Challenge erfolgreich: Viktoria Hossbach meistert erste Triathlon-Langdistanz in Roth

Stand: 18.07.2026, 12:30 Uhr

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Nach der Bierdusche im Ziel: In Roth hat die Frankershäuserin Viktoria Hossbach ihre erste Langdistanz gepackt. © Fotos: privat

Die Frankershäuserin Viktoria Hossbach hat im mittelfränkischen Roth ihre erste Triathlon-Langdistanz erfolgreich gemeistert. Wir blicken mit ihr auf die Erlebnisse zurück.

Frankershausen/Roth – Knapp zwei Wochen liegt ihre Teilnahme an der Challenge Roth mittlerweile zurück. Doch fragt man die Frankershäuserin Viktoria Hossbach nach ihrer ersten erfolgreichen Triathlon-Langdistanz, dann sind Euphorie und Begeisterung noch immer spürbar: „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt die 28-jährige Medizintechnik-Studentin, die mittlerweile in Darmstadt lebt.

Nach monatelanger Schufterei erreichte sie ihr gestecktes Ziel und beendete ihre erste Langdistanz in Mittelfranken nach 3,8 Kilometern im Wasser, 180 Kilometern auf dem Rad und 42,195 Kilometern in den Laufschuhen in einer Zeit von 10:20:00 Stunden. Bei weltweit einer der traditionsreichsten und bestbesetzten Triathlonveranstaltungen, bei der in manchen Jahren auch schon bis zu 300.000 Zuschauer entlang der Wettkampfstrecken zusehen, reichte das in ihrer Altersklasse (25 bis 29) zum achten Platz.

Im Frauenfeld erreichte sie insgesamt Rang 34 und landete unter allen rund 3500 Einzelstartern auf Platz 51. „Die Zeit war mir aber gar nicht so wichtig, sondern der Spaß stand an oberster Stelle – und den hatte ich. Trotz kleinerer Probleme war das das coolste Rennen, das ich je absolviert habe“, erklärt Hossbach.

Angetrieben von Zuschauermassen

Hört man Sportler über die Challenge Roth reden, dann landet das Gespräch unweigerlich auch bei der Stimmung. Bei der 28-Jährigen ist das ähnlich. „So etwas habe ich noch nie erlebt, die Zuschauermassen an der Strecke haben einen getragen.“

Denn anders als beispielsweise beim Ironman im hessischen Frankfurt am Main seien viele Zuschauer nicht zufällig mit dabei, viele entscheiden sich bewusst für den Weg ins beschauliche 25.000-Einwohner-Städtchen Roth, um die Sportler anzufeuern. „Beim Laufen kamen mir wegen dieser Stimmung schon Freudentränen. Dass meine ganze Familie sowie Freunde aus Darmstadt und Berkatal mit dabei waren, das war besonders“, schwärmt die Studentin.

Nach ihrem Start um 7.20 Uhr in der Früh, verließ Hossbach nach 1:28:27 Stunden und auf Platz 291 liegend im Schwimmanzug den Main-Donau-Kanal. Zählte das Schwimmen ohnehin schon nicht zu ihren Lieblingsdisziplinen, spielte ihr auch das Neoprenanzugverbot aufgrund der hohen Wassertemperatur nicht in die Karten. Auf den 3,8 Kilometern im Wasser kam dann mit einem Wadenkrampf auch ein noch unbekanntes Problem für die Triathletin hinzu: „Zum Glück hat der sich wieder gelöst.“

Magenprobleme stoppen sie nicht

Beißen musste die 28-Jährige dann allerdings phasenweise auf dem Rad. Vermutlich die Verpflegung sorgte für einen ungewollten Toilettenstopp. „Normalerweise bin ich auf dem Rad super fokussiert“, erzählt Hossbach, die sich dann dazu entschloss, weniger Verpflegung zuzuführen, um nicht noch einmal Magenprobleme zu bekommen. Sie sagt: „Ich weiß mittlerweile, dass mein Motor auch mit kleinem Defizit weiterläuft.“

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Auch zwischenzeitliche Magenprobleme auf dem Rad konnten die 28-jährige Studentin nicht stoppen. © Fotos: privat

Trotz Schwierigkeiten blieben aber auch auf dem Rad bleibende Erinnerungen: Auf ihrer zweiten Runde hörte Hossbach von hinten plötzlich ein motivierendes „Go, Viki, go“ – und das kam von niemand Geringerem als Triathlon-Profi und dreifachem Ironman-Hawaii-Sieger Patrick Lange.

„Ich war verdutzt. Er hat mich wohl an meinem Erdinger-Shirt erkannt. Ich habe dann noch einmal versucht, an ihm dranzubleiben – hat nicht geklappt“, lacht Hossbach. Mit einer Zeit von 5:35:06 Stunden beendete sie schließlich das Radfahren auf Rang 84 und schnürte die Schuhe für den Abschluss-Marathon.

Das Feld von hinten aufgerollt

„Ich wusste, dass jetzt meine stärkste Disziplin kommt“, sagt Hossbach, die von unfassbar viel Spaß während der 42,195 Kilometer berichtet. Von hinten rollte sie das Feld auf, klatschte applaudierende Kinder und motivierende Plakate ab.

„Die Zeit bis ins Ziel ist verflogen und ich musste nicht einen Gedanken daran verschwenden, wann es wegen der Anstrengung endlich vorbei ist, oder mich quälen“, berichtet die 28-Jährige.

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Unterstützung: In der „Erdinger Cheering Zone“ feuerte Moderator Alexander Richard Hossbach an. © Fotos: privat

Nach dem Zieleinlauf (3:11:27 Stunden) gab es für Hossbach von Sponsor Erdinger Alkoholfrei noch eine Bierdusche obendrein. „Jeder einzelne Meter der Vorbereitung auf Roth hat sich gelohnt. Auf die Zielzeit kommt es am Ende nicht an, sondern darauf, etwas zu machen, das einem Spaß macht. Das möchte ich jedem mitgeben“, so Hossbachs Fazit.

In diesem Jahr noch viel vor

Der erfolgreiche Abschluss der Challenge Roth ist aber zugleich nicht das Ende für die Frankershäuserin in 2026. Durch ihre starke Leistung auf der Mitteldistanz in Polen qualifizierte sie sich für die Ironman-Weltmeisterschaft Mitte September im französischen Nizza. Für Ende August ist außerdem die Teilnahme am Sydney-Marathon in Australien geplant.

Im Oktober zieht es sie dann für ein Auslandssemester in die griechische Hauptstadt Athen, wo sie noch auf einen Marathon-Startplatz im November hofft. Und 2027? „Da möchte ich unbedingt beim Ironman in Frankfurt am Main starten“, sagt Hossbach. Man kann sicher sein: Auch für dieses Ziel wird sie wieder alles geben.

(Maurice Morth)