Euro: Der Frankreich-Schock weckt düstere Erinnerungen
Investoren flüchten aus dem Euro – Pessimisten fürchten eine Wiederholung der Euro-Krise vor 15 Jahren. Andere setzen darauf, dass Investoren und EZB dazugelernt haben.
Euro-Münze: Die Probleme in Frankreich setzen die Gemeinschaftswährung unter Druck. Foto: dpa
Frankfurt. Der Fluchtreflex wirkt nach. Am Devisenmarkt zeigt sich klar, wie sehr der plötzliche Anstieg der Renditen die Investoren verstört hat. Unter dem Eindruck des Frankreich-Schocks an den Anleihemärkten ist der Euro im Vergleich zum Dollar zeitweise auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten gesackt. Auch Tage später kann sich die Gemeinschaftswährung davon kaum erholen, weil Investoren den Euro meiden.
An den Märkten werden bereits Parallelen zur Euro-Krise 2011/12 diskutiert. Damals verschärfte sich die Lage über Monate immer weiter. Erst ein Machtwort von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), konnte die Investoren beruhigen.
„Damals schien der Zusammenbruch der Einheitswährung möglich, und auch heute baut sich am Anleihemarkt ein Gefühl der Krise auf“, warnt Mark Dowding, Anlagestratege beim Vermögensverwalter RBC Bluebay. Eckhard Schulte von Mainsky Asset Management sieht einen entscheidenden Unterschied zu damals: „Heute gibt es keinen Mario Draghi.“ Deshalb sieht auch er Gefahr für den Euro und fürchtet, dass die EZB früher oder später eingreifen muss, um die Lage zu stabilisieren.

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