Deutsche Börse hebt nach starkem Quartal Ziele abermals an
Die Kursturbulenzen an den Finanzmärkten geben der Deutschen Börse anhaltenden Rückenwind. „Darüber hinaus sehen wir einen strukturellen Trend, der für uns zunehmend an Bedeutung gewinnt“, sagte Jens Schulte, der Finanzchef des Börsenbetreibers, am Dienstag. „Immer mehr Vermögen von institutionellen und privaten Anlegern in Europa fließt in kapitalmarktbasierte Anlageprodukte.“ Beides wirke sich positiv auf die Handelsvolumina aus. Daher hob er zum zweiten Mal binnen weniger Monate die Gesamtjahresziele an.
Die Deutsche Börse erwartet nun für 2026 Nettoerlöse von mehr als 6,5 Milliarden statt der zuvor angepeilten mehr als 6,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn dürfte ebenfalls um 100 Millionen Euro auf rund 3,9 Milliarden Euro steigen. Im abgelaufenen Quartal wuchsen die Nettoerlöse um 13 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis um 16 Prozent auf 978 Millionen Euro.
Diese Zahlen stießen bei Anlegern auf ein positives Echo. Die Aktien der Deutschen Börse stiegen im Frankfurter Späthandel um 0,6 Prozent.
Anthropic macht offenbar 80 Milliarden Dollar Verlust
Das KI-Start-Up Anthropic hat im ersten Halbjahr einem Zeitungsbericht zufolge einen Nettoverlust von mehr als 80 Milliarden Dollar verbucht. Im Vorjahreszeitraum habe das Minus noch bei 13 Milliarden Dollar gelegen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf einen vorläufigen Börsenprospekt. Der Großteil des Verlusts in Höhe von 72 Milliarden Dollar gehe auf Bilanzierungseffekte zurück. Diese resultierten aus Wertänderungen von Wandelanleihen und anderen Finanzinstrumenten, die das Unternehmen zur Kapitalbeschaffung ausgegeben habe. Eine Stellungnahme von Anthropic lag zunächst nicht vor.
Batteriehersteller CATL enttäuscht – Aktie elf Prozent im Minus
Das Gewinnwachstum des chinesischen Batterieunternehmens CATL hat sich im dritten Quartal wegen des schärferen Wettbewerbs und einer Abkühlung des chinesischen Automarktes deutlich verlangsamt. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,5 Prozent auf 21,2 Milliarden Yuan (rund 3,17 Milliarden Dollar), wie der weltgrößte Hersteller von E-Auto-Batterien am Dienstag mitteilte. Das war der geringste Anstieg seit fast zwei Jahren. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge mit einem Plus von gut 40 Prozent gerechnet. Der Umsatz kletterte um 58,6 Prozent auf 165,2 Milliarden Yuan, verfehlte jedoch ebenfalls die Prognosen von Fachleuten.
Der schärfere Konkurrenzkampf spiegelt sich vor allem im Heimatmarkt wider. Branchendaten zufolge fiel der Marktanteil von CATL in China bei der Installation von Batterien von 49,8 Prozent im Januar auf 40,9 Prozent im September. Der Rivale BYD steigerte seinen Anteil im gleichen Zeitraum von 17,4 Prozent auf 21,1 Prozent. Weltweit konnte CATL seine Vormachtstellung jedoch ausbauen. In den ersten acht Monaten des Jahres stieg der globale Marktanteil auf 39,4 Prozent von 37,7 Prozent im Vorjahr, während der Anteil des zweitplatzierten BYD sank.
Adidas bekommt 200 Millionen Euro US-Zölle zurück
Der Sportartikelhersteller hat im dritten Quartal 2026 so viel verdient wie noch nie in einem Jahresviertel. Laut vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal stieg der Umsatz um neun Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis sprang um 37 Prozent und kletterte über die Marke von einer Milliarde Euro. Adidas-Chef Bjørn Gulden sprach laut einer Pressemitteilung von einem großartigen Quartal.
Der Konzern aus Herzogenaurach erhöht aufgrund der Rekordzahlen seine Prognose für das Jahr 2026. Zudem kann Adidas sich über eine Erstattung von 200 Millionen Euro an US-Zöllen freuen. Die endgültigen Ergebnisse für das dritte Quartal will Adidas am 29. Oktober veröffentlichen.
Ausschreitungen in Frankreich treffen Carrefour
Die französische Supermarktkette Carrefour hat wegen der Unruhen im Land ihre Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Dazu berichtet die Nachrichtenagentur dpa wie folgt:
Die Unruhen halten aus Sicht des Konzerns Kunden fern, untergraben das Vertrauen der Verbraucher und erhöhen die Kosten. „Unsere Unternehmensgruppe sieht sich in Frankreich mit einer beispiellosen Situation konfrontiert“, sagte Konzernchef Alexandre Bompard laut Mitteilung. Es herrsche „große Unsicherheit“ hinsichtlich der Entwicklung der Konsumausgaben und der Bedingungen, unter denen die eigenen Filialen wieder öffnen können, mahnte er. „Da wir nun in die entscheidende Jahresendphase für den Einzelhandel eintreten, hat diese Situation erhebliche Auswirkungen auf die Konsumausgaben - die ohnehin schon durch steigende Energiekosten unter Druck stehen“, sagte er.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie dürfte in diesem Jahr nur stabil bleiben oder leicht wachsen, teilte der Konzern in Paris mit. Bisher hatte der Händler mit einem „hohen einstelligen Wachstum“ gerechnet. Zudem kappte Carrefour seine Ziele für 2026 unter anderem mit Blick auf die Marge des wiederkehrenden Betriebsergebnisses und die Investitionsausgaben.
Am Wochenende waren landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Frankreich von schweren Ausschreitungen und Plünderungen begleitet worden. Auch in der Nacht zu Montag blieb die Lage, etwa in Paris, angespannt. Nach den schweren Ausschreitungen wurden örtlich begrenzte Ausgangssperren verhängt. Die Protestbewegung der Gelbwesten rief zu neuen Demonstrationen für diesen Samstag auf. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu kündigte eine umfangreiche Mobilisierung der Polizei an.
Ryanair: Ticketpreise in Europa könnten so stark steigen wie noch nie
Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet im kommenden Jahr mit dem historisch stärksten Anstieg der Flugpreise in Europa. Wegen gestiegener Kerosinkosten und eines geringeren Angebots an Sitzplätzen könnten die Ticketpreise um zehn bis 20 Prozent zulegen, sagte O'Leary am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Der Irankrieg habe die Treibstoffpreise drastisch in die Höhe getrieben. Während die Fluggesellschaften für das laufende Jahr noch weitgehend abgesichert seien, fehle dieser Schutz ab April 2027 weitgehend.
Ryanair selbst habe für das nächste Jahr 15 Prozent seines Treibstoffbedarfs zu einem Preis von 85 Dollar je Barrel abgesichert, während der aktuelle Marktpreis doppelt so hoch liege. Zudem dürften Pleiten und Übernahmen in der Branche das Angebot an Flügen verknappen.
O'Leary kündigte in Brüssel zudem eine deutliche Reduzierung des Angebots in Belgien an. Für den Winterflugplan streiche die Fluggesellschaft 20 Verbindungen und damit mehr als eine Million Sitzplätze. Hintergrund ist die geplante Erhöhung der belgischen Luftverkehrsabgabe von derzeit zwei Euro auf sieben Euro ab Januar. Wegen hoher Standortkosten hat der Billigflieger auch sein Angebot in Deutschland und Österreich reduziert.
Qualcomm kündigt Stellenabbau an
Der US-Chiphersteller Qualcomm will nach einer schwachen Geschäftsentwicklung weltweit Stellen streichen. Ziel sei es, eine „stärkere Leistungskultur“ aufzubauen, schrieb Firmenchef Cristiano Amon in einer Reuters vorliegenden Mitteilung an die Belegschaft. Ab November sollen die betroffenen Mitarbeiter benachrichtigt werden. Wie viele Stellen wegfallen, ging aus dem Schreiben nicht hervor. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Amon erklärte in dem Schreiben, bei der Entscheidung über den Stellenabbau würden geschäftliche Prioritäten, organisatorische Erfordernisse sowie die vorhandenen Fähigkeiten und Fachkenntnisse berücksichtigt werden. „Mit der Ausweitung unseres Geschäfts haben sich auch die Kompetenzen und Fähigkeiten verändert, die wir benötigen“, schrieb er.
Der Konzern, einer der weltgrößten Entwickler von Smartphone-Chips, leidet unter einer Flaute beim Verkauf von Unterhaltungselektronik. In seinem jüngsten Ergebnisbericht Ende Juli prognostizierte Qualcomm einen Quartalsgewinn unter den Markterwartungen. Zudem teilte das Unternehmen mit, dass die Umsätze mit Produkten für Apple schneller zurückgehen würden als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig signalisierte Qualcomm, dass das Wachstum in den Bereichen Rechenzentren und anderen Geschäftsfeldern außerhalb des Smartphone-Marktes die Umsatzverluste bis zum Geschäftsjahr 2027 mehr als ausgleichen werde.
Galeria bekommt wichtigen Kredit
Die insolvente Warenhauskette Galeria hat Zugriff auf einen wichtigen Kredit für ihr Weihnachtsgeschäft. Das Unternehmen teilte in Düsseldorf mit, dass eine Vereinbarung mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers über ein sogenanntes Massedarlehen unterzeichnet worden sei. So ein Kredit wird in Insolvenzverfahren aufgenommen, um den Geschäftsbetrieb des angeschlagenen Unternehmens aufrechtzuerhalten. Der Kreditgeber rückt in der Liste der Gläubiger nach oben, sein Risiko ist also verhältnismäßig gering.
Die erforderlichen Beschlüsse des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses lägen vor. Die Vereinbarung sei ein weiterer wichtiger Schritt zur Stabilisierung des operativen Geschäfts. Die Finanzmittel stünden dem Unternehmen nun zur Verfügung, wodurch Galeria wieder „deutlich mehr Spielraum“ habe. „Damit ist der kontinuierliche Warenzufluss gesichert“, hieß es in der Firmenmitteilung. Die Prüfung und Freigabe von Zahlungen im Rahmen der üblichen Prozesse sei wieder möglich. Kunden können den Angaben zufolge Gutscheine ab sofort wieder einlösen und neu kaufen.
Galeria hat unlängst abermals einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist offen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will das Filialnetz unter die Lupe nehmen und dabei jedes Warenhaus einzeln auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit abklopfen.
Die bisherigen Eigentümer, die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz, hatten Galeria im Sommer 2024 übernommen. Handelsexperten und Verdi kritisierten jüngst wiederholt, sie hätten zu wenig Geld investiert.
Verkehrsminister wollen Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer
Die Verkehrsminister der Länder wollen ein bundesweites Ticketangebot für Gelegenheitsfahrer im öffentlichen Nahverkehr schaffen. Es gehe um ein Angebot „für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter räumlicher Geltung analog zum Deutschlandticket“, zitierte die Düsseldorfer „Rheinischen Post“ aus einer Beschlussvorlage für die am Mittwoch beginnende Verkehrsministerkonferenz.
Den Vorschlag haben dem Bericht zufolge Nordrhein-Westfalen und Hamburg eingebracht: Ihnen schwebt ein smartphonebasierter „In/Out-Tarif“ vor: Fahrgäste checken per Handy ein und wieder aus. „Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket“, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) der Zeitung.
Sein Bundesland soll demnach die konkrete Ausgestaltung erarbeiten. Mit dem Angebot „eezy.nrw“ habe Nordrhein-Westfalen bereits gezeigt, wie es funktioniert, sagte Krischer weiter. „Der digitale Tarif wählt immer den günstigsten Preis pro Strecke aus. Außerdem ist der Monatsbetrag gedeckelt, sodass es nie teurer wird als mit einem Deutschlandticket.“ Dieses kostet derzeit 63 Euro im Monat, im Januar steigt der Preis auf 66,80 Euro.
Die Verkehrsminister der Länder treffen sich am Mittwoch und Donnerstag im bayerischen Schwangau. Auf dem Programm stehen vor allem kritische Finanzierungsfragen rund um den öffentlichen Nahverkehr: Die Belastung für die Verkehrsunternehmen durch die Schienenmaut und eine mögliche Anhebung der Regionalisierungsmittel.
ABB baut Elektrifizierungs-Geschäft in Asien aus
Der Elektrotechnikkonzern ABB kauft weiter zu. Der Schweizer Konzern gründet ein Gemeinschaftsunternehmen mit der japanischen Mitsubishi Electric, in das dessen ausgegliedertes Produktgeschäft für Niederspannungs-Energieverteilung eingebracht wird, teilte ABB am Dienstag mit. Es werde sich auf Niederspannungsangebote für Märkte in Asien konzentrieren. Für umgerechnet rund 495 Millionen Dollar erwerbe ABB eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem neu formierten Unternehmen. Zudem übernehme der Siemens-Rivale die damit verbundenen Vertriebsaktivitäten von Mitsubishi Electric für Niederspannungs-Energieverteilungsprodukte außerhalb Japans komplett. Die Transaktion werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen. ABB habe mittelfristig eine Option auf eine vollständige Übernahme der verbleibenden Anteile.
Gleichzeitig legte ABB den Abschluss des dritten Quartals vor. Getrieben vom Boom beim Bau von Rechenzentren kletterte der Auftragseingang um 40 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal hatte ABB ein Bestellungsplus von bereinigt 28 Prozent verbucht, im ersten Quartal von 24 Prozent. „ABB hat einen Auftragsrekord erzielt und die operative Performance mit starkem Cashflow und hoher Kapitalrendite verbessert“, erklärte Konzernchef Morten Wierod. Im größten und profitabelsten Geschäft Elektrifizierung schoss der Auftragseingang im Sommer gar um 70 Prozent hoch. Die Sparte, die unter anderem Schaltanlagen, Steckdosen und Umspannwerke produziert, ist die Wachstumslokomotive von ABB. So kurbeln auch die Milliardeninvestitionen in den Bau von neuen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz das Geschäft an. Hier liefert ABB unter anderem Ausrüstung für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.
Der konzernweite Umsatz zog um 14 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar an. Dank des starken Elektrifizierungsgeschäfts verbesserte sich die operative Gewinnspanne (Ebita) auf 20,8 Prozent. Analysten hatten einer vom Unternehmen selbst erhobenen Umfrage zufolge mit einem Umsatz von 9,7 Milliarden Dollar und einer operativen Marge von 20,5 Prozent gerechnet. ABB hob den Ausblick für das Gesamtjahr leicht an. Neu peilt der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozent-Bereich an. Die operative Marge solle sich im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 270 Basispunkte erhöhen.
Steyr Motors im Visier von Red Cat
Der amerikanische Drohnenentwickler Red Cat Holdings schielt nach dem österreichischen Motorenhersteller Steyr Motors. Im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots für sämtliche Aktien werden 39,00 Euro je Anteilschein in bar geboten. Der Steyr-Motors-Schlusskurs an der Wiener Börse lag am Freitag bei 30,50 Euro, der Börsenwert bei 160,30 Millionen Euro.
Red Cat ist ein Anbieter von Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit. Nach Mitteilung von Red Cat unterstützt der Ankeraktionär B&C-Gruppe das Übernahmeangebot für den mehrheitlich im Streubesitz stehenden Technikkonzern.
Im Sommer waren schon Übernahmegespräche zwischen Red Cat und Steyr Motors bekannt geworden, die damals noch zu keinem Ergebnis geführt hatten. Das oberösterreichische Unternehmen gehört zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge, maritime Anwendungen sowie Hilfsaggregate für Kampfpanzer und Lokomotiven.
Falls Red Cat die Übernahme von Steyr Motors gelingt, will das US-Unternehmen nach eigenen Angaben Steyr als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und weiter ausbauen. Der Vorstandsvorsitzende von Steyr-Motors-Chef Julian Cassutti befürwortet die geplante Übernahme: „Ich unterstütze diesen Schritt und beabsichtige, meine eigenen Steyr-Aktien ebenfalls im Rahmen des Angebots anzudienen.“
VW plant offenbar, Gehälter bis 2030 einzufrieren
Der kriselnde Autobauer Volkswagen will laut einem Medienbericht weltweit die Gehälter vieler seiner Beschäftigten bis 2030 einfrieren. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt, geht dies aus internen Unterlagen hervor, die dem Blatt vorliegen.
Der Verzicht auf Lohnerhöhungen könnte für die Betroffenen wegen der Inflation den Angaben zufolge einen realen Einkommensverlust von rund zehn Prozent bedeuten. Die Pläne könnten somit weitere Einschränkungen für die 275.000 Beschäftigten des Konzerns in Deutschland bedeuten.
Die Zeitung berief sich bei ihren Angaben auf interne Unterlagen, in denen der vom Vorstand beschlossene Zukunftsplan Group Target Picture für das internationale Management aufbereitet wird. Darin sei von einer „Neuausrichtung“ der internationalen Tarifverhandlungen die Rede.
Die ab dem vierten Quartal geltenden neuen Richtlinien für die Verhandlungen sehen demnach einen „Pay freeze until 2030“ vor, ein Einfrieren der Gehälter bis 2030 durch „Aussetzen von Lohnerhöhungen“. Zu den Richtlinien zähle auch die Reduzierung variabler Vergütungsanteile, spezieller Zahlungen und Vorteile sowie ein Abbau von Stellen.
Wenn die Richtlinien umgesetzt werden, würden die Rahmenbedingungen in den einzelnen Teilen des VW-Konzerns berücksichtigt, heißt es laut „SZ“ in den Papieren. Alle Marken, Regionen und Betriebe sollten aber den Unterlagen zufolge einen „angemessenen“ Beitrag zu den Einsparzielen leisten, schreibt die Zeitung. VW erklärte demnach auf Anfrage, man äußere sich nicht zu „solchen Spekulationen“.
Volkswagen steckt wie andere deutsche Autobauer derzeit in einer tiefen Krise. Der Aufsichtsrat hatte Anfang September beschlossen, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen zu streichen, zusätzlich zu dem schon vereinbarten Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen. Zudem stehen vier Werke in Deutschland ab 2031 bis 2034 auf der Kippe.
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