Stand: 13.10.2026, 07:56 Uhr
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Eine (Weiter)entwicklung ist erkennbar. Die Ergebnisse wollen sich aber (noch) nicht einstellen. Am Tabellenende der Deutschen Eishockey-Liga 2 verliert der EC Bad Nauheim aktuell den Anschluss zu Platz zehn.
Der Rückstand wächst. Und wächst. Und wächst. Acht Punkte trennen den EC Bad Nauheim bereits von Platz zehn der Deutschen Eishockey-Liga 2, dem Klassenerhalt ohne Umwege. Acht von 52 Hauptrunden-Spielen sind erst absolviert – zugleich bleiben 44 Spiele, um das Ziel zu erreichen. „Ich bin so lange dabei und dachte, ich hätte schon alles erlebt. Es ist unglaublich, auf welche Art und Weise wir die Spiele verlieren – von Tag eins an. Das hat weder mit einem taktischen System noch mit fehlender Einsatzbereitschaft zu tun“, schüttelt Kevin Gaudet den Kopf. Seit 1991 ist der 65-jährige Kanadier im Trainer-Business tätig. In Bietigheim (2:4) waren es zum Start ins Wochenende einmal mehr Strafzeiten, die die Roten Teufel vom Weg abbringen sollten. Im Derby gegen Kassel (3:4 n.P.) waren am Ende zwei zerbrochene Schläger, ein taktisches Fehlverhalten sowie fehlendes Quäntchen Glück im Abschluss die entscheidenden Faktoren.
Bei sechs der sieben Niederlagen entschieden hinten raus ein oder (bei Empty-Net-Goals) zwei Treffer über die Punktvergabe. Die Mannschaft ist im Spiel, ist dran, hält die Partien auch in der Außenseiterrolle über 50 (und mehr) Minuten eng – und steht am Ende doch (zumeist) mit leeren Händen da. „Ich behaupte, gegen Kassel hatten wir den Sieg verdient, und auch in Bietigheim und gegen Rosenheim waren Punkte drin“, sagt Gaudet merklich emotional, wenn die entscheidenden Szenen noch mal vor dem inneren Auge ablaufen. Wie er auf den tabellarischen Rückstand blickt? „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, um sich damit zu beschäftigen. Für uns geht es darum, im nächsten Spiel ein gutes erstes Drittel zu bestreiten, um darauf aufzubauen.“
Der Auftritt gegen Kassel war der bis dato wohl beste Auftritt in dieser Saison. Von der Führung beflügelt, zeigten die Roten Teufel ein wahrlich mitreißendes erstes Drittel, konnten mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause gehen und hatten gar den dritten Treffer auf dem Schläger.
Die Atmosphäre im Kurpark wurde als stimmungsvoll wahrgenommen, doch gilt es zugleich, die Besucherzahl einzuordnen. 3213 Zuschauer wurden gemeldet, so wenige waren gegen die Huskies zuletzt im Oktober 2022 verzeichnet worden. In den dazwischen liegenden sieben Heim-Derbys der Hauptrunde waren stets (teils deutlich) mehr Fans im Stadion – und sicher im aktuellen Budget auch einkalkuliert.
Durch die Verpflichtungen von Marco Pfleger und Stephen Harper sowie die Comebacks von Matt Marcinew und Marc El-Sayed ist der Kader in der Offensive wieder konkurrenzfähig(er), gibt gewissen personellen Spielraum. Um den am Freitag als Ü24-Spieler überzähligen Justin Volek wieder ins Lineup rotieren zu lassen, um mit vier Angriffsreihen gegen Kassel beginnen zu können, bekam Torwart Jerry Kuhn gegen seinen Ex-Klub einen ungewohnten Tribünenplatz. Julius Schulte, der Förderlizenzkeeper aus Krefeld, kam zu seinem zweiten Einsatz. Auf der Bank saß Luca Ganz, der – in Bad Nauheim unter Vertrag – für Höchstadt spielt und zwei Tage zuvor im Penaltyschießen gegen Kaufbeuren seiner Mannschaft den Extrapunkt gesichert hatte.
Julian Kornelli, teamintern aktueller Topscorer, rückte am Wochenende in die dritte Reihe, wo er als Mittelstürmer seine Fähigkeiten besser ausspielen kann als auf den Flügeln. Mit den nachverpflichteten Pfleger und Harper auf den Flügelpositionen kommt auch der bis dato sehr blasse Allan McPherson besser zur Geltung, erzielte nun endlich seinen ersten Treffer. Mit Charlie Sarault ist ein Kontingentspieler der Roten Teufel allerdings noch immer ohne einen eigenen Treffer und ist damit in seiner Rolle eine der wenigen Ausnahmen in der DEL2.
Harper, seit April ohne Spielpraxis und am Freitag nach nur einer Trainingseinheit mit der Mannschaft quasi ins kalte Wasser geworfen, hatte einen ordentlichen Einstand in der DEL2. Ein Treffer gleich im ersten Abschnitt gelang in Bietigheim, allerdings saß der 31-jährige beim wegweisenden Gegentor auf der Strafbank. Am Sonntag gegen Kassel legte der Kanadier mit dem bulligen Zweikampfverhalten den Führungstreffer auf und hatte in der regulären Zeit einen Treffer und in der Overtime die Entscheidung auf dem Schläger, hätte das Penaltyschießen verlängern können, blieb aber glücklos. „Er bringt sich in die Abschluss-Situation, und er wird seine Tore erzielen“, sagt Gaudet, wohlwissend um den Trainingsrückstand und die entsprechende Integrationszeit von Pfleger, Harper, Marcinew und auch El-Sayed.
„Ich habe das Gefühl, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.
„Ich habe das Gefühl, dass wir ein gutes Spiel gezeigt haben, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Der Mannschaft kann man keinen Vorwurf machen, sie hat nie aufgegeben, ist zurückgekommen“, sagt letzterer als einer von drei Kapitänen im Kader, gegenüber dem DEL2-Streamingpartner sporteurope.tv.
Am Freitag geht’s nach Crimmitschau, das drei seiner letzten vier Spiele gewinnen konnte (gegen Kassel, Bietigheim und Landshut), am Sonntag ist dann Memmingen in der Wetterau zu Gast.