Demonstrationen für und gegen das Russische Haus in Berlin

Nach angekündigter Schließung

Demonstrationen für und gegen das Russische Haus in Berlin

menschen demonstrieren gegen die Schließung des Russischen Hauses in Berlin (Quelle: rbb)
menschen demonstrieren gegen die Schließung des Russischen Hauses in Berlin (Quelle: rbb)

Nach der Ankündigung zur Schließung des Russischen Hauses in Berlin haben mehrere hundert Menschen für den Erhalt demonstriert. Sie versammelten sich am Freitagabend in der Friedrichstraße an dem großen Bau, in dem unter anderem ein staatliches russisches Kulturzentrum sitzt.

Auf Transparenten stand beispielsweise "Stoppt den Krieg gegen Russland" oder "Frieden jetzt". Gezeigt wurden demnach auch Fahnen der DKP, des BSW oder Fahnen mit Friedenstaube.

Die Demo war laut Deutscher Presse-Agentur vom BSW angekündigt und angemeldet worden. Der Landesverband erklärte, Kulturinstitute und Bürgerdialog bildeten eine Grundlage politischer Verständigung, und warnte vor einer weiteren Eskalation mit Russland.

Ein Mann demonstriert für die Schließung des Russischen Hauses in Berlin (Quelle: rbb)
Ein Mann demonstriert für die Schließung des Russischen Hauses in Berlin (Quelle: rbb)

Gegenprotest 100 Meter weiter

Etwa 100 Meter weiter formierte sich eine Gegenkundgebung. Menschen protestierten hier mit ukrainischen Fahnen. Auf einem Plakat stand: "Putin ist ein Mörder." Bei dieser Kundgebung sprach auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Bettina Jarasch, und rief zur Solidarität mit der Ukraine auf.

Die ukrainische Organisation Vitsche hatte zu der Gegenkundgebung aufgerufen, an der etwa 100 Menschen teilnahmen. Vitsche kritisiert das Russische Haus als Instrument russischen Staatseinflusses und fordert seit Längerem dessen Schließung.

Nach der Vertragslage läuft die Nutzung des Hauses Mitte 2027 aus. Die Bundesregierung will den Betrieb schon vorher einschränken. Deshalb sollten alle aus Russland entsandten Mitarbeiter zur Ausreise aufgefordert werden - ebenso wie das Personal des russischen Generalkonsulats in Bonn, das am 18. September schließt. Unabhängig von der Nutzung bleibt das Haus in russischem Staatsbesitz.

Mit der Schließung reagiert Deutschland auf den versuchten Sprengstoffanschlag mit Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle von Anfang August. Er wird russischen Geheimdiensten zugeschrieben. Moskau weist den Vorwurf zurück und hat seinerseits die Schließung der drei deutschen Goethe-Institute in Russland angekündigt.

Betrieben wird das Russische Haus von der staatlichen russischen Agentur für kulturelle Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo). Wegen des Ukraine-Krieges hat die EU die Agentur 2022 auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

Sendung: rbb24 Abendschau, 04.09.2026, 19:30 Uhr

Video: rbb24 Abendschau, 04.09.2026