Stand: 06.10.2026, 13:51 Uhr
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Die Softwaresparte von Volkswagen kündigt Tarifverträge und streicht erneut viele Jobs. Der Umbau zielt aber deutlich tiefer.
Technologiesprünge durch künstliche Intelligenz und Sparzwänge bei Volkswagen führen bei Cariad erneut zu einem tiefen Schnitt. Dieser trifft mehr als ein Drittel der Belegschaft in Deutschland, wie die Automobilwoche erfuhr. Offiziell will die Volkswagen-Softwaresparte 1000 von 4300 Stellen hierzulande streichen. Insgesamt fallen jedoch deutlich mehr Jobs weg.
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Zudem hat der Cariad-Vorstand um CEO Peter Bosch ähnlich wie die Volkswagen AG den Mantel- und Entgelttarifvertrag gekündigt. Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall sollen weitere Einsparungen bringen. Man werde die Arbeit „konsequent auf den breiten Einsatz von Künstlicher Intelligenz“ ausrichten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Darüber hinaus äußert sich Cariad nicht.

1600 Stellen statt 1000
Die Softwaresparte von Volkswagen hat bereits einen großen Stellenabbau hinter sich. Dadurch sank die Belegschaft in Deutschland von 6500 im Jahr 2023 auf aktuell rund 4300. Neue Partnerschaften, Sparvorgaben des Mutterkonzerns und der Einsatz künstlicher Intelligenz lassen die Belegschaft nun weiter schrumpfen.
IG Metall und Betriebsrat befürchten in Stellungnahmen den Abbau von bis zu 1600 Stellen. Davon gehören nach Informationen der Automobilwoche allerdings nicht alle zum neuen Sparprogramm.
Rund 400 Mitarbeiter aus einem früheren Abbauprogramm müssen demnach noch das Unternehmen verlassen. Hinzu kommen 1000 Stellen, die Cariad künftig streichen will. Zudem will das Unternehmen rund 200 Stellen für KI-Spezialisten neu schaffen. Dafür sollen an anderer Stelle weitere 200 Jobs entfallen.
Vereinbarung bis 2029
Insgesamt will Cariad die durchschnittlichen Kosten für Forschung und Entwicklung um rund eine Milliarde Euro pro Jahr senken. Personalkosten sind dabei mit Abstand der größte Posten. Cariad setzt deshalb auch auf einen stärkeren Einsatz künstlicher Intelligenz.
„Diese Pläne treffen bei den Beschäftigten, ihren Betriebsräten und der IG Metall auf entschiedenen Widerstand“, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Juan Carlos Rio Antas. Die Gewerkschaft wies darauf hin, dass eine Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung nach wie vor gelte. Sie sieht einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 vor.
Worauf sich Cariad konzentriert
Cariad will den Umbau jedoch wesentlich schneller abschließen. Das Unternehmen steht unter erheblichem Druck und muss sich innerhalb des Volkswagen-Konzerns an den Kosten externer Anbieter messen lassen. Dabei ist Cariad in den vergangenen Jahren vorangekommen. Dennoch bleibt der Verlust erheblich. Im ersten Halbjahr 2026 lag das operative Ergebnis bei minus 855 Millionen Euro, nach rund minus 1,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Cariad konzentriert sich im Volkswagen-Verbund auf vier Felder: autonomes Fahren und fortschrittliche Assistenzsysteme, Infotainment, Cloud-Systeme und Fahrwerksoftware. Die Grundarchitektur für die Fahrzeugsoftware kommt hingegen von Partnerunternehmen.
Neuer Partner für autonomes Fahren?
Für westliche Märkte entwickelt Rivian die SDV-Architektur. Sie soll 2027 im ID. Every1 erstmals zum Einsatz kommen. In China wird bereits das erste Modell auf Basis der CEA (China Electronic Architecture) verkauft, die Limousine ID. Unyx 7. Die CEA ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Volkswagen Group China Technology Company (VCTC), Cariad China und Xpeng.
Cariad richtet außerdem seine Strategie für Fahrerassistenzsysteme neu aus. Ein Projekt mit Bosch wurde Anfang Juli vorzeitig beendet. Für teilautonomes Fahren bis zur Stufe 2+ soll die gemeinsam mit Bosch entwickelte Technik genutzt werden. Für höhere Automatisierungsstufen wird Volkswagen einen neuen Partner suchen. In Unternehmenskreisen fällt dabei immer wieder der Name des britischen Start-ups Wayve.