Patchday
Dringend updaten: Nordkoreanische Hacker haben es auf Windows-User abgesehen
Die Lazarus-Gruppe nutzt eine bisher unbekannte Lücke aus, um Systeme zu übernehmen. Microsoft schließt den Bug gemeinsam mit 400 anderen im Rahmen des aktuellen Patch Day
Andreas Proschofsky
Am Dienstag war wieder Patchday bei Microsoft, und wie sich nun herausstellt, sollten Windows-User die dabei gelieferten Updates lieber früher als später installieren. Befindet sich doch unter den mehr als 400 geschlossenen Lücken auch eine, die gerade aktiv für Angriffe genutzt wird.
Gezielte Attacken
Die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus macht sich eine bislang unbekannte Sicherheitslücke in einem Windows-Treiber zunutze, um die Rechner von Zielpersonen zu übernehmen. Die Sicherheitsfirma Check Point liefert in einem Blogeintrag Details zu der offenbar bereits seit Anfang 2026 laufenden Kampagne namens "Operation Dream Job".
Demnach sind dabei vor allem europäische und indische Personen aus dem Verteidigungssektor Ziel der Hacker. Diese werden mit äußerst verlockenden Jobangeboten geködert – daher auch der Name der Kampagne. In weiterer Folge werden die Opfer auf eine Webseite gelockt, wo sie sich – in der aktuellen Variante der Kampagne – ein PDF herunterladen, in dem ein entsprechender Anzeiger enthalten ist, der dann die eigentliche Schadsoftware ausführt.
In diesem Fall macht sich die Schadsoftware dann die erwähnte Windows-Lücke an, um an Systemrechte zu kommen und anschließend eine neue Version des Rootkits "Fudmodule" zu installieren. Mit diesem können die Angreifer dann das System komplett unterwandern und von außen darauf zugreifen. Die besagte Lücke steckt in AFD.sys, einem Zusatztreiber für Winsock, der Schweregrad ist mit "hoch" angegeben (CVSS: 7,0).
Patch Day
Auch wenn diese Lücke aufgrund der – bekannten – aktiven Ausnutzung besondere Aufmerksamkeit verdient, so hat es der Patchday auch sonst ordentlich in sich. So werden noch allerlei andere, schwere Windows-Sicherheitslücken bereinigt. So verweist etwa Dustin Childs von der Zero Day Initiative auf eine kritische Lücke im DNS-Server von Windows, die sich ausnutzen lässt, indem speziell gestaltete Datenpakete an ein Zielsystem geschickt werden. Darüber könnte relativ einfach Schadcode auf Windows-Server-Systemen eingeschmuggelt werden.
In Summe hat Microsoft mit dem August-Patch-Day 421 Sicherheitslücken geschlossen, alleine 236 davon betreffen Windows. Das klingt nicht nur nach einer sehr großen Menge, sondern ist es auch – und doch kein Rekord. So wurden im Juli sogar 622 Sicherheitslücken bereinigt. Der Grund für die aktuelle Schwemme an Sicherheitsupdates sind im Bereich Cybersecurity besser werdende KI-Tools. Diese haben auch anderen Projekten zuletzt ein Rekordniveau an Sicherheitsbereinigungen beschert. (Andreas Proschofsky, 13.08.2026)
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