Erdbeben erschüttert Worms: Häuser wackeln, Polizei registriert Dutzende Anrufe
Stand: 10.09.2026, 18:45 Uhr
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Ein Erdbeben der Stärke 3,3 erschüttert Worms: Häuser wackelten und die Polizei registrierte Dutzende Anrufe. Schäden sind bisher nicht bekannt.
Mannheim – Um 17.27 Uhr hat ein Erdbeben der Stärke 3,3 bis 3,4 die Region um Worms an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erschüttert. Ein Sprecher der Polizei Worms bestätigte: „Es gab definitiv mehr Anrufe aufgrund der Erschütterung.“ Er selbst habe das Beben auf der Dienststelle wahrgenommen. Eine kleine bis mittlere zweistellige Anzahl von Anrufen sei eingegangen. „Schäden sind uns und der Feuerwehr bislang nicht bekannt.“

Der Erdbebendienst Südwest warnte über die Katwarn-App vor einem „schwachen Erdbeben“ bei Worms. Das Beben sei voraussichtlich in einem Umkreis von rund 20 Kilometern um das Epizentrum spürbar gewesen. Die Angaben des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung und des Landeserdbebendienstes Baden-Württemberg beruhen allerdings noch auf automatischen Messungen und gelten als ungeprüft.
Auch im rund 20 Kilometer entfernten Mannheim registrierte die Polizei die Erschütterungen. Ein Sprecher des dortigen Präsidiums beschrieb die Wahrnehmung so: „Es war ein bisschen befremdlich.“ Hinweise auf Verletzte oder Schäden gebe es auch von dort nicht. Die Polizei Ludwigshafen verwies auf die Katwarn-Meldung.
In Worms selbst, einer Stadt mit rund 88.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Süden von Rheinland-Pfalz, war das Beben laut einer dpa-Reporterin in Gebäuden im Stadtzentrum deutlich zu spüren. Mehrere Sekunden lang wackelten die Häuser. Manche Bewohnerinnen und Bewohner glaubten zunächst, ein Fahrzeug sei gegen ihr Gebäude geprallt. Auf den Straßen blieb die Lage danach ruhig. In Baden-Württemberg gab es vor neun Monaten ein Erdbeben.
Erdbeben sind in Deutschland keine Seltenheit, starke jedoch schon. Diese kennt man sonst eher aus Ländern wie Japan. Damit ein Beben überhaupt wahrnehmbar wird, braucht es entweder eine vergleichsweise hohe Magnitude oder einen Erdbebenherd nahe der Erdoberfläche. Einen Trend zu häufigeren oder stärkeren Beben sehen Fachleute nicht. Einen Teil der seismischen Aktivität führen Expertinnen und Experten auf die letzte Eiszeit zurück: Damals drückten mächtige Eisschilde die Erdkruste nach unten. Seit dem Abschmelzen des Eises hebt sich die Kruste langsam wieder – und das macht sich bisweilen als Erdbeben bemerkbar. (jh/dpa)