft. Die Sache ist temporär und der Zeitpunkt, an dem die geplante Vollsperrung vorbei sein wird, absehbar. Der stockende Glasfaserausbau und der ganze Ärger damit beschäftigen die Verwaltung dagegen seit Jahren. Es sind immer noch einige Häuser nicht angeschlossen und es ist noch keine offizielle Projekt- und Bauabnahme erfolgt.
Was war für Sie das Highlight dieses Jahr?
Die 900-Jahr-Feier für Eschenstruth. Es geht nicht nur um die Veranstaltungen an sich, sondern vor allem auch um den großen Zusammenhalt der Vereine über Ortsteilgrenzen hinaus. Dass sich alle gegenseitig helfen, zeigt sich bei solch großen Festen immer wieder. Das ist sehr schön und zeichnet unsere Gemeinde aus.
Was machen Sie jetzt im Sommer, haben Sie Reisepläne?
Meine Familie fährt ohne mich in den Urlaub. Ich bekomme das leider dienstlich nicht hin und würde mich nicht wohlfühlen, wenn ich jetzt in die Ferien fahren würde. Die Wahl steht an, die Sanierung der B 451 beginnt mitten in den Sommerferien. Ich bin mal kurz drei Tage weg und fahre mit meinem jüngeren Sohn nach Köln, das hat er sich gewünscht. Mein nächster richtiger Urlaub ist dann erst nach der Wahl im September.
Zur Person
Andreas Schönemann (48) ist in Eschenstruth aufgewachsen. Dort lebt er mit seiner Frau und den zwei gemeinsamen Söhnen. Vor seiner Karriere im Helsaer Rathaus, die 2021 startete, arbeitete der ausgebildete Verwaltungsfachangestellte und Informatik-Betriebswirt bei den Kommunalen Versorgungskassen in Kassel als Fachbereichsleiter. Im Herbst wird er für eine zweite Amtszeit kandidieren.
Die schnellen Sieben
Mit welchem Satz wollen Sie mal in der Gemeindechronik stehen?
Richitg gut wird etwas, wenn Menschen mehr machen, als sie müssen.
Wenn Ihre Gemeinde ein Promi wäre: Welcher und warum?
Deniz Undav. Er ist im Fußball ein Hoffnungsträger und hat sich von ganz unten aus eigener Kraft nach oben gearbeitet.
Welche App würden Sie auf Ihrem Handy am meisten vermissen?
Die Mein-Ort-App.
Was ist Ihr größter Hot-Take, also Ihre kontroverseste Meinung?
Ananas gehört nicht auf Pizza.
Wenn Sie nicht in Eschenstruth leben würden – wo würden Sie dann leben?
In Frankreich an der Atlantikküste.
Was ist Ihr größtes Laster?
Kartoffelchips.
Wenn Sie nur heute unendlich viel Geld hätten, was würden Sie sich kaufen?
Einen ruhigen Rückzugsort, um zwischendurch mal verschnaufen zu können.