Anthropic-Chef warnt UN-Sicherheitsrat vor KI-Gefahren für die Menschheit
Führende Vertreter der Technologiebranche haben den UN-Sicherheitsrat vor den wachsenden Gefahren durch Künstliche Intelligenz (KI) gewarnt. „Wenn sie schlecht verwaltet wird, glaube ich sogar, dass KI ein Risiko für die gesamte Menschheit darstellen könnte“, sagte der Chef des Entwicklers Anthropic, Dario Amodei, am Mittwoch vor dem 15-köpfigen Gremium. Neben Amodei sprachen OpenAI-Chef Sam Altman und der Mitbegründer von Hugging Face, Clement Delangue. Altman forderte eine internationale Zusammenarbeit. Die wichtigsten Entscheidungen dürften nicht allein von Laboren in San Francisco getroffen werden, sondern müssten durch demokratische Prozesse gestaltet werden. Der kanadische KI-Pionier Yoshua Bengio bezeichnete die Gefahren als real und unmittelbar.
Regierungen weltweit ringen um die Frage einer Aufsicht über die sich rasant entwickelnden KI-Systeme. Die USA und China als dominierende Akteure sind sich uneins darüber, ob die Technologie globale Leitplanken benötigt oder weitgehend den Marktkräften überlassen werden sollte. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag vor der UN-Vollversammlung jegliche Versuche abgelehnt, ein globales Kontrollsystem für KI zu errichten. Die USA würden das Wachstum einer Technologie nicht bremsen, die größer als die industrielle Revolution werde, sagte Trump. „Wir werden sie fördern, nicht zügeln.“ Das US-Justizministerium werde die Entwicklung jedoch genau beobachten.
Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping treffen sich am Donnerstag in Washington. Sie wollen dabei über ein Meldesystem für KI-Vorfälle sprechen, die die nationale Sicherheit berühren.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres drängt seit langem auf eine globale Regulierung der Künstlichen Intelligenz. Er warnt davor, dass die rasanten Fortschritte Risiken bergen, die nicht ignoriert werden dürften. Damit steht er im Gegensatz zu Trumps Kurs. Der UN-Sicherheitsrat hatte sich erstmals 2023 mit den Risiken von KI befasst. China hatte damals erklärt, die Technologie dürfe nicht zu einem ungezügelten Pferd werden. Die USA warnten ihrerseits vor dem Einsatz von KI zur Zensur oder Unterdrückung von Menschen.
Deutschland und Indien wollen gemeinsam U-Boote bauen
Deutschland und Indien stehen kurz vor dem Abschluss eines milliardenschweren Rüstungsabkommens. Die Verträge für den gemeinsamen Bau von sechs U-Booten müssten nur noch unterzeichnet werden, sagte der deutsche Botschafter in Indien, Jasper Wieck, am Mittwoch vor Journalisten. Demnach soll der deutsche Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems(TKMS) gemeinsam mit dem staatlichen indischen Unternehmen Mazagon Dock Shipbuilders die U-Boote für die indische Marine fertigen.
Von deutscher Seite aus könne das Abkommen "morgen" unterzeichnet werden, sagte Wieck. Jetzt müsse nur noch die indische Seite final zustimmen. Die Regierung in Neu Delhi hat sich bislang nicht zum Stand der Verhandlungen geäußert.
Das Abkommen könnte lokalen Medienberichten zufolge rund acht Milliarden US-Dollar wert sein und es Indien ermöglichen, seine in die Jahre gekommene Flotte russischer U-Boote zu ersetzen. Das Land ist einer der größten Waffenimporteure der Welt. Im vergangenen Jahr hatte das indische Verteidigungsministerium angekündigt, bis 2033 Rüstungsaufträge im Wert von mindestens 100 Milliarden Dollar neu zu vergeben.
Für TKMS wäre es ein weiterer Milliardenauftrag: Im Juli hatte Kanada entschieden, seine neue U-Boot-Flotte von dem in Kiel ansässigen Hersteller bauen lassen zu wollen. Für den Marineschiffbauer ist dies der größte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte. (AFP)
Windkraft-Betrüger Hendrik Holt in Dubai verhaftet
Die Flucht des Windkraft-Betrügers Hendrik Holt ist zu Ende. Nach Informationen der F.A.Z. ist Holt am Dienstag in Dubai festgenommen worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Osnabrück auf Anfrage. Holt war seit Ende August auf der Flucht. Er war in Berlin seit Oktober 2024 im offenen Vollzug und kehrte im August von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt nicht zurück. Seither wurde nach ihm gefahndet.
Holt war 2022 vom Landgericht Osnabrück zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt worden wegen bandenmäßigen Betrugs, Bestechung und Urkundenfälschung. Er hatte unter anderem angebliche Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft, die nur auf dem Papier existierten. Mehrere ausländische Energiekonzerne fielen auf diesen Schwindel und gefälschte Dokumente herein und schlossen Projektverträge mit Holts Unternehmensgruppe ab. Zudem hatte Holt ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen.
Der heute 36 Jahre alte Holt galt einst als unternehmerisches Wunderkind aus dem Emsland. Im Frühjahr 2020 erfolgte seine spektakuläre Festnahme im Berliner Nobelhotel Adlon. Die Ermittler beschlagnahmten mehrere Luxuslimousinen, Schmuck und Bargeld.
Flixtrain bestellt neue Hochgeschwindigkeitszüge
Beim Fernzugunternehmen Flixtrain sollen bald auf wichtigen Strecken dichtere Takte angeboten werden - etwa auf der Strecke Hamburg-Berlin. Im Laufe des Jahres 2027 sollen die grünen Züge des Konzerns zwischen diesen beiden Metropolen im Stundentakt unterwegs sein, sagte Flixtrain-Chef Matthias Müller auf der Mobilitätsmesse Innotrans in Berlin. Die Fahrzeit werde dabei schneller sein als bei den ICE-Zügen des Wettbewerbers Deutsche Bahn.
Flixtrain plant bis 2028 etwa eine Verdoppelung der bisherigen Flotte, die bislang aus 16 Zügen besteht. Die zusätzlichen Züge sollen über mehr Komfort verfügen als die bisherigen. Es handelt sich dabei auch um umgerüstete gebrauchte Fahrzeuge.
Ab 2028 wächst die Flotte dann deutlich stärker - mit nach und nach 65 neu bestellten Hochgeschwindigkeitszüge vom Hersteller Talgo. Damit plant Flix eine deutliche Expansion auf dem deutschen Markt. Einen ersten fertigen Wagon stellte Flix auf der Innotrans vor.
Ziel sei, in Deutschland ein weiteres Fernverkehrsnetz aufzubauen und dabei auch kleinere Städte und Mittelzentren anbinden, sagte Flix-Konzernchef André Schwämmlein. Bislang ist Flixtrain vor allem auf einzelnen lukrativen Fernverkehrsstrecken zwischen den großen Metropolregionen vertreten. Ab 2028 soll dann auch der Großraum München ans Fernverkehrsnetz angeschlossen werden, etwa mit einer Verbindung nach Berlin.
In den Ausbau der Flotte investiert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund 2,4 Milliarden Euro. Flix ist bisher der größte Wettbewerber der Deutschen Bahn im Fernverkehr. Der bundeseigene Konzern dominiert den Markt aber weiterhin mit einem Anteil von rund 95 Prozent. Ab 2028 plant auch das italienische Zugunternehmen Italo den Einstieg in den deutschen Fernverkehrsmarkt. Die Bundesnetzagentur hat dafür die Regeln für die Trassenvergabe geändert. Die Deutsche Bahn muss künftig mindestens ein Viertel der Trassenkapazitäten auf hochbelasteten Strecken an Wettbewerber vergeben. Der Konzern geht juristisch gegen den Beschluss der Behörde vor. (dpa)
Bosch wächst leicht – Kerngeschäft belastet Ergebnis
Der Technologiekonzern und Autozulieferer Bosch hat im ersten Halbjahr keine großen Sprünge gemacht. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen aus Gerlingen bei Stuttgart mitteilte. Einen Rückgang gab es hingegen bei der Profitabilität. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) – Bosch spricht von einem operativen Ebit – sank hingegen von 2,3 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro. Sein Anteil am Umsatz sank von 5,1 Prozent auf 4,6 Prozent. Vor allem Sondereffekte aus dem Mobilitätsgeschäft hätten das Ergebnis belastet, hieß es laut Mitteilung. Bosch führte unter anderem Wertminderungen auf Produktionsanlagen an. Das Ergebnis nach Steuern lag bei rund 1,1 Milliarden Euro. Trotz des anspruchsvollen Umfelds bestätigte Bosch seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr.
Dass Bosch einen Halbjahresbericht veröffentlicht, ist neu. Bislang hatte das Unternehmen lediglich Zahlen zu den kompletten Geschäftsjahren bekanntgegeben. 2025 hatte Bosch erstmals seit der Finanzkrise rote Zahlen geschrieben. Das Ergebnis nach Steuern lag unter anderem wegen Milliardenkosten für den Stellenabbau, US-Zöllen und einer hohen Steuerbelastung bei minus 363 Millionen Euro.
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag 2025 bei 1,8 Milliarden Euro (minus 42 Prozent). Der Umsatz stieg leicht auf rund 91,0 Milliarden Euro. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch gut 1,3 Milliarden Euro betragen.
Diese Top-Manager kommen zu Trumps Staatsbankett für Xi
Zum Staatsbankett von US-Präsident Donald Trump für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstag im Weißen Haus werden Insidern zufolge zahlreiche hochrangige US-Konzernchefs erwartet. Neben Meta-Chef Mark Zuckerberg und Pfizer-CEO Albert Bourla stünden unter anderem die Chefs von Amazon, Apple, Alphabet, OpenAI, Dell und Nvidia auf der Gästeliste, hieß es aus mit den Plänen vertrauten Kreisen. Auch JPMorgan-CEO Jamie Dimon und Citigroup-Chefin Jane Fraser würden voraussichtlich teilnehmen.
Tesla-Chef Elon Musk ist den Insidern zufolge ebenfalls beim Staatsbankett dabei. Dieser lobte Xi in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit dem chinesischen Staatsfernsehen CCTV als „großartigen Anführer“. Unter Xis Führung habe China enorm floriert, sagte Musk. „Es ist offensichtlich, wenn man einfach nur durch die Straßen geht, dass der durchschnittliche chinesische Bürger wohlhabender wird.“
Ob chinesische Unternehmenschefs mit Xi reisen, ist noch offen. Zunächst gab es Berichte, dass die Vorstandsvorsitzenden des Elektroautoriesen BYD, des Technologiekonzerns Xiaomi und von CATL, dem größten Batteriehersteller der Welt, dabei sein könnten. Da es Unstimmigkeiten in Bezug auf chinesische Investitionen in den USA gebe, sei offen, ob eine Wirtschaftsdelegation mitreise, schrieb die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ am Mittwoch.
Das Treffen in Washington ist der zweite Gipfel der Staatschefs der beiden weltgrößten Volkswirtschaften in diesem Jahr. Dabei geht es um eine Stabilisierung der Beziehungen, die unter anderem durch Streitigkeiten über Handel, Taiwan, den Iran und Künstliche Intelligenz (KI) belastet sind.
USA prüfen wegen hoher Spritpreise Exportstopp für Diesel
Angesichts steigender Preise vor allem für Diesel prüft die US-Regierung einen Exportstopp des Kraftstoffs. Die USA produzierten viel Diesel und eine Unterbrechung der Ausfuhren könnte auch einen kleinen Effekt auf die Spritpreise im Land haben, sagte US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Er habe sich bereits seit längerem für die Maßnahme ausgesprochen.
Finanzminister Scott Bessent fügte hinzu, die Regierung prüfe derzeit die Machbarkeit eines solchen Schritts. Möglich sei ein vollständiger oder auch ein Teil-Stopp der Ausfuhren. Die Folgen eines solchen Schritts könnten dann auch in Europa spürbar sein: Nach dem Nahen Osten waren die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren Europas wichtigster Lieferant von Diesel. Vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war Russland noch einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten der EU-Staaten gewesen.
Infolge des Iran-Kriegs sind die Spritpreise in den USA erheblich gestiegen – ein Thema, das Trump vor den Kongresswahlen im November immer stärker unter Druck setzt. Für Benzin zahlen US-Amerikaner im Schnitt fast 50 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn. Der Preis für Diesel stieg kürzlich sogar auf ein neues Rekordhoch. Vor diesem Hintergrund hatten einige Republikaner zuletzt einen Exportstopp gefordert und den Iran-Krieg in ungewöhnlicher Deutlichkeit für die hohen Preise verantwortlich gemacht.
ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel an Tankstellen
Seit April dürfen nur um 12 Uhr die Spritpreise an den Tankstellen erhöht werden. Der ADAC kritisiert, dass die Regel vor allem zu noch größeren Preisschwankungen im Tagesverlauf geführt habe.
Der ADAC hat sich für die Abschaffung der sogenannten 12-Uhr-Regel an den Tankstellen ausgesprochen. Die Regel habe zwar die Zahl der täglichen Preisänderungen erheblich reduziert und den Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer gemacht - das habe die Preise aber keinesfalls gesenkt, teilte der ADAC mit. „Vielmehr hat sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet“, hieß es.
Die sogenannte 12-Uhr-Regel gibt es in Deutschland seit dem 1. April. Tankstellen dürfen die Preise für Benzin und Diesel seitdem nur einmal am Tag erhöhen - eben um 12.00 Uhr. Preise senken können sie jederzeit.
„Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, hat erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen“, hieß es vom ADAC. Die 12-Uhr-Regel habe ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht. „Deshalb sollte sie abgeschafft werden“, sagte ADAC-Verkehrspräsident Peter König.
Deutschland und Niederlande fördern Entwicklung von KI-Chips
Deutschland und die Niederlande wollen mit einem gemeinsamen Förderprogramm die Entwicklung europäischer KI-Prozessoren vorantreiben. Dabei gehe es nicht um die lediglich schrittweise Verbesserung bestehender Technologien, betonte Jano Costard, Leiter der Innovationswettbewerbe bei der deutschen Agentur für Sprunginnovation (Sprind), am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Nur so haben wir die Chance, einen strategischen Vorteil gegenüber anderen Teilen der Welt zu erlangen.“
Hierfür stellt Sprind gemeinsam mit ihrem neu gegründeten niederländischen Pendant National Agency for Disruptive Innovation (Nadi) 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ziel des Programms sei es, die Entwicklungszeit für neue Prozessoren deutlich zu verkürzen. Zu Beginn würden mehrere Forschungsteams gefördert, um aus verschiedenen technologischen Ansätzen die vielversprechendsten herauszufiltern, erläuterte Costard.
Die Kooperation zwischen den beiden Agenturen habe auf der Hand gelegen, sagte Nadi-Mitgründer und -Chef Jelle Prins. Die Niederlande verfügten mit ASML über den weltweit führenden Anbieter von Anlagen zur Chip-Herstellung. Deutschland sei stark in der Forschung und habe eine breite industrielle Basis. Potenzial sieht Prins vor allem bei Prozessoren für den laufenden Betrieb Künstlicher Intelligenz (KI). Die enorm leistungsstarken Chips des Weltmarktführers Nvidia seien zwar ideal für das KI-Training, für die sogenannte Inferenz jedoch überdimensioniert. „Es ist so, als würde man seinen Einkauf mit einem Laster erledigen statt mit einem Einkaufswagen.“
Trump will Begriff KI mit „Superintelligenz“ ersetzen
US-Präsident Donald Trump will den Begriff „Superintelligenz“ anstelle der gewohnten Bezeichnung Künstliche Intelligenz etablieren. In amerikanischen Regierungsdokumenten werde künftig von Superintelligenz die Rede sein – und hoffentlich werde der Rest der Welt das übernehmen, sagte Trump vor der UN-Vollversammlung. Der Begriff Künstliche Intelligenz lasse die Technologie „fake“ erscheinen, begründete der US-Präsident seinen Vorstoß. „Und sie ist nicht fake. Sie ist tatsächlich erstaunlich.“
Zugleich bekräftigte Trump, dass er auf eine beschleunigte KI-Entwicklung in den USA setzt – trotz wachsender Warnungen vor existenziellen Risiken der Technologie. „Ich werde nicht das Wachstum von etwas abwürgen, das größer sein wird als die Industrie-Revolution“, sagte er in New York. Die USA seien bei KI China und dem Rest der Welt weit voraus, und dies werde auch so bleiben.
100 Euro für Berufstätige: Frankreich weitet Tankhilfen für Berufstätige und Firmen aus
Angesichts der wegen der Spannungen im Nahen Osten stark steigenden Kraftstoffpreise weitet Frankreich seine Tankzuschüsse für Berufstätige und bestimmte Wirtschaftszweige aus. Der Zuschuss von 100 Euro für Berufstätige, die für die Fahrt zur Arbeit auf das Auto angewiesen sind, wird für die Monate Oktober bis Dezember erneut gezahlt, kündigte die Regierung in Paris an. Weil die Einkommensgrenze für die Inanspruchnahme des Zuschusses angehoben wird, können statt drei Millionen künftig 5,5 Millionen Menschen die Hilfe beantragen. Auch Pflegekräfte, die per Auto zu ihren Patienten fahren, erhalten einen Zuschuss.
Wie zuvor bereits angekündigt, verlängert Frankreich außerdem die Tankzuschüsse für die Landwirtschaft, das Baugewerbe und Fischer bis zum Jahresende. Firmen können ihren Angestellten zudem eine steuerfreie Tankprämie von bis zu 1.000 Euro pro Jahr zahlen, kündigte die Regierung an. Ebenfalls wird der an einkommensschwache Haushalte einmal im Jahr gezahlte Energiescheck im kommenden Jahr erneut gezahlt, und zwar nicht wie üblich im April, sondern bereits in der Heizperiode im Januar.
„Wir sind uns bewusst, dass die Situation für unsere Bürger sehr schwierig ist“, sagte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure. Die Tankzuschüsse sollten Menschen mit geringem Einkommen helfen, die Wirtschaft stützen und zugleich den Haushalt nicht vollkommen aus dem Gleichgewicht bringen. Insgesamt geht es um Hilfen im Umfang von 450 Millionen Euro.
Nicht mehr größter Anteilseigner von Wafer-Hersteller Siltronic: Wacker Chemie verkauft weiteres Aktienpaket
Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie trennt sich von einem weiteren Aktienpaket der ehemaligen Tochter Siltronic und dürfte damit seine Position als größter Anteilseigner des Wafer-Herstellers verlieren. Wacker will über Nacht 2,2 Millionen Siltronic-Aktien bei institutionellen Investoren platzieren und seine Beteiligung dadurch von bisher 21,67 Prozent auf knapp 15 Prozent reduzieren, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Den Auftrag dafür haben die Bank of America (BofA Securities) und die Deutsche Bank.
Der Verkauf könnte zum Xetra-Schlusskurs von 82,75 Euro einen Erlös von rund 182 Millionen Euro bringen, allerdings werden Aktien bei solchen Platzierungen meist mit einem Abschlag von drei bis sieben Prozent verkauft. Im Frankfurter Parketthandel lagen Siltronic am Abend bei 81,60 Euro.
Siltronic hatte zuletzt an der Börse vom KI-Boom profitiert. Anleger setzen darauf, dass für die neuen Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz (KI) mehr Chips benötigt werden, für die Siltronic in Form von Siliziumscheiben die Grundlage schafft. Wacker Chemie hatte bereits Ende Mai die Gelegenheit genutzt, um seine Beteiligung von 31 auf knapp 24 Prozent zu reduzieren. Mit einer Kapitalerhöhung wurde der Anteil weiter verwässert. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft HAL Trust, die bereits zuvor 15,1 Prozent an Siltronic gehalten hatte, hatte sich an der Kapitalerhöhung dem Unternehmen zufolge „mit einer bedeutenden Order beteiligt“ und dürfte mit der neuen Wacker-Platzierung zum größten Aktionär werden.
Siemens und Hitachi erhalten Milliardenauftrag der ÖBB
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben einen Milliardenauftrag zur Digitalisierung ihrer Stellwerke an Siemens Mobility und den japanischen Bahntechnikkonzern Hitachi Rail vergeben. Die Rahmenvereinbarung hat ein Gesamtvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro, teilten die ÖBB am Dienstag mit. Auf Siemens Mobility entfallen davon eigenen Angaben zufolge Aufträge im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro, der Rest auf Hitachi Rail. Ein erster Pilotbetrieb ist für 2030 geplant, danach soll die neue Technik schrittweise in ganz Österreich eingeführt werden.
Johann Pluy, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur, bezeichnete das digitale Stellwerk als Schlüsseltechnologie für die Eisenbahn der Zukunft. Ziel sei es, den Bahnverkehr in Österreich effizienter, robuster und leistungsfähiger zu machen. Österreichs Infrastrukturminister Peter Hanke sagte, die Investition werde die Verlässlichkeit und Pünktlichkeit verbessern. Die digitalen Stellwerke steuern Weichen und Signale und sollen langfristig die bestehenden Anlagen ersetzen. Den ÖBB zufolge erfüllt die Technologie zudem hohe Anforderungen an die Cybersicherheit.
Bitkom: Deutscher KI-Markt wächst 2026 um fast 50 Prozent
Die Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) ziehen in Deutschland rasant an. Nach Berechnungen des Digitalverbands Bitkom steigen die Gesamtausgaben für KI-Software, Dienstleistungen und Hardware im laufenden Jahr um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr 2025 hatte das Marktvolumen noch bei 19,4 Milliarden Euro gelegen.
Grundlage der Erhebung sind Daten des IT-Marktforschungsunternehmens IDC. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte, bei KI sei der Übergang von der bloßen Experimentierphase hin zu einem breiten produktiven Einsatz zu beobachten. Entsprechende Anwendungen würden mittlerweile branchenübergreifend und in Betrieben jeder Größe genutzt, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu verbessern.
Der Löwenanteil der Ausgaben stellt laut Verband die KI-Software dar. Für sie werden in diesem Jahr voraussichtlich 16,0 Milliarden Euro aufgewendet, was einem Zuwachs von 65 Prozent entspricht. Für damit verbundene Dienstleistungen veranschlagt die Branche 6,8 Milliarden Euro (plus 30 Prozent), während auf Hardware-Investitionen 5,8 Milliarden Euro entfallen (plus 32 Prozent).
Ein Ende des Aufwärtstrends ist nach Einschätzung der Analysten nicht in Sicht: Für das Jahr 2027 prognostiziert das Marktforschungsinstitut IDC für Deutschland ein weiteres Marktwachstum um 40 Prozent auf dann 40,3 Milliarden Euro.
Tui erwartet leichten Gewinnrückgang und bremst das Angebot
Der Reisekonzern Tui rechnet für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr mit einem Ergebnisrückgang. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) werde zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro liegen, präzisierte das Unternehmen am Dienstag seine bisherige Prognose. Zuvor war die Spanne breiter mit 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro; das obere Ende entsprach dem Vorjahresniveau. Im Kerngeschäft mit Pauschalreisen blieben die gebuchten Umsätze unter Vorjahr. In der zu Ende gehenden Sommersaison belief sich der Rückgang auf fünf Prozent, die bevorstehende Wintersaison verzeichnet sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Tui führte die Entwicklung auf das herausfordernde geopolitische und wirtschaftliche Umfeld zurück. „Der Trend zu kurzfristigen Buchungen setzt sich fort“, erklärte der Tourismusriese. „In diesem Umfeld steuern wir unsere Kapazitäten weiterhin vorsichtig und erhalten uns die Flexibilität, diese entsprechend der Kundennachfrage anzupassen.“ Die Durchschnittspreise waren etwas höher; in den Hotels und Resorts im zu Ende gehenden Schlussquartal vier Prozent, bei den weiterhin boomenden Kreuzfahrten zwei Prozent über dem Vorjahr. Seine Bilanz wird Tui im Dezember vorlegen.
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