EU-Kommission erlaubt mögliche Hugo-Boss-Übernahme

Online seit heute, 13.45 Uhr

Einer Übernahme des deutschen Bekleidungsherstellers Hugo Boss durch die britische Frasers Group steht nach den Wettbewerbsregeln der EU nichts entgegen.

Die EU-Kommission genehmigte heute die mögliche Übernahme der alleinigen Kontrolle über die deutsche Firma, wie sie mitteilte. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass der angemeldete Zusammenschluss keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwerfe.

Die Unternehmen hätten infolge der geplanten Transaktion nur begrenzte Marktpositionen inne, hieß es zur Begründung. Die Transaktion betreffe vor allem die Herstellung und den Einzelhandel mit hochwertiger Bekleidung, Schuhen und Accessoires.

Unternehmen empfiehlt Aktionären Ablehnung

Anfang des Monats hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss den Aktionärinnen und Aktionären empfohlen, das Angebot des Großaktionärs Frasers Group abzulehnen. Der Angebotspreis spiegle den eigenständigen Wert und das zukünftige Wertschöpfungspotenzial von Hugo Boss nicht angemessen wider, hieß es.

Seit Mitte Juni versucht die Frasers Group, im Zuge eines freiwilligen öffentlichen Angebots das Ruder bei Boss zu übernehmen. Sie bietet 38 Euro je Anteilsschein. Die Frasers Group ist ein Einzelhandelskonglomerat, hinter dem der Unternehmer Mike Ashley steckt.

An Hugo Boss ist die Gruppe mittlerweile mit etwas mehr als 30 Prozent direkt beteiligt. Das Übernahmeangebot wurde bis Mitte August verlängert.

Umsatzrückgang erwartet

Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte. Der Modekonzern hat aktuell mit der geringen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 bis 350 Mio. Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Mio. Euro verbucht.