EU und Kanada sichern 211 Millionen Euro für weltweite Überwachung der Ozeane

Stand: 24.09.2026, 19:20 Uhr

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Großbritannien beteiligt sich auch an der neuen internationalen OceanEye-Allianz. 30 Länder wollen Messdaten über die Weltmeere besser austauschen und Lücken bei der Beobachtung von Klima, Wetter und Meeresökosystemen schließen.

New York – Die Europäische Union und Kanada haben Zusagen von mindestens 211 Millionen Euro für eine internationale Initiative zur besseren Überwachung der Weltmeere gesichert. Gleichzeitig schließt sich Großbritannien der neuen OceanEye International Alliance an. Insgesamt unterstützen inzwischen 30 Länder das Vorhaben, berichtet Reuters.

Kanadas Premierminister Carney im Europäischen Parlament

Die EU will Kanada enger an sich binden. (Archivbild) © Justin Tang/The Canadian Press/AP/dpa

Die Allianz soll Daten über den Zustand der Ozeane besser erfassen und international verfügbar machen. Diese Informationen werden unter anderem für Wetter- und Klimavorhersagen, die Schifffahrt, den Küstenschutz und die Fischerei benötigt.

Großbritannien tritt Allianz bei

Der britische Beitritt wird bei einer Veranstaltung im UN-Hauptquartier in New York bekannt gegeben. Großbritannien will künftig mehr Daten des nationalen Wetterdienstes Met Office und anderer Behörden mit internationalen Partnern teilen, so The Guardian. „Als Inselnation und globale Führungsnation in der Klimawissenschaft wissen wir, dass Daten aus der Ozeanüberwachung für unsere Fähigkeit, unsere Ozeane zu schützen und wiederherzustellen, sowie Bedrohungen von enormem Ausmaß zu antizipieren und darauf zu reagieren, unerlässlich sind, denn wir können unsere Ozeane nicht retten, wenn wir sie nicht verstehen“, erklärte die britische Umweltministerin Angela Eagle laut dem Guardian.

Veränderte Meeresströmungen und Wettermuster spielten auch bei Überschwemmungen, Dürren, Stürmen und extremer Hitze eine Rolle. Großbritannien will deshalb sein bestehendes Netzwerk zur Beobachtung von Küstengewässern, Schelfmeeren und offenem Ozean in die internationale Zusammenarbeit einbringen.

Lücken in den Weltmeeren schließen

OceanEye wurde von der Europäischen Union und Kanada ins Leben gerufen. Ein wichtiges Ziel besteht darin, Beobachtungslücken in Regionen zu schließen, aus denen bislang nur wenige Daten vorliegen. Dazu gehören die Polarregionen und die Tiefsee. Bis 2030 soll außerdem ein nahezu in Echtzeit arbeitendes digitales Modell der Weltmeere entstehen. Dafür sollen Daten von Satelliten, Sensoren und anderen Beobachtungssystemen zusammengeführt werden, berichtete der Guardian.

Die EU hatte bereits im Juni eine Initiative im Umfang von 92 Millionen Euro gestartet, um ihre Fähigkeiten zur Ozeanbeobachtung auszubauen und mehr Daten für Meeresmanagement und Sicherheit bereitzustellen.

Kanada investiert zusätzlich

Kanada will über einen Zeitraum von fünf Jahren weitere 82 Millionen bereitstellen, um die Beobachtung der Meere auszubauen. Das Geld soll laut La Presse Unter anderem ganzjährige Messungen sowie autonome Unterwassergleiter ermöglichen, die auch unter dem Eis eingesetzt werden können. „Kanada ist eine maritime Nation“, sagte Premierminister Mark Carney. Die zusätzlichen Mittel sollen insbesondere dabei helfen, Datenlücken an den Polen, in der Tiefsee und bei der Beobachtung biologischer Veränderungen zu schließen.

Die insgesamt zugesagten 211 Millionen Euro bilden eine erste große Finanzierungsrunde für die internationale Allianz. Die Daten sollen nicht ausschließlich der Klimaforschung dienen, sondern auch ganz praktische Anwendungen ermöglichen, so Reuters.