Der TV-Fussballtrainer Ted Lasso ist jetzt nicht nur Everybody’s Darling, sondern auch Management-Guru
Ted Lassos unerschütterlicher Optimismus wird auf dieser Welt dringend gebraucht. Seine Herangehensweise findet nun sogar in Managementkursen Eingang.
16.08.2026, 05.30 Uhr
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Schnauz, Südstaaten-Akzent, unerschütterlicher Glaube an das Gute: die TV-Erfolgsfigur Ted Lasso, gespielt von Jason Sudeikis.
PD
Es ist unmöglich, ihn nicht zu mögen. Ted Lasso, der Jugend-American-Football-Trainer, der durch schieren Zufall eine englische Profi-Fussballmannschaft übernimmt und sie mit seinem unerschütterlichen Optimismus zum Erfolg führt. Gerade ist die vierte Staffel der Serie auf dem Streamingkanal Apple TV+ angelaufen.
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Eigentlich hätte 2023 nach Staffel 3 Schluss sein sollen. Der fiktive Fussballverein AFC Richmond gewinnt fast die Premier League. Geschlagen wird er nur von Manchester City mit dem Trainer Pep Guardiola, der in der Serie sich selbst spielt. Die Klubpräsidentin Rebecca Welton (Hannah Waddingham) verkauft den Fans 49 Prozent ihrer Aktien. Der schnauzbärtige Trainer Ted Lasso kündigt und kehrt zu seinem Sohn nach Kansas zurück. Die Geschichte war auf ihrem Höhepunkt.
Doch auch die Macher der Serie müssen eingesehen haben: Ted Lassos Mission ist noch nicht erfüllt. Wenn in der Realität – gerade in der Welt des Fussballs – rücksichtslose und intrigante Narzissten regieren, braucht es einen positiven Antipoden. Unerschrocken würde Ted Lasso sie konfrontieren mit einem Satz wie: «Arrogant sein ist, wie wenn Woody Allen Klarinette spielt: Ich will es nicht hören.»
Also holt ihn die AFC-Richmond-Präsidentin nach England zurück. Statt die Männermannschaft zu trainieren, trainiert Ted Lasso, gespielt vom amerikanischen Schauspieler Jason Sudeikis, das neu gegründete Frauenteam. Und er bleibt sich treu: mit seinem Südstaaten-Akzent, seinen träfen Sprüchen und – vor allem – seinem unbändigen Glauben an das Gute.
Einem Anführer wie Ted Lasso würde man bis in den Untergang (oder wie in Staffel 2: bis in die zweite Liga) folgen. Das haben selbst Managementprofessoren bemerkt, wie das «Wall Street Journal» kürzlich geschrieben hat: «Ted Lasso gewinnt die Leute nicht für sich, weil er am meisten über Fussball weiss. Sondern weil er am meisten über die Menschen weiss.» Mit seinen Soft Skills würde Ted Lasso die härtesten Businessresultate abliefern.
Die Figur ist mittlerweile so berühmt, dass Ted Lasso kürzlich während der Halbzeitshow des echten WM-Finales einen Auftritt hatte. Dort wechselte er den amerikanischen Sänger Justin Bieber ein. Daran, dass er es einmal auf die grösste Fussballbühne der Welt schaffen würde, hätte Ted Lasso keine Zweifel. Denn auf die Frage: «Glaubst du an Geister, Ted?» antwortet er: «Ja, aber viel wichtiger ist, dass sie an sich selbst glauben.»
Ein Artikel aus dem «NZZ Folio»
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