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KI, Klimawandel, Ostalgie Darüber diskutiert die Buchmesse am Donnerstag
Auf der Frankfurter Buchmesse diskutieren Promis, Autorinnen und Autoren die gesellschaftlich-politischen Themen unserer Zeit. Die Gespräche auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat können Sie live bei uns verfolgen. Eine Auswahl.
Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık stellen abends in Frankfurt ihr Buch zu den NSU-Morden an ihren Vätern vor. Ex-Wirtschaftsminister Habeck ist tagsüber auf der Buchmesse. Bild © Frankfurter Buchmesse / Gian-Luca Heiser, picture alliance / epd-bild | Rico Thumser, picture alliance / Metodi Popow | M. Popow, Collage: hessenschau.de
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Auch wenn die Buchmesse-Tage Mittwoch und Donnerstag dem Fachpublikum vorbehalten sind: Sie können große Debatten ab 11 Uhr im Livestream der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat verfolgen. Die Highlights am Donnerstag (und was sonst noch los ist).
- Auf der Literaturbühne
- Auf dem Messegelände
- Am Abend
Audio
00:50 Min.|Yvonne Koch
Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite
Auf der Literaturbühne
Am Donnerstag tourt Ex-Wirtschaftsminister und -Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) mit seinem Buch "Arctic Meltdown" über die Buchmesse. Auf der Literaturbühne macht er von 14.10 bis 14.30 Uhr Halt. Später führt er Diskussionen mit der taz (15 bis 15.30 Uhr, Halle 3.0, Inspiration Stage) und der Süddeutschen Zeitung (16 bis 16.30 Uhr, Halle 5.0, A95).
Manuel Bittorf und Tobias Becker fragen, warum es den Begriff Ostalgie gibt, nicht aber aber Westalgie (14.50 bis 15.30 Uhr). Von 17.15 Uhr bis 18 Uhr wiederum stellt eine Spezialausgabe des Literarischen Quartetts eine Grundsatzfrage: "Lesen Jugendliche überhaupt noch?" Eingeladen sind drei junge Literaturbegeisterte.
Kurz vor seinem 90. Geburtstag sprach Liedermacher Wolf Biermann am frühen Donnerstagmittag auf der ARD-Bühne über das gerade erschienene Tagebuchwerk "Ihr löscht das Feuer mit Benzin". Seit seiner frühen Jugend führt Biermann Tagebuch. "Aus Gründen, die ich nicht weiß, habe ich alles aufgeschrieben", so der Musiker. Im Grunde sei er wie ein Stasi-Spitzel gewesen – aber ohne Führungsoffizier, nur für mich selbst."
Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk edierte nun erstmals Auszüge aus diesen Tagebüchern. Sie geben Einblicke in das Leben des DDR-Dissidenten. Er analysiert sich selbst darin genauso schonungslos wie seine Zeitgenossen, etwa Politiker wie Walter Ulbricht und Helmut Kohl, oder auch den Philosophen Jean-Paul Sartre.
Auf dem Messegelände
Neben Demokratie und Extremismus gehören der Einsatz und die Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI) zu den Hauptthemen der Messe. Die Autorin Nina George und der Psychologe Hans Neubauer warnten am Donnerstagmorgen vor der unreflektierten (und unregulierten) Nutzung von KI. Sie habe nicht nur Urheberprobleme, hohen Ressourcenverbrauch und Datenschutzprobleme.
Menschen würden wichtige Kompetenzen verlieren, wenn sie KI nutzen, so Neubauer, und in ein Stadium der Infantilität zurückfallen. Dass Menschen dies freiwillig tun, erklärte er mit einem in die Technik eingebauten Lob des Nutzers und mit dessen Bedürfnis nach Austausch.
Nina George erinnerte daran, dass Menschen sich nicht mehr mit den Konsequenzen von Entscheidungen auseinander setzten müssten, wenn sie diese an die KI auslagern. Eine aus ihrer Sicht positive Nachricht: Jugendliche würden sich zunehmend von der KI-Nutzung abwenden.
Daran, dass die Klimakrise immer weiter eskaliert, aber nur noch selten Thema ist, erinnert das Podium "Still burning: The Climate Crisis We Stopped Talking About" (14 bis 14.30 Uhr, Foyer 5.1./6.1.). Danach wird hier daran erinnert, für die Demokratie zu kämpfen (14.30 bis 15 Uhr: Fight for Democracy).
Offizieller Termin des Tages: Mit Chile stellte sich das Gastland der Buchmesse 2027 vor.
Am Abend
Die Reihe Open Books bietet am Abend wieder jede Menge spannende Veranstaltungen, etwa die Lesung "Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?" im Haus am Dom (18.30 bis 19.30 Uhr). Um 20 Uhr feiert das Buch "101 Orte jüdischen Lebens" Premiere im Presse- und Informationsamt Frankfurt.
Der Verlag Fischer Sauerländer lädt um 19 Uhr zur Lesung eines bisweilen verdrängten Themas ein: Die Autorinnen Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek, nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis, präsentieren im Bibliothekszentrum Sachsenhausen ihr Buch "Unser Schmerz ist unsere Kraft", mit dem sie den Mord an ihren Vätern durch den rechtsextremen NSU verarbeitet haben.