Stand: 11.10.2026, 07:15 Uhr
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Husten, Fieber, Schnupfen: Der Herbst bringt Erkältung, Grippe und Corona zurück. Wie Sie sich schützen, was zu beachten ist und was wirklich hilft.
Hamm – Die Heizung läuft, die Nasen laufen mit: Sinkende Temperaturen, mehr Zeit in geschlossenen Räumen und trockene Heizungsluft machen den Herbst zur klassischen Infektsaison. Erkrankungen wie Grippe, Corona oder Erkältungen treffen wieder viele Menschen. Für Betroffene stellt sich bei den ersten Symptomen dabei oft die Frage: „Habe ich ‚nur‘ eine Erkältung oder brüte ich etwas Hartnäckigeres aus?“. Und vor allem: „Wie werde ich schnell wieder gesund?“.

Erkältung, Grippe und Corona: Wie steckt man sich überhaupt an?
Sowohl Erkältungs- als auch Grippe- oder Coronaviren werden auf zwei Wegen übertragen:
- Tröpfcheninfektion: Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen virushaltige Speicheltröpfchen und feinste Aerosole in die Luft. Atmet eine andere Person diese ein oder gelangen die Tröpfchen auf ihre Schleimhäute in Nase, Mund oder Augen, kann sie sich infizieren.
- Schmierinfektion (Kontaktinfektion): Wer sich die Hand vor Mund oder Nase hält und danach einen Türgriff, eine Haltestange oder die Computertastatur berührt, hinterlässt dort Viren. Fasst sich die nächste Person später ins Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute in den Körper gelangen.
Erkrankte sind besonders in den ersten Tagen einer Infektion ansteckend. Wer Grippeviren in sich trägt, soll sogar schon einen Tag vor den ersten Symptomen ansteckend sein – hier hält die Virusausscheidung rund sieben Tage an.
Nach der Ansteckung dauert es bei einer klassischen Erkältung meist zwei bis vier Tage, bis die ersten Beschwerden auftreten (Inkubationszeit). Bei den aktuell zirkulierenden Corona-Varianten dauert die Inkubationszeit rund drei bis vier Tage. Bei einer Grippe sind es in der Regel ein bis drei Tage.
Das sind die verschiedenen Symptome
Lars Rettstadt, erster Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, erklärt auf Nachfrage von wa.de, dass es gar nicht so einfach ist, die Symptome voneinander zu unterscheiden. „Die meisten Erkältungen sind Virusinfekte wie die Grippe oder Corona, je nach Alter und Stärke der eigenen Immunabwehr verlaufen sie unterschiedlich stark mit ähnlichen Symptomen. Zu den typischen Symptomen zählen Husten, Fieber, Rhinitis – also Schnupfen –, allgemeine Abgeschlagenheit und z.B. Gelenkschmerzen“, so Rettstadt. Ein Test auf Viren könne die verschiedenen Erkrankungen differenzieren. Die Behandlung der verschiedenen Infekte verlaufe jedoch oft identisch, sodass das gar nicht unbedingt nötig ist.
Eine Erkältung (grippaler Infekt) wird durch mehr als 30 verschiedene Erreger, vor allem Rhinoviren, verursacht. In der Regel verläuft eine Infektion meist mild und beginnt schleichend – z.B. mit Halskratzen, Husten, Heiserkeit und dann Schnupfen. Erkrankte haben oft kein Fieber und wenn doch, dann ist dies meist nur leicht erhöht. Die Beschwerden bessern sich in der Regel nach drei bis sieben Tagen, bevor sie nach rund zwei Wochen meist komplett verschwinden.
Anders als eine Erkältung beginnt eine Grippe (Influenza) meist abrupt. Betroffene fühlen sich buchstäblich von einem Tag auf den anderen krank, mit hohem Fieber, starken Muskel- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Nicht bei allen Erkrankten läuft eine Infektion gleich. Während einige die klassischen schweren Symptome zeigen, klagen andere nur über milde, erkältungsähnliche Beschwerden, wohingegen die anderen sogar symptomfrei bleiben.
Nach Angaben des RKI treten bei Covid-19-Infektionen häufiger fieberhafte Verläufe auf als bei einer klassischen Erkältung. Covid-19 gilt inzwischen als endemische Erkrankung: Da ein Großteil der Bevölkerung durch frühere Infektionen und Impfungen bereits Grundimmunität besitzt, verlaufen die meisten Fälle bei gesunden Erwachsenen mild. Typisch sind Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, teilweise auch Geruchs- und Geschmacksverlust.
Erkältung, Grippe und Corona: Diese Mittel helfen
Ist es bereits zu spät und die Erkältung, Grippe oder Corona-Infektion schon im vollen Gange, können Betroffene einiges tun, um ihre Symptome zu lindern und möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen. Die Apotheken Umschau empfiehlt folgende Hausmittel und Medikamente:
- Viel trinken: Wasser oder Tee, um die Schleimhäute feucht zu halten.
- Honig konsumieren: Honig wirkt entzündungshemmend und kann laut Studien Hustenattacken lindern.
- Hühnersuppe: Inhaltsstoffe können den Krankheitsverlauf positiv unterstützen.
- Nasenspülungen: Nasenspülungen mit Koch- oder Meersalz können bei verstopfter Nase helfen.
- Dampfinhalation: Wasserdampf erwärmt und befeuchtet die Schleimhäute in den Atemwegen.
- Schmerz- und Fiebermittel: Wirkstoffe wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) lindern Hals- und Kopfschmerzen und senken Fieber.
In jedem Fall helfen auch Ruhe und Schlaf, um sich schnell zu erholen.
Immunsystem stärken: So kann man einer Infektion vorbeugen
Wer eine Infektion vermeiden möchte, kann sein Immunsystem frühzeitig stärken. Das geht mit einer gesunden Ernährung – mit viel frischem Obst und Gemüse –, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft, wie Experte Rettstadt erklärt. Auch Superfood direkt vor der Haustür soll das Immunsystem stärken, wie eine Kräuterpädagogin aus NRW erklärt.
Die wichtigsten Maßnahmen gegen eine Erkältung, Grippe oder Corona sind außerdem ziemlich simpel:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
- Regelmäßiges Lüften
- Zuhause bleiben, wenn man krank ist
- Abstand zu erkrankten Personen halten
- Frieren, Durchnässung und kalte Füße vermeiden
- In die Armbeuge husten und niesen
In einigen Fällen bietet sich auch eine Grippeschutzimpfung an. Diese wird jedoch nicht allen Menschen empfohlen.