Stand: 26.07.2026, 12:19 Uhr
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Der Eintracht-Trainer gesellte sich im Trainingslager in Grassau unaufgefordert zu den Medienschaffenden. Er sprach über junge Spieler, alte Spieler und die Spanier – zitieren durfte niemand.
Die neue Frankfurter Nahbarkeit (vulgo Charmeoffensive) macht nicht einmal vor den bösen Pressemenschen halt. Und das soll etwas heißen. Don Alberto hätte sie am liebsten auf den Mond geschossen, Mister Nobody, alias Hellboy, aus dem Eintracht-Vorstandsbüro gleich hinterher, aber das nur am Rande.
Adi Hütter verfolgt da eine andere Taktik, aber Taktik ist das falsche Wort, suggeriert etwas ganz Falsches. Der Mann aus Vorarlberg ist einfach nur nett, anständig, und ganz schön locker geworden.

Nicht falsch verstehen: Adi Hütter, hier einfachheitshalber (und weil das ja eine fluffige Glosse sein soll) Adi genannt, war schon damals, zu seiner ersten Amtszeit in Frankfurt, ein freundlicher Herr mit Manieren, aber eben noch etwas unsicher, misstrauischer im Umgang.
Man muss das verstehen: Die Bundesliga war eine andere Kragenweite, seine erste große Station als Trainer, vorher war er in seiner Heimat und der Schweiz aktiv. Okay, inzwischen sind beide international an Deutschland vorbeigezogen, also die Länderauswahlen, aber so ligamäßig sind die Nachbarn nicht die Riesennummern.
Der Adi ist heuer, wie man hier in Bayern und auch in seiner Heimat sagt, 56 Jahre alt. Er war nach seiner guten Eintracht-Zeit mit blödem Ende bei Borussia Mönchengladbach und in Monaco, und jetzt verspürt er den Drang, in Frankfurt das zu Ende zu bringen, was er dereinst selbstbestimmt zu früh abgebrochen hatte. Der Adi hat eine ganze Menge vor. Und er nimmt die, die seine Arbeit und die der Mannschaft bewerten sollen, mit auf die Reise. Er vereinnahmt niemanden, beeinflusst keinen, nein, er verhält sich einfach nur wie ein normaler Mensch. Was in Frankfurt nach der jüngsten Erfahrung durchaus erwähnenswert ist.
Vor der dritten Trainingseinheit im Basiscamp in Grassau am Chiemsee gesellte sich der Adi also unaufgefordert zu den Medienschaffenden, ganz leger, ganz ungezwungen. Und plauderte los, über Gott, die Welt, junge Spieler und alte Spieler, die übermächtigen Spanier (die bei der WM, nicht seinen Vorgänger), gute Stimmung und hohe Intensität und so weiter und so fort.
Zitieren durften wir nichts, wollten wir auch gar nicht. Aber so ein bisschen schnacken in kleiner Runde, ohne Stift und Block, Mikro und Handykamera, Werbetafel im Hintergrund, Social-Media-Hascherei, ja, das gibt es offenbar auch noch in dieser überdrehten, ja überkloppten Fußballwelt. Nicht mehr oft, aber immerhin.
Das alles heißt nicht, dass alles auf Knopfdruck automatisch viel besser wird bei der Eintracht. Das weiß der Adi, er sagt es auch. Frei nach Vornamensvetter Preißlers Motto: Wichtig is auf’m Platz. Denn da liegt die Wahrheit. Das wusste schon der Otto, der Rehhagel.
Und so ist es ja auch, man stelle sich nur vor, was mit der schönen Aufbruchstimmung passieren würde, wenn der Auftakt so laufen würde, wie er laufen kann, zum Beispiel so: 0:2 zum Start bei Union Berlin, 1:1 zu Hause gegen den FC Augsburg. Und dann geht es schon nach Mainz. Da sind drei Punkte, bitte schön, vorher abzugeben. Man weiß ja inzwischen: Ein Sieg ist nicht möglich beim Nachbarn, außer es geschieht – ein Wunder. Schöne Grüße nach Mallorca.